
von Ernst Martin Borst
Die Geistliche Gemeinde-Erneuerung (GGE) innerhalb des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) veranstaltet in Braunschweig vom 27. bis 30. Januar 2027 einen charismatisch und ökumenisch ausgerichteten Kongress mit dem Thema „In der Kraft des Geistes“. Dafür wird schon fleißig geworben. Der Einladung zufolge ist die Veranstaltung in erster Linie für Gemeindeleitungen und Mitarbeiterkreise gedacht. Es heißt dort: „Von daher empfehlen wir die Teilnahme als komplette Gemeindeleitung oder als Mitarbeiterkreis, um gemeinsam neue Impulse für die Arbeit vor Ort zu empfangen.“
Die GGE ist Teil des ökumenisch-charismatischen Netzwerkes:
- Geistliche Gemeinde-Erneuerung in der Evangelischen Kirche (GGE),
- GEISTbewegt im Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG),
- Katholische Charismatische Erneuerung (CE), auch unter dem Namen CHARIS auftretend,
- Charisma, Zeitschrift für geistliche Erneuerung,
- Christlicher Convent Deutschland (CCD),
- Jugend mit einer Mission e.V. (JMEM),
- Gemeinschaftsbund (GB) Evangelisch-methodistische Kirche,
- Freie Christliche Jugendgemeinschaft / FCJG Überkonfessionelle Dienste e.V.
Ziel dieses Netzwerkes ist es, die Einheit aller (!) Kirchen, Gemeinden und Gruppierungen zu vertiefen und gleichzeitig die charismatischen Lehren und Praktiken zu verbreiten. Mit der Veranstaltung in Braunschweig sollen nun auch die Gemeindeleitungen und Mitarbeiterkreise der Baptistengemeinden von diesen Zielen begeistert werden. Als Redner wurde deshalb extra der Präses des Bundes freikirchlicher Pfingstgemeinden Friedhelm Holthuis eingeladen. Weitere Redner sind u.a.:
- die freiberuflich arbeitende Theologin Frauke Bielefeldt, sie ist Herausgeberin der Buchreihe „Die Kraft des Heiligen Geistes“. Mitautor dieser Reihe ist u.a. der Katholische Pfarrer Martin Birkenhauer. Auf dem Kongress spricht sie zum Thema „Das Leben im Heiligen Geist, eine biblisch begründete Spiritualität und die positive Rolle von Gefühlen“.
- der Baptistenpastor Jonathan Walzer, von dem im Internet zu lesen ist: „Jonathan Walzer ist Pastor und liebt Heavy Metal. Regelmäßig sucht er den Kontakt zu anderen Liebhabern dieser Musik – und erlebt, wie Gott wirkt. In schwarzen Band-T-Shirts und Pullovern fühlt sich Jonathan „Jhonny“ Walzer am wohlsten. Täglich hört der 36-Jährige bis zu zwölf Musikalben aus seiner 3.500 umfassenden Sammlung von Metal- und Hard-Rock-Bands. Seine Liebe zu rauen und lauten Tönen mit Schlagzeug und E-Gitarre prägt ihn. Am Sonntag trägt er statt T-Shirt ein Hemd, damit seine Kleidung nicht von der Predigt ablenkt. Dann steht er als Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Landshut (Baptisten) auf der Bühne. „Metal“ beeinflusst auch die Beziehungen von Walzer.“ – Auf dem Kongress spricht Walzer zum selben Thema wie Frau Bielefeldt.
- der Pastor Hartmut Grüger. Er schreibt im Netz: „Wünschst du dir mehr Schwung für dein Gebet? Sehnst du dich danach, dass die Zeiten mit Gott ein Genuss werden und du die Gaben seines Geistes erlebst? Gebet ist der Herzschlag einer persönlichen Beziehung zu Gott. Wir wollen dazu inspirieren, diese Beziehung zu pflegen und lebendig zu halten. Gemeinsame Gebetszeiten bereichern das persönliche Gebet; Hörendes Gebet und das Erfahren der Gaben des Heiligen Geistes machen Beten zu einer der spannendsten Aktivitäten überhaupt! Wir ermutigen dich, einen eigenen Gebetsstil zu entwickeln. Geh mit uns auf Entdeckungsreise, welche kreativen Gebetsformen es gibt. Wir probieren sie gemeinsam aus. Was passt zu deiner Persönlichkeit und deiner Biografie? Welche besonderen geistlichen Gaben hat Gott dir geschenkt? Wir zeigen dir auch, was es mit den Geistesgaben auf sich hat. Welche Gaben gibt es? Wie bekomme ich sie? Worauf kann ich achten? In Workshops und Seminaren gehen wir auf Entdeckungsreise.“ – Auf dem Kongress wird Grüger genau das vermitteln und praktizieren. Der Schwerpunkt soll, so ist es angekündigt, in Braunschweig auf dem Sprachengebet liegen.
- die freiberufliche Autorin und Referentin Kerstin Wendel. Sie will aufzeigen, wie heilige Räume im Gottesdienst zeitgemäß, authentisch und wirkungsvoll vorbereitet werden können.
Egal wie die Kongresse, Tagungen, Seminare und Veranstaltungen auch benannt werden. Es geht, wie nun auch in Braunschweig, immer wieder um etwas Neues, etwas Besonderes, etwas Gewaltiges: GOTT soll in besonderer Weise wirken. So werden immer wieder neue Praktiken und Lehren in die Gemeinden eingeführt. Einige Beispiele:
- Hörendes Gebet: Diese Praxis wurde aus der Esoterik übernommen und gelehrt. AG WELT berichtete bereits mehrmals darüber (Allianzkonferenz – wohin gehst du?; Allianzkonferenz – Vorsicht!; AG WELT – PDF: Exerzitien, Hörendes Beten, Jesusgebet).
- Tanzen: Sogenannte christliche Tanzschulen, -gruppen, -vereine, Tanz-Gottesdienste, -Andachten, -Gebetszeiten, -Liturgien und christliche Tanzveranstaltungen haben – eingeführt durch die ökumenisch-charismatischen Netzwerke – Hochkonjunktur (AG WELT – PDF: Tanzen im Gottesdienst).
- Besondere Wunder: Immer wieder wird von besonderen Wundern gesprochen (Krankenheilungen, Tote werden wieder lebendig, Goldstaub fällt vom Himmel, Verstorbene kommen aus dem Himmel zurück und bringen neue Botschaften mit und vieles mehr.
- Neue Lehren: Durch Visionen oder direkte Botschaften von Jesus Christus werden oft neue Lehren eingeführt und praktiziert, z.B.: Healing Rooms (Heilungsräume), Kinderheiligungsdienst (AG WELT: Kindergebetsdienst für Erwachsene – Ein neuer Trend, auch in Deutschland); Churchplanting (Kirchen-Pflanzungen), Ruhen im Geist, Lachen im Geist, geistliche Kampfführung, Lobpreis und Anbetung mit Fahnen, Flaggen und Akrobatik und vieles mehr.
Konferenzen wie in Braunschweig sind deshalb sehr problematisch, weil von dort aus falsche Wege und Botschaften in die Ortsgemeinden getragen werden. Anstatt sich von falschen Lehren und Verbindungen zu trennen, wie es GOTTES WORT verlangt, werden Mitarbeiter und Gemeindeverantwortliche noch weiter verführt. So wird GOTTES WORT ganz bewusst und gezielt mit Füßen getreten.
„Wenn euch aber jemand von uns oder ein Engel aus dem Himmel etwas anderes als Heilsbotschaft verkündigt, dann sei er verflucht!“ Galater 1,8
