16. Oktober 2017

Erster Deutschlandkurs im Diamantweg-Buddhismus

Foto: Lisa Spreckelmeyer/ pixelio.de

Foto: Lisa Spreckelmeyer/ pixelio.de

(AG WELT) Mehr als 1.800 Menschen besuchten über die Osterfeiertage den 1. Deutschlandkurs zum Diamantweg-Buddhismus in den Hallen der Messe Kassel.

Dazu eingeladen hatte der „Buddhistische Dachverband Diamantweg (BDD) e.V.“ Nach eigenen Angaben bietet der Verein bundesweit in rund 150 Zentren und meist mehrtägigen Vortragsveranstaltungen und Meditationskursen „einen zeitgemäßen Zugang zum Buddhismus“.

Die Kursteinehmer absolvierten eine oder mehrere von insgesamt vier Grundübungen als Grundlage für weiterführende Meditationen im „Diamantweg“-Buddhismus, der den Weg zu Erleuchtung ebnen und den menschlichen Geist von störenden Einflüssen befreien soll.

Der Bergiff „Diamantweg“ ist dem Sanskritbegriff „vajrayāna“ (vajra: Diamant, yāna: Weg) dem Alt-Indischen entlehnt. Der „Diamantweg“ soll Menschen im westlichen Kulturkreis den tibetischen Buddhismus näher bringen.

Alle deutschen Zentren berufen sich auf die Lehre des 16. Karmapa, Rangjung Rigpe Dorje (1924–1981). Karmapa ist der Titel des höchsten Lamas der Karma-Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus. 1969 sei ihm der in Dänemark geborene Ole Nydahl begegnet, der vier Jahre später von seinem Lehrer den Auftrag erhalten habe, selbst als Lama im Westen zu lehren und „Diamantweg“-Zentren aufzubauen. Der 72-jährige Lama Ole Nydahl gründete 1999 den BDD.

Lama Ole Nydahl ist davon überzeugt, dass alles, was Menschen erlebten, in ihrem eigenen Geist geschehe. Darum sei es „so wichtig, seine Natur, die dauerhaft und unvergänglich ist, zu erfahren“. Durch die Meditation entfalte der Mensch alle Möglichkeiten des Geistes und komme so „schrittweise dem Ziel des Buddhismus, der Erleuchtung näher“. Schwerpunkt sei „die Meditation auf den 16. Karmapa“. Nydahl wörtlich:

„Die grundlegende Natur unseres Geistes ist wie der Raum: grenzenlos und unzerstörbar. Wenn wir mit dem Geist arbeiten und dies erfahren, werden seine natürlichen Qualitäten wach:
Wir werden furchtlos und bekommen mehr Überschuss, um anderen zu helfen.“

Bereits Kindern im Alter zwischen 5 und 11 Jahren wurde die Teilnahme am gesamten Kurs in der Messe Kassel vom 27. März bis 1. April für 48 Euro angeboten. 12- bis 16-Jährige sowie 17- bis mussten tiefer in die Tasche greifen, aber mit 72 bzw. 154 Euro waren auch sie dabei. Der reguläre Ticketpreis lag bei 200 Euro. Aber auch Tageskarten und Geringeverdiener-Tickets wurden verkauft. Nach Veranstalterinformation im Kurspreis enthalten: „Vorträge, Meditationssitzungen, Vollverpflegung und die Übernachtung in der Halle“. Ein „Indoor Camping“ versprach die Übernachtung in zwei Schlafsälen im eigens mitgebrachten Zelt, in einem der bereitgestellten Feldbetten oder einfach mit Isomatte und Schlafsack.

In letzter Konsequenz gründet auch der „Diamantweg“-Buddhismus auf Buddha (Erwachten) Siddhartha Gautama, der den Dharma (die Lehre) der Weltreligion Buddhismus entwickelte.

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Kommentare

  1. Rainer meint:

    Reine Sekte.
    Kann Scientology Konkurrenz machen.