
von Thomas Schneider
Selten ist ein Mensch bereit, eine schwierige oder auch schmerzhafte Situation bis zum Letzten durchzustehen. Die Redewendung „bis zum bitteren Ende“ beschreibt im Gegensatz dazu einen Menschen, der bis zum Ende einer bestimmten Angelegenheit oder eines Geschehens durchhält, selbst wenn es „bitter“ werden sollte und alle Anstrengungen aussichtslos erscheinen.
Im Englischen gibt es dieselbe Redewendung mit den Worten: „to the bitter end“. Sie soll ihren Ursprung in der Seefahrt haben. Als „bitts“ bezeichnete man die an Deck eines Schiffes angebrachten Poller zum Befestigen der Ankerkette. Kam ein Sturm auf und der Befehl zum Ankerfallen wurde ausgerufen, dann hoffte man, daß die Kette hält. Trieb das Schiff nach dem Ausrollen der langen Kette dennoch weiter, war trotz des energischen Kampfes gegen das Unwetter „the bitter end“ erreicht. Mehr Einsatz war menschlich nicht möglich.
Die Bibel unterscheidet zwischen einer Standhaftigkeit, die Gottes Willen entspricht, und einem Durchhalten in einem erbitterten Kampf gegen Gott. Ein chancenloses Ringen gegen den HERRN aller Herren führten beispielsweise Pharao, Saul, Judas und so manche Könige Israels. Auch der prophezeite Antichrist samt seinem Aufbegehren gegen Jesus Christus wird ein „bitteres Ende“ erfahren. Der Christenverfolger Saul durfte bußfertig erkennen, welchen Plan Gott mit ihm hat und wurde aus Gnade zum Missionar für Christus. (Apg 9,1-31) Eigenwille, Hochmut und Unbußfertigkeit hingegen wurden und werden von Gott hart bestraft.
Im Matthäusevangelium (24,13) sagt Jesus in Seiner Endzeitrede: „Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.“ Obwohl ein Kind Gottes mit Leiden, Verfolgung oder Schwierigkeiten in seinem irdischen Leben rechnen muß (2Tim 3,12), wird es für seine Treue zu Gott am Ende reich belohnt: „Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! … Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“ (aus Offb 2,10; vgl. 21,7).
Im Brief des Apostels Paulus an die Galater (6,7) mahnt Gottes Wort: „Irret euch nicht! Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.“ Sünde bringt bittere Ernte hervor, nicht nur im Jetzt und Heute, sondern bis in alle Ewigkeit. Wer „bis zum bitteren Ende“ sündigt und Jesus Christus als Heiland und Retter ablehnt, wird ein böses Erwachen in der teuflischen Gottverlassenheit haben. Weigert sich der Mensch zur Umkehr und lebt weiter in Betrug, Ehebruch, Habgier und Lüge, wird er das Reich Gottes nicht ererben (1Kor 6,9).
Nicht nur zur Zeit Noahs oder im Fall von Sodom und Gomorra zeigt die Geschichte eindrücklich, was geschieht, wenn ganze Kulturen und Nationen die Warnungen Gottes mißachten und Seinen Langmut in den Wind schlagen. Auch Deutschland wird seinem Untergang entgegengehen, wenn Obrigkeit und Landsleute an Gotteslästerungen, Stolz, Selbstgerechtigkeit und Wohlstandsverwahrlosung festhalten und an dem Wahn, am Ende selbst alles regeln zu können. Psalm 95 ruft zur Anbetung Gottes auf: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.“ (Psalm 95,7-8; vgl. Hebr 3,8+15)
Der Tod ist nach der Bibel nicht das „bittere Ende“. Deshalb mahnt Gottes Wort immer wieder zu Buße und Umkehr, solange noch Gnadenzeit ist. Zum Weltgericht werden die Gottlosen (die ohne Christus gelebt haben) hingehen „zur ewigen Strafe“ und die Gerechten (in Christus wiedergeborene Menschen) „in das ewige Leben“ bei Gott (Mt 25,46).
Besteht für dich wahres Durchhalten auch darin, dem HERRN Jesus Christus treu zu dienen, sich von IHM und Seinem wahren und irrtumslosen Wort korrigieren zu lassen und bis zu Seiner Wiederkunft im unerschütterlichen Glauben zu bleiben? Dann brauchst du vor schwierigen oder auch schmerzhaften Situationen, die vielleicht noch auf dich zukommen werden, keine Angst zu haben und darfst in das Gebet einstimmen: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ (Ps 23,4) Das weltlich geglaubte „bittere Ende“ verwandelt Christus für alle Seine Nachfolger in den Eingang zur ewigen Herrlichkeit (2Kor 4,17; Phil 1,21-23).
