
von Thomas Schneider
Das sprachliche Bild „Wir werden das Kind schon schaukeln“ hat seinen Ursprung in der Begleitung eines Kindes in den ersten Lebensmonaten, wo es manchmal auch sehr unruhig ist und schreit. Eltern versuchen dann, das weinende Kind durch Schaukeln in den Armen oder in einer Wiege zu beruhigen – eine für Eltern oft herausfordernde und nervenaufreibende Aufgabe.
Die Redewendung „Wir werden das Kind schon schaukeln“ soll Optimismus und Zuversicht im Leben der Menschen verbreiten und hat längst im allgemeinen Sprachgebrauch Einzug gehalten: in alltäglichen, beruflichen und gesellschaftlichen Beziehungen. Es wird darauf hingewiesen: Auch schwierige Aufgaben sollen zu einem guten Ende geführt werden. Selbst für eine Verwechslungskomödie mit den Schauspielerlegenden Heinz Rühmann, Hans Moser und Theo Lingen hat die Redewendung als Filmtitel Verwendung gefunden.
Ein Kind ist eine Gabe Gottes (Ps 127,3), für Eltern ein großer Segen und ihnen auf Zeit – als des Schöpfers Eigentum – zur liebevollen Erziehung und Bewahrung anvertraut. Ihm soll von klein auf gelehrt werden, Gott zu lieben „von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all seiner Kraft“ (5Mo 6,6-7). Die Eltern haben nur begrenzt Einfluß auf Wachstum und geistliches Gedeihen des Kindes. Es wächst heran, zeigt seinen eigenen Willen und läßt sich (auch bei Problemen) nicht mehr so leicht „schaukeln“. Es geht seine eigenen Wege, sucht Liebe, Ehre und Glück. So manches Kind kommt (wie es im Lied „Ich bin durch die Welt gegangen“ heißt) „belastet mit Sünden und unbefriedigt zurück“. Dann bedarf es offene Türen, hinter denen betende Eltern auf ihr „verlorenes Kind“ warten, um ihm durch den Geist Gottes sein Herz für das rettende Evangelium öffnen zu lassen.
Die Redensart „Wir werden das Kind schon schaukeln“ gleicht der Phrase der Altbundeskanzlerin Angela Merkel „Wir schaffen das!“, mit der sie am 31. August 2015 vor der Bundespressekonferenz den massiven Niedergang des deutschen Vaterlandes eingeleitet hat. Hinter ihrem Ansinnen verbirgt sich bis heute eine Agenda mächtiger, egozentrischer Eliten, die dem deutschen Volk immensen Schaden zufügt. Die Redewendung „Wir werden das Kind schon schaukeln“ signalisiert: „Wir haben alles im Griff!“ Wer als Mensch ein solches Signal setzt, verläßt sich auf seine Kraft, auf seine Klugheit, auf seinen Verstand – Gott spielt im Leben keine Rolle. Was dabei herauskommt, sieht jeder vernunftbegabte Mensch.
Wenn du in allem, was du denkst und tust, meinst: „Wir werden das Kind schon schaukeln“, wird dir Gott deine Grenzen und Möglichkeiten aufzeigen; auch, daß du gar nichts unter Kontrolle hast. Ohne zu sagen: „Wenn der HERR will, …“ (Jak 4,15b) riskierst du Pleiten, Pech und Pannen. Die Bibel kritisiert nicht dein Planen, aber sehr wohl dein Planen ohne Gott. Jesus sagt: „… ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Joh 15,5b) Alles Gelingen kommt letztlich aus der Verbindung mit Christus.
Wenn du in Christus wiedergeboren bist, dann sagst du besser: „Ich vertraue darauf, daß Gott mir Weisheit schenkt.“ Oder: „Der HERR Jesus wird mich hindurchtragen.“ David sagte nicht in großer Naivität und Selbstüberschätzung zum Volk „Wir werden den Riesen Goliath schon schaukeln“, sondern: „Der HERR … wird mich erretten von diesem Philister.“ (aus 1Sam 17,37) – Genau das ist biblische Zuversicht, die dir der HERR für dein Leben schenken will. Du musst sie nur annehmen.
