
von Thomas Schneider
Der Zusatz „s“ bei „Manns genug“ ist eine grammatikalische Besonderheit – ein alter Genitiv (zweiter Fall). Wörtlich heißt die Redewendung „eines Mannes würdig sein“ und bedeutet, daß einem Mann Besonderheiten zugedacht sind, die eine Frau nicht besitzt. Im volkstümlichen Sprachgebrauch wird dieser Sinn stark verfälscht und auf beide Geschlechter, also geschlechtsneutral angewandt.
Was den Mann angeht, so wird schon bei der Schöpfung seine Bestimmung festgelegt. Schon deshalb muß jede Aufweichung der Redewendung „Manns genug“ abgelehnt werden. Der Mann ist ein Mensch, der seiner von Gott gegebenen Berufung entspricht. Gott sucht und braucht Männer, die IHN fürchten, Verantwortung übernehmen, ihre Familien leiten, die Wahrheit verteidigen und IHM treu dienen. Mannsein ist kein gesellschaftliches Konstrukt, wie schöpfungswidrige Gender-Ideologen und woke Bewegungen meinen und damit Gotteslästerung betreiben.
Schon immer in der Geschichte brauchte es kampffähige, mutige Männer. Als König David im Sterben lag, sprach er seinen letzten Willen gegenüber seinem Sohn Salomo aus mit den Worten: „Ich gehe hin den Weg aller Welt. So sei getrost und sei ein Mann und bewahre den Dienst des HERRN, deines Gottes, daß du wandelst in seinen Wegen und hältst seine Satzungen, Gebote, Rechte und Ordnungen, wie geschrieben steht im Gesetz des Mose, damit dir alles gelinge, was du tust und wohin du dich wendest…“ (1Kön 2,2-3)
Gott schuf und beauftragte zuerst den Mann (Adam) damit, den Garten Eden zu bebauen und nach Gottes Geboten zu handeln. Als Eva sündigte, rief Gott nicht die Frau, sondern: „Adam, wo bist du?“ (1Mo 3,9) Gott zieht zuerst den Mann zur Verantwortung. Aus Gottes Handeln wird offensichtlich, wen ER die künftige Leiterschaft im Irdischen und Geistlichen überträgt, die zugleich aber auch Rechenschaftspflicht einfordert. Noch bevor Gott die Frau als „Hilfe“ für Adam erschuf, nahm er ihn „und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren.“ Das hebräische Wort für „bewahren“ bedeutet auch „behüten“ oder „beschützen“.
Gott hat den Mann als das Oberhaupt eingesetzt. Er besitzt damit die finale Entscheidungs- und Weisungskompetenz in Ehe und Familie – wenn er sich Christus unterordnet (Kol 3,18, 1Kor 11,3). Ist der Mann gegenüber Christus ungehorsam, verliert er das Recht, sein Rolle auszuüben. Der Mann soll seine Frau lieben (Eph 5,25) und die Familie vor Angriffen schützen. Die Führung des Mannes ist kein Freibrief zur Herrschsucht, sondern Befehl Gottes unter Christus.
Der Dammbruch in christlichen Gemeinden hat einst mit der Einsetzung von Frauen in Leitungs- und Predigtämter begonnen. Die Abkehr von Gottes Ordnung hat sich wie ein Krebsgeschwür ausgebreitet. Ein teuflischer Plan hat die Gemeinden von innen heraus angegriffen und der Welt angepaßt. Die Autorität der Heiligen Schrift wurde dem Zeitgeist auf dem Altar Satans geopfert. Die von Gott klar geregelte Leiterschaft durch Männer, die in Christus neu geboren sind (nachzulesen in 1. Korinther 11 und 1. Timotheus 2) wurde über Bord geworfen. Wie einst Adam, so versagen mehr und mehr überall die Männer und werfen die ihnen von Gott übertragene Führungsrolle über Bord und lassen Frauen ans Ruder, die von Gott eine vollkommen andere Bestimmung übertragen bekommen haben. Viele Männer sind nicht mehr „Manns genug“. Hierin zeigt sich nicht nur eine leichte Schwäche der Männer, sondern ihr katastrophaler Ungehorsam gegenüber dem Schöpfer!
In einer Auslegung schreibt ein bibeltreuer Glaubensbruder: Durch die gesamte Bibel zieht es sich wie ein roter Faden. Gott sucht Männer, die IHM glauben wie Abraham; die für Heiligkeit eintreten wie Joseph; die mutig kämpfen wie Josua; die Buße tun wie David; die treu leiden wie Hiob; die kompromißlos beten wie Daniel; die ihre Häuser führen wie Kornelius; die Gemeinden hüten wie die Ältesten, die Christus ähnlicher werden. Der wahre Mann Gottes ist derjenige, der Gott fürchtet, IHN von ganzem Herzen liebt und IHM im Irdischen wie im Geistlichen vollkommen vertraut.
