
von Thomas Schneider
Der Ursprung der Redewendung „Auf der faulen Haut liegen“ wird von Sprachwissenschaftlern in das späte Mittelalter eingeordnet. Damals hatten mittellose Menschen gegerbte Tierhäute als Unterlagen auf ihren Schlafplätzen. Als faul und arbeitsscheu galt derjenige, der tagsüber auf der „Haut“ lag. Erst im 16. Jahrhundert soll die Redensart sinnhaft auf die menschliche Haut übertragen worden sein.
Bis heute steht die „faule Haut“ für den Faulenzer und damit für einen Menschen, der sich ungern anstrengt, lieber Zeit mit Nichtstun verbringt und andere für sich arbeiten läßt. Wer täglich einer ordentlichen Arbeit nachgeht, empfindet es zu Recht als vollkommen ungerecht, wenn andere – auch Hunderttausende illegale, ausreisepflichtige Einwanderer – vom Staat und damit vom Steuerzahler ohne Gegenleistung leben.
Schon vor dem Sündenfall, vor dem Verstoß der ersten Menschen gegen Gottes ausdrückliches Gebot (1Mo 3), gab Gott dem Menschen Arbeit. Im 1. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 15, steht: „Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, daß er ihn bebaute und bewahrte.“ Arbeit war anfangs von Gott nicht als Strafe für die Menschen gedacht. Erst nach dem Versagen von Adam und Eva sprach Gott: „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist.“ (1Mo 3,19) Arbeit gehört also zu Gottes Schöpfungsordnung.
Paulus mahnt die Thessalonicher in seinem 2. Brief vor Müßiggang. Daher kommt das bekannte Sprichwort: „Müßiggang ist aller Laster Anfang.“ Zu Untätigkeit und Faulheit schreibt der Apostel: „Denn schon als wir bei euch waren, geboten wir euch: Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.“ (2Thess 3,10) Auch an anderer Stelle mahnt Gottes Wort vor Faulheit: „Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege an und werde weise!“ (Spr 6,6) – Die einheimische deutsche Ameise ist fleißig, sorgt für Ordnung und vertilgt auf ihren Wegen tausendfach Schädlinge (ausgenommen sind ihre ausländischen, invasiven Artgenossen, die als blinde Passagiere nach Deutschland eingeschleppt wurden, Gehwege untergraben und keinen Nutzen bringen).
Wenn ein Mensch „auf der faulen Haut“ liegt, sucht er immer nach Gründen, warum er das tut. Entweder steht er nicht so gern frühmorgens auf oder es ist nicht der richtige Zeitpunkt zum dauerhaften Arbeiten oder er hat einfach keine Lust. „Ein Fauler wendet sich im Bett wie die Tür in der Angel.“ (Spr 26,14) Er bewegt sich zwar, kommt aber nicht vorwärts. Er zeigt keine Bereitschaft zur Verantwortung für Familie und Gesellschaft. Solche rücksichtslose Einstellung birgt eine teuflische Gefahr: „Ja, schlafe noch ein wenig, schlummre ein wenig, schlage die Hände ineinander ein wenig, daß du schläfst, so wird dich die Armut übereilen wie ein Räuber und der Mangel wie ein gewappneter Mann.“ (Spr 6,10-11)
Die Redewendung „Auf der faulen Haut liegen“ meint keinesfalls Menschen, die krank und körperlich oder geistig eingeschränkt sind. Es geht auch nicht um jene, die gern und bereitwillig eine Arbeit annehmen würden, aber keine bekommen. Es geht einzig und allein um Menschen, die mit Vorsatz untätig bleiben wollen. Gott will, daß wir die Gaben, die ER uns geschenkt hat, nicht nur für Freizeit und Hobby einsetzen, sondern vor allem zum täglichen Broterwerb.
„Auf der faulen Haut liegen“ gibt es auch im Geistlichen. Im Sinne der Bibel ist Untätigsein auch: nicht mehr zu beten, Gottes Wort nicht mehr zu lesen, den geschenkten Glauben an Christus schleifen zu lassen. Im Hebräerbrief (6,11-12) heißt es: „Wir begehren aber, daß jeder von euch denselben Eifer beweise, die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende, damit ihr nicht träge werdet, sondern die nachahmt, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen ererben.“ Sonst erkalten der Glaube und der Wachstum im Glauben und die Liebe zu Christus. Gott fordert Fleiß, Treue und verantwortliches Handeln. Wie sieht momentan dein Arbeits- und Glaubensleben aus?
