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Wie die Jungfrau zum Kind

Geschrieben von Thomas Schneider am 11. September 2026

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Wenn der Mensch unerwartet, ungewollt und ohne eigenes Zutun mit einem konkreten Sachverhalt konfrontiert wird, dann kommt es oftmals zur Redewendung: „Ich bin dazu gekommen, ‚wie die Jungfrau zum Kind‘“.

Die Kinderkrankenschwester Mica ist nicht nur im Mitarbeiterteam sehr beliebt, sondern auch bei den Eltern, die ihre Kinder vertrauensvoll in ihre Hände geben. Eines Tages kommt der Klinikchef zu ihr und bietet ihr an, ab dem neuen Jahr die Stationsleitung zu übernehmen. Zu ihren Mitschwestern sagt sie: „Ich weiß nicht, ob ich der Herausforderung gewachsen bin und wie mir geschieht. Ich bin dazu gekommen, ‚wie die Jungfrau zum Kind‘“. – Paul ist Werkzeugmacher von Beruf und schon ein Vierteljahr ohne Arbeit. Eines Tages klingelt es an der Tür, sein ehemaliger Chef steht davor und spricht zu ihm: „Du, Paul, in unserer Firma habe ich die Geschäftsleitung personell ausgewechselt, nun läuft der Laden wieder. Würdest Du wieder zurückkommen? Ich würde dir gern die Leitung des gesamten Werkzeugbaus übertragen.“ Darauf Paul: „Sehr gern, da komme ich ja dazu ‚wie die Jungfrau zum Kind!‘“

Doch die Redewendung „Wie die Jungfrau zum Kind“ greift in ihrer Bedeutung viel tiefer und führt auf direktem Wege zur Bibel, zur Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria (Mt 1,18-25; Lk 1,26-38). Ein Engel Gottes spricht zu ihr: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten.“ – Durch das Wirken des „Heiligen Geistes“ wird Maria schwanger. Sie selbst sagt völlig überrascht: „Wie soll das geschehen, da ich von keinem Manne weiß?“ Kein Mann, sondern Gott ist der Urheber für Marias Schwangerschaft. ER handelt souverän und vollkommen unabhängig von menschlichen Gedanken und Vorstellungen. Maria hat die „Frucht“ in ihrem Leibe (Lk 1,42) und damit das Heil Gottes empfangen und nicht „produziert“. Sie nimmt das Geschenk Gottes dankbar an mit den Worten: „Mir geschehe, wie du gesagt hast“ (Lk 1,38)

Nicht nur bei Maria, die als Jungfrau den Messias (Christus) zur Welt bringt, trifft der Bibelleser auf das unerwartete Handeln Gottes, sondern auch bei der Berufung des Schafhirten Mose am Dornbusch (2Mo 3,1-22). Nach seiner Flucht aus Ägypten soll Mose im Auftrag Gottes die Israeliten aus der Hand der Ägypter befreien. – David wird völlig überraschend, unvorbereitet und ohne eigenes Zutun von Gott als König erwählt (1Sam 16). – Die Begegnung des Pharisäers und Christenverfolgers Saulus mit Jesus nahe Damaskus (Apg 9) bringt in seinem Leben eine radikale 180-Grad-Wende, die er weder geplant, noch gewollt oder gar erhofft hatte. Paulus wird leidenschaftlicher Botschafter des Evangeliums von Christus, vom Jäger zum Gejagten. Sich gegen Gottes Willen zu wehren, lohnt nicht. Das zeigt die Bibel am Propheten Jona, der Gottes Strafgericht der Stadt Ninive verkündigen soll. Er wehrt sich gegen Gottes Auftrag, muß ihn am Ende aber doch ausführen.

So kommen immer wieder Menschen „wie die Jungfrau zum Kind“ und finden sich plötzlich im Plan Gottes wieder. Manche erkennen Gottes Handeln, andere wiederum nicht. Wie bei der Geburt Jesu zu sehen ist, kommt die Erlösung nicht durch menschliche Anstrengungen, sondern allein durch die Gnade Gottes. Sie zeigt deutlich, daß der Mensch das bekommt, was er selbst nicht erschaffen kann. Die Grundlage für das Erlangen dieser Gnade sind vollkommenes Vertrauen und vollkommener Gehorsam gegenüber Gott.

Ist dir bewußt, daß die Redewendung „wie die Jungfrau zum Kind“ keine alltägliche, abgedroschene Redewendung ist, sondern Ausdruck des Handelns Gottes in dieser Welt? Hast du völlige Klarheit darüber, daß du als Empfangender in Gottes Plan eingebunden bist? Aber nicht nur du, sondern jeder Mensch, ob er an den Heiland Jesus Christus glaubt oder nicht. Den einen führt der HERR (weil er Ja zu IHM gesagt hat) in die himmlische Herrlichkeit, den anderen führt der HERR ins Verderben (weil er sich gegen IHN entschieden hat). So prüfe dich nun selbst, ob du ein Kind Gottes bist durch die Wiedergeburt in Christus oder ob du ein Geschöpf Gottes bleibst, das wegen seiner Gottlosigkeit die Herrlichkeit Gottes niemals sehen wird.

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