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Der Fisch stinkt vom Kopf her

Geschrieben von Thomas Schneider am 25. September 2026

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Die Redewendung „Der Fisch stinkt vom Kopf her“ ist im Volksmund weit verbreitet. Vielleicht liegt das daran, daß so manche Führungskräfte in Politik, Wirtschaft, Kirchen, Organisationen und Verbänden selten etwas taugen bzw. deren Leistungsvermögen (falls vorhanden) schnell verbraucht ist.

Als Metapher dient der Fisch. Sein Gehirn verwest nach dem Tod sehr leicht und die zügig beginnende Fäulnis setzt unangenehme Gerüche frei. Im übertragenen Sinn sind mit dem Verwesungsprozeß – dem biologischen Abbau organischer Substanzen – Mißstände und grundlegende Probleme gemeint, die den jeweiligen Führungspersonen zugeschrieben werden. Mangelnde Bildung, Kompetenz und Empathie, aber auch eigene Überlastung und schlechtes Führungsverhalten sind oft Ursachen für die „Verwesung“ im jeweiligen Sektor, die sich meist im Verfall von ethisch-moralischen Werten zuerst offenbaren.

So hat sich die Führung der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) – insbesondere in den letzten Jahrzehnten – systematisch von ihrem Kernauftrag entfernt. Statt das Evangelium von Jesus Christus zu verkündigen und sich vom Geist Gottes treiben zu lassen, hält sie mit einem links-grünen Zeitgeist immer stärker Kurs auf ein Paradies auf Erden und riskiert damit ihren eigenen Untergang. Schafe ohne Hirten verwildern. Wenn die EKD-„Hirten“ ein „Bündnis zur Seenotrettung“ von Migranten im Mittelmeer initiieren und dafür sogar ein eigenes Rettungssschiff („Sea-Watch 4“) kaufen, dann werfen sie ihre kirchlichen Schlafschafe den Wölfen (dem Teufel mit seinen Dämonen) zum Fraß vor. Wenn Kirchenbänke und Altarplätze zum kulturellen und politischen Debattierclub verkommen, das geistliche und das weltliche Regiment vertauscht werden, haben EKD-Führungskräfte den Selbstsäkularisierungsprozeß eingeläutet: „Der Fisch stinkt vom Kopf her“. Der geistlichen Verführung ist Tür und Tor geöffnet. Jesus sagt im Lukasevangelium (17,1): „Es wird immer Verführungen geben, doch wehe dem, der daran schuld ist.“

Manchem Leiter scheint es nicht bewußt zu sein, daß er für alles Verantwortung trägt, was unter seiner (!) Führung geschieht. Beim Propheten Jesaja (9,15) heißt es: „Denn die Führer dieses Volkes werden zu Verführern und die von ihnen Geführten zu Verwirrten.“ Wenn „Köpfe“ falsch handeln, hat das meist katastrophale Folgen für ein ganzes Volk. Nicht umsonst legt die Bibel an Könige, Priester oder Älteste einen hohen Maßstab an: „So spricht der Herr, HERR: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?“ (Hes 34,2b) So verführte beispielsweise König Jerobeam I. (1Kön und 2.Kön) mit Götzendienst (Errichtung goldener Kälber in Bethal und Dan) ein ganzes Volk, das ihm gehorsam folgte (Schlafschafe). Im Neuen Testament ist von „blinden“ bzw. „verblendeten“ Führern die Rede (Mt 23,16), denen Jesus Heuchelei, falsche Lehre, Missbrauch von Autorität und Irreführung des Volkes vorwirft.

Sind die Leiter in einer christlichen Gemeinde lau im Dienst und zu allem kompromißbereit, resultiert daraus nicht nur eine schwache Gemeinde, sondern: Die Wahrheit der biblischen Botschaft wird weltlichen Gedanken geopfert. Aber auch in so manchen Familien paßt die Redewendung „Der Fisch stinkt vom Kopf her“, wenn Ehemänner und Familienväter ihrer biblisch fundierten Verantwortung als Oberhaupt der Hausgemeinschaft nicht gerecht werden (Eph 5,23). Ehe und Familie leiden darunter, wenn es an vorbildhafter geistlicher Führung mangelt; wenn nicht geliebt, sondern tyrannisiert wird; wenn vieles passiv oder gar gleichgültig gesehen wird.

Am Ende aber ist ein großes Achtungszeichen zu setzen: Nicht an allem sind die jeweiligen „Führungskräfte“ Schuld, wenn irgendetwas schiefgeht. Jeder trägt an seinem von Gott zugewiesenen Platz hohe Mitverantwortung und ist seinem Schöpfer rechenschaftspflichtig. Jeder Einzelne darf – ja muß! – sich fragen: Bei welchen Gelegenheiten war ich „stinkig“ und habe versucht, meine Schuld, mein Versagen dem „Kopf“ sprichwörtlich „in die Schuhe“ zu schieben?

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