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Auf taube Ohren stoßen

Geschrieben von Thomas Schneider am 5. September 2026

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Die Redewendung „auf taube Ohren stoßen“ ist vor allem dann zu hören, wenn der Mensch nicht zuhört, keine Reaktion zeigt oder eine Information oder Neuigkeit einfach nicht zur Kenntnis nimmt. Bitten, Ratschläge oder Warnungen werden (wie es eine andere Redensart auf den Punkt bringt) bewußt oder unbewußt „in den Wind geschlagen“. Es handelt sich um keine körperliche Begrenztheit, sondern um eine Geisteshaltung.

Seit Jahren warnen unabhängige, hochrangige Wissenschaftler vor einem politisch inszenierten Klima-Taumel, der die Bürger mit unsinnigen Steuern enorm belastet und Großkonzernen Milliarden-Gewinne einspielt. Doch leider stoßen diese Physiker und Klimatologen bei den Regierenden „auf taube Ohren“. – Die Ehefrau läßt ihrem Ehemann emotional stark erkennen, daß sie ihn sehr lieb hat, doch bei ihm stoßen alle Annäherungsversuche „auf taube Ohren“. – Der Nachbar dreht sonntags immer wieder sein Radio gefühlt bis zum Anschlag auf. Mehrmaliges Bitten, seine Tonbox leiser zu stellen, stößt bei ihm „auf taube Ohren“. Als die Polizei vor der Tür steht, ist ihm vielleicht der aufrüttelnde Spruch durch den Kopf gegangen: „Wer nicht hören will, muß fühlen.“

Schon im Alten Testament kann jeder nachlesen, wie Gott immer wieder „auf taube Ohren“ stößt. Während der Gefangenschaft Israels in Ägypten überbringen Mose und Aaron dem Pharao die Botschaft von Gott: „So spricht der HERR, der Gott Israels: Laß mein Volk ziehen, daß es mir ein Fest halte in der Wüste.“ (2Mo 5,2). Doch der Pharao tut so, als gehe ihm das alles nichts an. Erst als Gott die zehnte Plage entsendet, die Tötung aller Erstgeburt, ist es mit dem Taube-Ohren-Spiel vorbei. So muß der Pharao Gottes Zorn schmerzhaft fühlen.

Unermüdlich warnen Gottes Propheten Jesaja und Jeremia das Volk Israel vor dem Abdriften in den Götzendienst. Doch auch sie stoßen immer wieder beim Gottesvolk „auf taube Ohren“: „Hört zu, ihr tolles Volk, das keinen Verstand hat, die da Augen haben und sehen nicht, Ohren haben und hören nicht!“ (Jer 5,21) Nach der Bibel bedeutet das „Hören“ ebenfalls nicht nur eine akustische Wahrnehmung, sondern Gehorsam und Annahme des Willens Gottes. Im Buch Nehemia heißt es: „Sie aber, unsere Väter nämlich, handelten vermessen, und sie verhärteten ihren Nacken und hörten nicht auf deine Gebote.“ (Neh 9,16)

Nach der 1912-er Bibelübersetzung von Martin Luther sagt Jesus im Zusammenhang mit neun Begebenheiten: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ Jesus muß das den Menschen – bis heute! – immer wieder einschärfen, weil sie meinen, ihre eigenen Wege seien richtig und gut. Es geht also nicht um das Unvermögen der Menschen, sondern um die Durchsetzung ihres Eigenwillens. „Taube Ohren“ sind oft das Resultat eines verhärteten Herzens. So haben Juden ein geistlich hartes Herz, wenn sie Jesus Christus als Messias ablehnen, obwohl sie von ihm aus der Tora und aus den Prophetenbüchern hören.

Wie ist das heute bei Christen mit den „tauben Ohren“? Ihnen wird Gottes Wort verkündigt, aber viele nehmen es nicht an. Das irrtumslose, heilschaffende und wahre Wort der Bibel trifft auf Widerstand, daß man doch nicht alles (wie es in einer anderen Redewendung heißt) „für bare Münze“ nehmen könne. Obwohl der Christ äußerlich gut hört, verschließt er oft sein Herz, weil ihm Gott ins Gewissen redet und Sünde anspricht. Wie hörst du Gottes Wort? Nur mit deinen Ohren oder auch mit deinem Herzen?

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