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Auf den Putz hauen

Geschrieben von Thomas Schneider am 27. September 2026

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Die Deutung zur Herkunft der Redewendung „auf den Putz hauen“ ist umstritten. Einige Sprachforscher verweisen auf das wutentbrannte Schlagen eines zorngeladenen Menschen gegen den „Putz“ einer Wand, der bei harten Schlägen abbröckelt. Andere wiederum sehen einen besonderen Bezug zu einer Zeit im 17./18. Jahrhundert, in der mit „Putz“ auch feine, teure Kleidung bezeichnet und daraus das Tuwort „herausputzen“ abgeleitet wurde.

Im Alltäglichen wird „auf den Putz hauen“ auch mit der Redewendung „die Sau rauslassen“ verknüpft. Damit wird ein maßloses, ausschweifendes Feiern und Prassen angesprochen. Der Mensch meint, mit seinem Wohlstand (der auch lügenhaft vorgetäuscht sein kann!) Eindruck schinden zu können. Aber auch dann, wenn Menschen energisch protestieren und ihre Meinung sagen, wird vom „Auf-den-Putz-hauen“ gesprochen.

Die Bibel kennt diese Redewendung nicht, warnt aber vor einem Lebenswandel voller Selbstinszenierung, Prahlerei und Übermut. Der Mensch soll sich nicht selbst erhöhen, sondern dem Höchsten, dem lebendigen Gott, Ehre erweisen. „Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!“ (Jer 9,23; 1Kor 1,31). Gott sind Maßlosigkeit und Ausschweifungen ein Gräuel: „Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern laßt euch vom Geist Gottes erfüllen.“ (Eph 5,18) „Laßt uns ehrbar leben wie am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Hader und Neid; sondern zieht an den Herrn Jesus Christus und sorgt für den Leib nicht so, daß ihr den Begierden verfallt.“ Der Mensch soll also weder „auf den Putz hauen“ noch „die Sau rauslassen“.

Mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn in Lukas 15 zeigt Jesus beispielhaft: Wer maßlos lebt, brennt innerlich aus. Exzesse hinterlassen eine seelische Wüste, maßloses Begehren ist Götzendienst. Doch die Bibel verwirft Freude und Feiern nicht! Jesus selbst hat sich zur Hochzeit in Kana einladen lassen. Dort war ER nicht nur Gast, sondern hat sein erstes Wunder vollbracht (Joh 2,1-12). Jesus nahm regelmäßig Einladungen zu großen Essen und Festen an. Nach seiner Berufung richtete der Zöllner Levi (Matthäus) ein großes Festmahl für Jesus aus (Mt 9,10; Mk 2,15; Lk 5,29). Selbst Einladungen von Pharisäern schlug Jesus nicht aus (Luk 7,36; 11,37; 14,1). ER kannte wohl die Grenzen bei Freudenfesten und wußte, was Seinem himmlischen Vater gefiel und was nicht.

Ein Mensch der egozentrisch „auf den Putz hauen“ muß, um in seinem Leben Anerkennung zu finden, ist in seinem Herzen verarmt und ohne echte Freude. Die Freude, die Gott meint, führt zur Dankbarkeit, zu maßvollem Leben, zu einer engen Verbindung zu Jesus Christus, die den Blick auf`s Kreuz richtet. Prüfe also immer, wer dich zum Feiern einlädt und mit welcher Motivation. Schon mancher fiel in schwere Sünde, weil er sich Saufgelagen und sexuellen Begierden hingegeben hat. Deshalb warnt der Apostel Paulus im Auftrag des HERRN in 1. Korinther 6,18 vor Unzucht mit den drastischen Worten: „Flieht die Hurerei!“ Sie ist eines der großen Einfallstore Satans.

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