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Stur wie ein Esel

Geschrieben von Thomas Schneider am 2. August 2026

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Die Redewendung „stur wie ein Esel“ kommt nicht direkt in der Bibel vor. Sie fundiert auf Beobachtungen zum Verhalten eines Esels. Doch stur ist der Esel meist nicht, wenn er stehenbleibt und keinen Schritt mehr vorwärts geht. Im Gegenteil: Sein Verhalten zeigt ein hohes Maß an Sensibilität, meist bei Unsicherheit oder wenn Gefahr droht.

Die Bibel zeigt den Esel vordergründig als nützliches Lasttier: „Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte.“ (1Mo 22,3) Auch in Verbindung mit der Königsherrschaft Jesu erfährt der Esel seine biblische Bestimmung: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“ (Sach 9,9b) Welch ein großes Zeichen vollkommener Demut für das anbrechende Friedensreich Gottes (Joh 14,27)!

Die wohl bekannteste biblische Geschichte mit einem Esel handelt von dem Medianiter Bileam (4Mo 22,1ff.). Er wird vom Moabiter-König Balak damit beauftragt, Israel zu verfluchen. Doch Gott zwingt Bileam, Sein auserwähltes Volk zu segnen, anstatt es zu verfluchen. Ein Engel Gottes stellt sich Bileam in den Weg. Aber nicht Bileam, sondern nur der Esel sieht den Boten Gottes, bleibt stehen und weicht aus. Für seine vermeintliche Sturheit wird der Esel von dem irregeleiteten Bileam geschlagen. Daraufhin fängt der Esel an zu sprechen und maßregelt Bileam. Ein mächtiges Zeichen, das Bileams Feindschaft gegen den allmächtigen Gott erkennen läßt. Bileams Esel ist nicht stur, sondern gehorsam gegenüber Gott und geistlich „sehender“ als der Mensch.

Nicht der Esel ist stur, sondern der Mensch, weil er nicht auf Gottes Wort hört, seine eigenen Wege geht und Gottes Warnungen vor dem Bösen in den Wind schlägt. Der Mensch macht Pläne ohne Gott und ist davon überzeugt, daß sie richtig sind. Die Sturheit ist ein Herzensproblem beim Menschen, der meint, mit einem „koste es was es wolle“ seinen Willen durchboxen zu müssen.

Bist du nicht auch manchmal blind wie dieser Bileam und erkennst erst sehr spät deinen Ungehorsam gegenüber Gott? Der sich in dir aufbäumende Widerstand ist oft unerklärlich. Ungeduld macht sich breit und bahnt sich den Weg bis dahin, daß du (bildlich gesprochen) wild um dich schlägst. Denke immer daran, daß plötzlich Gott eingreifen kann – wie der Engel vor dem Esel. Dann frage ganz einfach: „HERR, bist du es, der mich ausbremst und sich mir in den Weg stellt?“ Auch für sündhafte Sturheit hat sich Jesus ans Kreuz schlagen lassen. So groß ist Seine Liebe!

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