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„Hoffnungskulturfest“: Kirche, Krumbiegel & Co

Geschrieben von Thomas Schneider am 28. August 2026

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Die Evangelische Landeskirche Anhalts lädt für den 30. August 2026 – also nur wenige Tage vor der Landtagswahl im Bundesland Sachsen-Anhalt – zu einem „Hoffnungskulturfest“ nach Dessau-Roßlau ein.

Die kleinste Kirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) will es sich dort auf dem Marktplatz „mit kostenlosem Essen, Music-Acts und spannenden Gästen aus ganz Deutschland“ etwas kosten lassen. Vielleicht in der stillen Hoffnung, daß sich nicht allzu viele auf den Weg machen? Denn die Mitgliederzahlen der Kirchen schrumpfen stetig weiter und die Kirchenkassen klingeln nur deshalb (noch), weil sie nicht zuletzt auch vom Staat gefüllt werden.

Der Kirchenpräsident der anhaltischen Kirche, Karsten Wolkenhauer, sagte gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Ganz besonders in dieser unruhigen Zeit, in der wir als Kirche gesucht und geschätzt, angefragt und angefeindet werden, wollen wir uns und allen anderen sagen und zeigen: Kirche ist einladend, fröhlich, wertschätzend, bunt!“

Mit diesen Worten hat Wolkenhauer sprichwörtlich die Katze aus dem Sack gelassen. Der Kirche geht es nicht um die Verbreitung des Evangeliums von Jesus Christus – was ihr biblischer Auftrag wäre –, sondern um Fleischliches, um Weltliches. Der geplante ökumenische Gottesdienst mit Agapemahl spricht für sich.

Wiedergeborene Christen werden sich nicht einladen lassen, dafür aber kirchliche Karteileichen, LGBTQXY-Vertreter und -sympathisanten sowie viele AfD-Hasser. Im bischöflichen Statement fehlt noch der Kampf für „unsere Demokratie“. Dieses Versäumnis werden die eingeladenen Redner und Sänger sicher ausbügeln.

Sebastian Krumbiegel von der Gruppe „Die Prinzen“ wird die Stimmung unter den Besuchern anheizen, am 6. September keinesfalls AfD zu wählen. Einen Tag vor der Landtagswahl in Thüringen demonstrierte Krumbiegel in Erfurt und bezeichnete die AfD im WELT-Interview als „keine Alternative, sondern eine Schande“. Nach den Wahlen forderte er im NDR-Kultur-Gespräch aktiven Widerstand der Kulturszene.

Die Kirche Anhalts holt sich einen Sänger ins Boot, der sich beim Rudern gegen eine demokratisch gewählte Partei kräftig ins Zeug legt, die nach Umfragen nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern inzwischen bundesweit führend ist. Mit auf der Bühne stehen die Küchentheologin und LGBTQ+-Aktivistin Annie Heger sowie Simon Becker, der sich für eine bessere Migration engagiert.

Zu den eingeladenen Rednern gehört auch Justus Geilhufe, Pfarrer in Großschirma (Sachsen). In einem Interview mit der Zeitung Die Tagespost betonte Geilhufe im Sommer 2026, daß die AfD im Osten bereits regiere und eine gesellschaftliche Führungsrolle anstrebe. Die verbliebenen Kirchengemeinden seien, so Geilhufe, vielerorts der einzige verbliebene Gegenpart. Die Position eines solchen Pfarrers erfreut natürlich die Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich, die gemeinsam mit Geilhufe und anderen zum Thema „Hoffnung Kirche“ sprechen wird.

In die gleiche Kerbe anläßlich dieses politischen Kirchentages schlagen dann auch die Bischöfe Tobias Bilz (evangelisch, Kirche Sachsen) und Gerhard Feige (katholisch, Bistum Magdeburg). Bilz hält die Werte der AfD mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar. Feige warnt vor einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt, die „verheerende Auswirkungen“ auf dieses Bundesland hätte. Seiner Ansicht nach bediene sich die AfD „messianischer Heilsversprechen“.

Zum Abschluß des politischen Aktionstages der anhaltischen Kirche – getarnt als „Hoffnungskulturfest“ – soll die EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs den „Abendsegen“ sprechen. Wer die Bibel kennt, weiß wohl, daß es sich nach einem solchen Tag keinesfalls um den Segen Gottes handeln kann.

Würde der Kirchenpräsident Wolkenhauer seinem Namen gerecht, müßte er alle hassvollen Wolken weghauen, damit auf dem Marktplatz in Dessau-Roßlau die Sonne der Gerechtigkeit, das Licht Jesu Christi durchdringen kann – damit Menschen Buße tun, von ihren bösen Wegen umkehren und auch den Wählern und Mitgliedern der AfD in der Liebe Gottes begegnen.

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