
von Thomas Schneider
Im 14. und 15. Jahrhundert sollen Adlige „Schnabelschuhe“ getragen haben, um vor aller Augen zu zeigen, daß sie „auf großem Fuß leben“. Die jeweilige Länge der nach vorn zulaufenden Spitze dieser Schuhe soll Markenzeichen für Rang und Namen einer Person aus der exklusiven Oberschicht gewesen sein.
Aus dem 17. Jahrhundert stammt die heute weit verbreitete Deutung der Redewendung „Auf großem Fuß leben“, wenn der Mensch „in Saus und Braus“ , luxuriös und weit über sein Vermögen und seine Verhältnisse hinaus lebt.
Wer „auf großem Fuß lebt“, läuft Gefahr, sich selbst zu erhöhen, den Wert des Menschen über Besitz zu definieren und sich von Gott unabhängig zu fühlen. Hier greift Gottes Wort aus Sprüche 16,18: „Hochmut kommt vor dem Fall.“ Der „große Fuß“ steht für Verschwendung und widerspricht der biblischen Haltung: Dankbarkeit und Treue gegenüber Gott und gesunde Haushalterschaft.
Im 1. Timotheusbrief 6,10 schreibt der Apostel Paulus: „Denn die Liebe zum Geld ist eine Wurzel für alles Böse. Manche sind ihr so verfallen, daß sie vom Glauben abgeirrt sind und sich selbst die schlimmsten Qualen bereitet haben.“ Und im Markusevangelium (10,23) sagt Jesus: „Wie schwer ist es doch für die Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes hineinzukommen!“
Gottes Wort verurteilt Reichtum nicht. Abraham und Hiob waren wohlhabende, aber zugleich gottesfürchtige Menschen. Wird für einen Menschen irdischer Luxus zum Maßstab aller Dinge und erstrebenswerter als geistlicher Reichtum (Leben in Christus), dann läuft gewaltig etwas schief. Der Gegenpol zu „Auf großem Fuß leben“ ist Dankbarkeit gegenüber dem Geber aller guten Gaben, die schließlich in täglicher Genügsamkeit mündet.
Lebt ein Mensch „auf großem Fuß“, bedarf es der Prüfung, wie er zu solchem Reichtum gekommen ist, wofür er ihn verwendet und worauf sein Herz vertraut. Stolz, Egoismus, Prasserei und falsche Sicherheit im Materiellen führen weg von Gott. „Auf großem Fuß leben“ steht in der Zerreißprobe zwischen äußerem Wohlstand und innerer Haltung.
Solltest du einmal in Reichtum geführt werden, dann erinnere dich an das, was Gott in Seinem heiligen Wort dazu sagt. Dein wahrer Wert wird weder nach deinem Bankkonto, noch nach deiner Immobilie oder deinem fahrbaren Untersatz gemessen, sondern nach deiner Herzenseinstellung. Alles was du besitzt, sind Leihgaben aus der Hand Gottes. „Der Segen des HERRN allein macht reich, und nichts tut eigene Mühe hinzu.“ (Sprüche 10,22) Verwalte Gottes Gaben in Ehrlichkeit und Gottesfurcht, dann wird das Statussymbol in deinem Leben nicht der „große Fuß“ sein, sondern das Kreuz Jesu Christi zur Rettung von Schuld und Sünde.
