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Auf dem Teppich bleiben

Geschrieben von Thomas Schneider am 12. August 2026

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Die Redensart „Auf dem Teppich bleiben“ ist zugleich eine Aufforderung an jene Menschen, die den Bezug zur Realität verloren haben. Bodenständigkeit, Bescheidenheit und Demut sind für alle Erdenbürger Fremdworte, die in ihrem Reden und Handeln arrogant zu sinnlosen Übertreibungen neigen und in Sphären abheben, die mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun haben.

Der „Teppich“ steht bild- und symbolträchtig für einen sicheren Stand auf festem Boden. Ein Mensch, der die Bodenhaftung verliert, kommt einem träumenden Aladdin auf dem „fliegenden Teppich“ gleich. Bleibt aber der Mensch „auf dem Teppich“, behält er die Kontrolle über sich und über die Dinge und Geschehnisse, wie sie wirklich sind.

Menschen, die in Wirtschaft, Politik, Kirche und in gesellschaftlichen Organisationen der Karriereleiter emporsteigen, stehen in besonders großer Gefahr, nicht mehr „auf dem Teppich“ zu bleiben. Je höher sie steigen, desto mehr schwelgen sie in ihrer abgehobenen Wohlfühlblase, treten nach unten, um ihren (oft ergaunerten) luxuriösen Platz zu sichern, und agieren unter ihresgleichen abseits jeder Lebenswirklichkeit.

Aus Sicht der Bibel bedeutet „Auf dem Teppich bleiben“ Demut vor dem allmächtigen und souverän handelnden Gott, Nüchternheit im Denken, Reden und Tun und die Erkenntnis der eigenen menschlichen Schwächen und Grenzen. Gottes Wort warnt eindrücklich davor „abzuheben“, sich selbst zu überschätzen, sich über andere zu erheben. Im Jakobusbrief (4,6) heißt es: „Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“ Wer also „auf dem Teppich bleibt“, unterstellt sich in seinem Verhalten und in seiner Lebensführung dem gerechten Gott der Bibel.

Der Apostel Paulus schreibt im Auftrag Gottes an die Gemeinde in Rom: „Niemand denke von sich höher, als sich’s gebührt zu denken, sondern denke maßvoll.“ (Röm 12,3) Wer das Handeln mancher Politiker, Kirchenfunktionäre, Wirtschafts-, Banken- oder Gewerkschaftsbosse und -manager anschaut, kommt leicht zu dem erschreckenden Befund, daß sie jedes Maß verloren haben. Egoismus, falscher Stolz und Selbstüberhebung haben sich in den Hirnen und Herzen solcher Menschen eingenistet.

Was geschieht, wenn Menschen nicht „auf dem Teppich bleiben“, zeigt sehr anschaulich der Turmbau zu Babel im 1. Buch Mose, Kapitel 11. Statt sich – wie von Gott befohlen – über die Erde auszubreiten, wurden die Menschen stolz und wollten sich selbst (mit einem Turm, der bis in den Himmel reicht) ein Denkmal setzen. Gott sah die Selbstüberhebung und den Ungehorsam seiner Geschöpfe und verwirrte ihre Sprache. Und weil sie sich einander nicht mehr verstehen konnten, scheiterte das gottlose Projekt.

Wer meint, er könne losgelöst von Gott auf der Erfolgsleiter aufsteigen, der ist und bleibt ein Träumer und wird am Ende der Zeiten vom König aller Könige eines Besseren belehrt werden. Wer an einem irdischen Babel baut, das letztlich symbolhaft für das weltweite, gottlose System der Endzeit steht (Offb 17 und 18), betreibt Götzendienst. Im Lukasevangelium (14,11) heißt es: „Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.“ Auch die Sprüche der Bibel mahnen jene Menschen, die jeden Bezug zur Realität verloren haben (Spr 16,18; 18,12; 29,23).

Was bedeutet „Auf dem Teppich bleiben“ für dich? Die Bibel hilft dir bei der Beantwortung dieser Frage. Lebe nicht in Fantasien oder Größenwahn, lasse dich nicht von Emotionen oder falschem Stolz treiben, bleibe geistlich wach und klar durch den Heiligen Geist. Schaue auf Jesus Christus, sei demütig, dem himmlischen Vater gehorsam und bereit zum Dienst im Reich Gottes. Lebe in Demut vor Gott, denke realistisch und verliere nie den Blick dafür, daß alles, was du bist und hast, von Gott kommt. ER meint es immer gut mit dir, selbst wenn ER so manchen deiner Pläne scheitern lässt!

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