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Sind Freikirchen wirklich frei?

Geschrieben von Thomas Schneider am 22. Juli 2026

Ernst-Martin Borst, Gründer AG WELT, Foto: AG WELT

von Ernst Martin Borst

Neben den beiden großen Staatskirchen [römisch-katholische Kirche (RKK) und Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)] gibt es in Deutschland sog. „Freikirchen“ (zumeist unter dem Dach eines Bundes oder Verbandes):

  • Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden/Baptisten
  • Bund Freier evangelischer Gemeinden
  • Evangelisch-methodistische Kirche
  • Kirche des Nazareners Deutscher Bezirk e.V.
  • Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinde
  • Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten
  • Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden

Es stellt sich die Frage: Wie wird der Begriff „Freikirche“ definiert?

Auf der Plattform WIKIPEDIA heißt es: „Der Begriff Freikirche bezeichnete ursprünglich eine evangelische Kirche, die – im Gegensatz zu einer Staatskirche – vom Staat unabhängig war. Infolge der mittlerweile in Europa überwiegend vollzogenen Trennung von Religion und Staat lässt sich die Wortbedeutung nicht mehr eindeutig fassen. Der Begriff Freikirche wird heute dazu verwendet, eine bestimmte Kirche gegenüber Volkskirchen abzugrenzen. Dabei wird das Attribut „frei“ unterschiedlich verstanden, etwa im Sinne von freiwilliger Zugehörigkeit, organisatorischer Unabhängigkeit, auch im Hinblick auf eine vom Staat erhobene Kirchensteuer, oder als Hinweis auf eine bestimmte theologische Einstellung.“

Auf der Internetseite planet wissen vom Westdeutschen Rundfunk Köln ist zu lesen: „Die meisten Freikirchen in Deutschland setzen bewusst auf eine Trennung von Staat und Kirche. Im Gegensatz zur katholischen Kirche oder zu den evangelischen Kirchen erheben die Freikirchen auch keine Kirchensteuer. Sie müssen sich selbst finanzieren – vor allem durch Spenden ihrer Mitglieder.“

Die Freie Christliche Gemeinde Aalen schreibt von sich: „Wir verstehen uns als Freikirche, auf der einen Seite, im ursprünglichen Sinne: Die erste Gemeinde, die an Pfingsten in Jerusalem entstand, war eine Freikirche. Die Staatskirche entstand erst im vierten Jahrhundert nach Christus. Außerdem entstanden auf Grundlage der Reformation wieder neue Freikirchen, die dem Aufruf folgten „Zurück zur Schrift“ und darunter auch verstanden im Gemeindeverständnis zur Bibel zurück zu kehren. Das Verständnis, in welchen Bereichen sich eine Freikirche als frei bezeichnet, variiert von Gemeinde zu Gemeinde. Wir würden gerne folgende Punkte herausstellen: Frei in der Verwaltung, frei von Gesetzlichkeit, frei im Glauben, frei von Todesangst, frei von der Sklaverei der Sünde, Abgrenzung von Sekten.“

Wie Menschen den Begriff „Freikirche“ definieren, ist letztlich völlig uninteressant. Viel wichtiger sind die Fragen: Was sagt die Bibel zu dieser Thematik? Oder anders gefragt: Wie soll nach dem WORT GOTTES eine Gemeinde aussehen?

Die Gemeinde ist ein Bauwerk GOTTES

Schon bei der Stiftshütte im Alten Testament sehen wir klar und deutlich:

  • GOTT war der Auftraggeber.
  • GOTT war der Architekt.
  • GOTT gab alle notwendigen Informationen und Anweisungen.
  • GOTT füllte die Hütte mit seiner Gegenwart.

Die Stiftshütte war von GOTT und sie war für GOTT. Die Israeliten waren nur die Ausführenden, die die Anweisungen GOTTES befolgten. Eigene Ideen und Wünsche der Israeliten spielten dabei keine Rolle. Bis ins kleinste Detail wurde alles von GOTT festgelegt. Auf vielen Seiten der Bibel sind die Anleitungen zu lesen (2.Mose 25-31 und 35-40). Gleiches finden wir auch bei dem Bau der Arche und des Tempels. Bei jedem Vorhaben war es immer GOTT, der den Auftrag und alle notwendigen Informationen gab. Dieses Prinzip hat bis heute Bestand und gilt insbesondere für die Gemeinde. Gemeinde geht immer von dem dreieinigen GOTT aus. GOTTES WORT gibt sich sehr viel Mühe, um uns klar zu machen, was Gemeinde bedeutet. So finden wir einen sehr guten Hinweis in 1.Korinther 3,6-17:

„Ich habe gepflanzt, Apollos hat gegossen; aber Gott hat es wachsen lassen. So ist weder der, der pflanzt, von Bedeutung, noch der, der es begießt, sondern Gott, der das Wachstum gibt. Der, der pflanzt, und der, der es begießt, arbeiten zwar beide an demselben Werk, aber jeder wird seinen besonderen Lohn erhalten, wie es seinem persönlichen Einsatz entspricht. Wir sind also Gottes Mitarbeiter – ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. Nach der mir verliehenen Gnade Gottes habe ich als weiser Baumeister das Fundament gelegt. Ein anderer baut auf dieser Grundlage weiter. Aber jeder soll darauf achten, wie er weiterbaut. Das Fundament ist schon gelegt, es ist Jesus Christus. Niemand kann ein anderes legen. Ob aber jemand auf dieses Fundament Gold, Silber oder wertvolle Steine verbaut oder nur Holz, Heu und Stroh, das wird der Tag des Gerichts durch Feuer offenbar machen. Das Werk jedes Einzelnen wird im Feuer auf seinen Bestand geprüft. Hält das, was er auf das Fundament gebaut hat stand, wird er belohnt. Wenn es verbrennt, wird er den Schaden zu tragen haben. Er selbst wird zwar gerettet werden, aber so wie jemand, den man aus dem Feuer reißt. Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Gott wird jeden verderben, der den Tempel Gottes verdirbt, denn Gottes Tempel ist heilig – und der seid ihr!“

Hier vergleicht also das Bibelwort die Gemeinde mit dem Tempel und damit auch mit der Stiftshütte. Auch vergleicht der Text die Gemeinde mit der Natur und den Pflanzen. Alles hängt von GOTT ab! Der Mensch ist nur Mitarbeiter und nicht der Chef. Der Chef gibt den Auftrag, den Plan, die Vorgaben und trägt für alles die Verantwortung. Ein Förster kann sich noch so gut um eine neue Baumanpflanzung kümmern, er kann sein Bestes geben und alles versuchen, doch alles hängt davon ab, ob GOTT diese Pflanzung gutheißt und ER seinen Segen dazu gibt. Die Gemeinde ist aber nicht nur der Tempel GOTTES, sondern auch der Leib des HERRN. In Kolosser 1,16-20 heißt es:

„Denn durch ihn ist alles, was es im Himmel und auf der Erde gibt, erschaffen worden: das Sichtbare und das Unsichtbare; Thronende und Herrschende; Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und für ihn geschaffen. Er steht über allem und alles besteht durch ihn. Er ist auch das Haupt der Gemeinde, und die Gemeinde ist sein Leib. Er ist der Anfang, und er ist als Erster von den Toten zu einem unvergänglichen Leben auferstanden. In jeder Hinsicht sollte er der Erste sein. Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen und durch ihn alles mit sich versöhnen.“

Bei dieser Thematik sind natürlich auch viele weitere Verse im WORT GOTTES wichtig:

„Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen. Dünke dich nicht, weise zu sein, sondern fürchte den HERRN und weiche vom Bösen.“ Sprüche 3,5-7

„Meine Gedanken sind nicht wie eure Gedanken, / und eure Wege nicht wie meine Wege!“, spricht GOTT der HERR.“ Jesaja 55,8

„Dein Wort ist eine Leuchte vor meinem Fuß / und ein Licht auf meinem Weg.“ Psalm 119,105

„Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich hier und da ausgehauenen Brunnen, die doch löcherig sind und kein Wasser geben.“ Jeremia 2,13

Das Fazit dieser Bibelstellen: Frei im biblischen Sinne ist eine Gemeinde oder eine Freikirche, wenn sie sich von allen weltlichen Strömungen und Einflüssen absondert und sich einzig und alleine nach dem WORT GOTTES ausrichtet.

Erfüllen die Freikirchen diese biblischen Grundsätze? Die Praxis der oben genannten Freikirchen zeigt leider ein anderes Gesicht. Statt „frei“ zu sein, haben sie sich anderen Quellen verpflichtet:

Mainstream: Bei Themen wie Homoehe, Sexualität, Impfpflicht, Klimaänderung usw. folgen Freikirchen mehr oder weniger dem „politisch korrekten“ Weg (politically correct).

Interreligiosität: Da die Freikirchen die lebendige Quelle verlassen haben, suchen sie nun (vergeblich) Wasser in ökumenischen Kirchen und sogar in anderen Religionen. Sie bilden immer weitere kleine und größere Netzwerke und verlieren schon selbst den Überblick. So hat beispielsweise der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden/Baptisten oder die einzelnen Ortsgemeinden oder deren Verantwortliche) Verbindungen oder Mitgliedschaften zu folgenden Netzwerken, wobei hier nur einige wenige beispielhaft genannt werden:

  • Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK)
  • Evangelische Allianz in Deutschland (EAD) 
  • Christlicher Convent Deutschland (CCD)
  • Christinnenrat (CR)
  • Fernsehsender Bibel TV
  • Vereinigung Evangelischer Freikirchen
  • Der Sinnsender / Evangeliums-Rundfunk ERF Medien e.V.
  • Gemeinsam für Hamburg
  • Radio Paradiso
  • radio m
  • Freikirchen Bank eG
  • Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK)
  • Interreligiöses Kuratorium des Projektes „Weißt du, wer ich bin?“
  • Zwischenraum e.V. („Wir sind überzeugt, dass die Liebe Gottes allen Menschen gilt und dass sich christlicher Glaube und gelebte Homo-, Bisexualität und Transgeschlechtlichkeit nicht ausschließen. Diesen Glauben möchten wir in christlichen Gemeinden und Kirchen leben.“)

Die Baptisten weisen zum Teil ganz ausdrücklich auf ihrer Homepage auf ihre Netzwerkpartner hin, hier ein Beispiel: „Katholische Kirche: Vertrauensvolle Zusammenarbeit. Der BEFG unterhält Kontakte zur Römisch-katholischen Kirche in Deutschland sowohl auf Bundesebene als auch auf Orts- und Landesverbandsebene – hauptsächlich über die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Dabei ist in unterschiedlichen Arbeitsbereichen, wie z.B. im Deutschen Ökumenischen Studienausschuss (DÖSTA), eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit entstanden. Die Katholische Kirche und der BEFG sind beide Gründungsmitglieder der 1948 in Leben gerufenen ACK. Die Theologische Hochschule Elstal unterhält gute Kontakte zum katholischen Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn. Auf europäischer Ebene haben evangelische und katholische Kirchen einschließlich des BEFG auf dem ersten Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin die Charta Oecumenica unterzeichnet. Der Baptistische Weltbund hat bisher zwei theologische Dialoge mit der Römisch-katholischen Kirche geführt. Die von 1984 bis 1988 geführten Gespräche führten zu dem Bericht „Summons to Witness to Christ in Today’s World“ (1990), der Dialog von 2006 bis 2010 mündete in den Bericht „The Word of God in the Life of the Church“ (2013).“

Bei jeder Mitgliedschaft müssen Verträge, Satzungen und Richtlinien abgeschlossen und anerkannt werden. Die Freikirchen binden sich also jeweils vertraglich an die Ausrichtung und Zielsetzung der entsprechenden Verbindung. Die Ausrichtung und Zielrichtung ist fast durchweg immer ökumenisch und interreligiös.

Verlust der Bibeltreue: Es versteht sich von selbst: Wer ökumenisch und interreligiös denkt und arbeitet, kann nicht mehr bibeltreu bleiben. Biblische Wahrheiten geraten immer mehr in den Hintergrund. JESUS CHRISTUS ist dann plötzlich nicht mehr der alleinige Weg, sondern andere Dinge und Praktiken werden wichtig und notwendig. Hauptsache man glaubt. So wird das lebendige Wasser in allen Religionen, in der Esoterik, in den katholischen Traditionen, im Yoga, in den Pseudocharismatischen Extremen gesucht, aber nicht gefunden.

Sind die Freikirchen wirklich frei?

Nein! Sie haben ihre Freiheit verwirkt. Freiheit besteht ausschließlich in JESUS CHRISTUS. Die Freikirchen haben sich an unzählige Pflöcke gekettet. Sie haben die Warnung der BIBEL nicht beachtet: „So bestehet nun in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasset euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen.“ Galater 5,1 Nun sind sie gefangen an den Pflöcken des Mainstreams, der Ökumene und der Irrlehren. Sie sehen mit blinden Augen, wie sog. Pastorinnen predigen, wie Homosexualität in ihren Gemeinden um sich greift, wie ihre Kirchen immer mehr zu Spaß-Kirchen werden. Sie bemerken nicht, dass JESUS CHRISTUS mehr und mehr unbekannt wird. – Wo sind die Bußprediger, die Klartext predigen?

„Von der Zeit an fing Jesus an, zu predigen und zu sagen: Tut Buße, das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.“ Matthäus 4,17

„Gedenke, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke. Wo aber nicht, werde ich dir bald kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte, wo du nicht Buße tust.“ Offenbarung 2,5

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