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Schiffbruch erleiden

Geschrieben von Thomas Schneider am 29. Juli 2026

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Die Redewendung „Schiffbruch erleiden“ hat ihren Ursprung in der Seefahrt und beschreibt das Unglück, bei dem ein Schiff in Seenot gerät und nach schwerer Beschädigung schließlich untergeht.

So erlitt beispielsweise das Passagierschiff Titanic am 15. April 1912 nach der Kollision mit einem Eisberg einen der tragischsten Schiffbrüche der Menschheitsgeschichte. Diese Katastrophe kostete etwa 1.500 Menschen das Leben und zeigt: Erfahrene Seeleute verlieren die Kontrolle über das Schiff, der Mensch ist nicht Herr über sein Leben.

Im Volksmund wird „Schiffbruch erleiden“ sprichwörtlich für Scheitern verwendet. Das dramatische Bild für das Sinken eines Schiffes wird auf die Lebenswirklichkeit übertragen, wenn der Mensch aufgrund stürmischer Einflüsse die Kontrolle über das von ihm angesteuerte Ziel nicht erreicht. Solcher Mißerfolg kann den Verlust der materiellen Lebensgrundlage bis hin zum Verlust des Lebens bedeuten.

„Schiffbruch erleiden“ kann der Mensch überall: ein ehrgeizig angestrebtes Projekt scheitert, eine Ehe geht in die Brüche, eine Unternehmensgründung führt in den Bankrott, Privatinsolvenz infolge Verschuldung. Zu solchen und anderen menschlichen Schiffbrüchen sind auch diese Redensarten zu hören: „Er hat mit seiner Idee eine Bruchlandung hingelegt.“ Oder: „Das Vorhaben ist krachend gescheitert.“

In der Bibel ist „Schiffbruch erleiden“ nicht nur eine Redewendung, sondern bedeutet einerseits ein reales Ereignis und andererseits ein Geschehen mit tiefgreifender geistlicher Bedeutung. Der Apostel Paulus ist Gefangener auf einem Schiff, das ihn nach Rom bringen soll. Unterwegs bricht ein heftiger Sturm los, die Seeleute verlieren jede Hoffnung, das Schiff zerschellt – aber die gesamte Schiffsbesatzung wird gerettet. (Apg 27-28) – Im 1. Brief an seinen Glaubensbruder Timotheus verwendet Paulus das Bild einer Schiffskatastrophe für den Glaubenskampf eines Menschen. Einige Glaubensbrüder hatten den wahren Glauben an Christus und ihr gutes Gewissen „von sich gestoßen“. Deshalb schreibt der Apostel mahnend, daß sie „dadurch im Glauben Schiffbruch erlitten haben“ (1Tim 1,19).

Schiffbruch im Glauben an Gott ist im Vergleich zum Schiffbruch auf hoher See kein plötzliches Ereignis durch Wetterunbilden, sondern meistens die Quintessenz eines abgestumpften Gewissens, von falschen Entscheidungen und dem Abweichen von der Wahrheit, die exklusiv im Absolutheitsanspruch des Gottessohnes Jesus Christus zu findet ist.

Das biblische Bild des Schiffbruchs kann zwei unterschiedliche Gewichtungen haben. Einerseits kann ein „Schiffbruch“ im Leben zur Prüfung auf Bewährung durchaus von Gott zugelassen sein. Andererseits kann ein solcher „Schiffbruch“ der Abfall vom Glauben und geistlich zerstörerisch sein. Deshalb sollte immer gefragt werden: Ist das „Schiffbruch erleiden“ in diesem oder in jenem Fall ein äußeres Scheitern (wie beim Schiffbruch des Paulus) oder eine innere Abkehr von Gott (wie bei den Glaubensbrüdern des Timotheus)?

Scheiterst du äußerlich, dann ist das noch längst kein Abschied von Gott. Ein reines Gewissen schützt dich vor geistlichem Schiffbruch und vor Zerstörung deiner persönlichen Beziehung zu Jesus Christus. Auch wenn dein Schiff (das Irdische) untergeht, kann dein Leben in Christus bewahrt bleiben. Nicht jeder Fehlschlag in deinem Leben muß negative Auswirkungen haben. Nicht jeder deiner Erfolge ist zugleich geistlich gesund. Entscheidend ist deine Festigkeit im Glauben an Christus. „Schiffbruch erleiden“ ist ein Warnbild für deinen Glauben, wenn du dabei bist, Orientierung und Ziel (das ewige Leben bei Gott) aus Augen, Herz und Sinn zu verlieren.

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