
von AG WELT
Am 24. Juni dieses Jahres tagte die Pfarrkonferenz der Lippischen Landeskirche. Etwa 80 Pfarrer (darunter Frauen) und Gemeindepädagogen (darunter Frauen) waren zusammengekommen, um zum Thema „Christlicher Rechtspopulismus. Theologische Motive und rhetorische Strategien“ zu debattieren. Als Referent eingeladen war der Theologe Dr. Martin Fritz von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW). Ziel war es, so schreibt die Lippische Landeskirche auf ihrer Internetseite: „Positives hervorheben, die Vielfalt feiern, Kontakt halten, zuhören, um zu erfahren, welche Kränkungen Menschen erfahren haben, und sich in dem Themenfeld fortbilden.“
Da hat sich „Kirche“ ja viel vorgenommen! Bis heute haben ihre Hirten – wenn sie als solche überhaupt bezeichnet werden können – für ihr sündhaftes, menschenverachtendes Verhalten in der Corona-Zeit keine Buße getan. Jetzt wollen sie „zuhören, um zu erfahren, welche Kränkungen Menschen erfahren haben“? Ist es etwa das, was „Kirche“ „Positives hervorheben“ will? Ihr Markenzeichen jedenfalls ist: Flagge zeigen mit verfälschtem Regenbogen eine gotteslästerliche Vielfalt feiern. Kontakt hält diese „Kirche“ freimütig zu jenen, die bibeltreue Christen verachten und mit allen (auch staatlich geförderten) Mitteln bekämpfen.
Der lippisch-kirchliche Weltanschauungsbeauftragte Fritz will – so schreibt die Lippische Zeitung (LZ) am 20. Juli – zwei unterschiedliche Sphären im „rechten Christentum“ gefunden haben und nennt sie beim Namen. Auf der einen Seite seien es „aus politisch-strategischen Gründen […] ‚Pegida‘, das ‚Institut für Staatspolitik‘ und die ‚Identitäre Bewegung‘, […] ‚Sezession‘, ‚Kontrafunk‘ und prominente Vertreter Götz Kubitschek und Maximilian Krah.“ Auf der anderen Seite stünden „Christen, die sich neurechts positionieren. […] ‚kath.net‘ […] ‚Die Tagespost‘ […] der ‚Arbeitskreis Christliche Coronahilfe‘ oder die ‚AG Welt“…“ Weiter heißt es im Beitrag der LZ zum Fritz-Referat: „Der wohl prominenteste Vertreter sei der ehemalige ZDF-Journalist und ‚christliche Musterpopulist‘ Peter Hahne.“
Damit lässt „Kirche“ die Katze aus dem Sack: Sie fürchtet sich vor dem Verlust eines „dominanten ‚linken Christentums‘“, ihrer woken Gender-Polemik, ihres Planes zum Bau einer Welteinheitsreligion, verbunden mit einer Theologie ohne Jesus Christus und Seinem Alleinvertretungsanspruch. – Das oberste Ziel des Weltanschauungsbeauftragten: „Bemühung um die Integration der Konservativen“, weil es „bei manchen einen Übergang nach rechts gegeben“ habe.
Ja, die Angst einer solchen „Kirche“, die einer politischen Sekte mit Talarkult gleicht, ist berechtigt. Sie verliert rein rechnerisch rund 1.000 Mitglieder pro Tag, die Mehrheit nicht mehr – wie noch vor Jahren – wegen der zu zahlenden Kirchensteuer, sondern aus Glaubensgründen. Die geistlich im Stich gelassenen Schafe suchen sich ein neues Domizil mit dem wahren Hirten, der sie nicht zu den „Omas gegen Rechts“, sondern auf dem schmalen Weg und durch die enge Pforte der Bibeltreue zur Herrlichkeit Gottes führt.
Je mehr solche Pfarrkonvente wie in der Lippischen Landeskirche organisiert werden, desto mehr Kirchenchristen wachen auf und stellen fest, dass das Evangelium in den Hintergrund tritt und Menschen nach ihrer politischen Haltung beurteilt werden. Sie suchen den rechten Glauben, wie ihn Jesus verkündigt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ (Joh 18,36) Die Gemeinde Jesu Christi ist keine gesellschaftspolitische Organisation, sondern der Leib Christi (Eph 1,22–23; Kol 1,18).
Wenn politische Selbstverortung der „Kirche“ die Verkündigung nach Gottes Ratschluss verdrängt, hat sie ihren Auftrag vollkommen verwirkt. Wenn „Kirche“ sich das durchgeschwitzte Kostüm von „Omas gegen Rechts“ überstreift, dann ist es wirklich schlimm um sie bestellt. Aus biblischer Sicht handelt es sich um Abfall, wenn wahre Kirche politische Ersatzreligion wird, ihre Kernbotschaft gegen gesellschaftspolitischen Aktionismus eintauscht und als NGO mit Kirchturm agiert.
