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Jemanden aufs Kreuz legen

Geschrieben von Thomas Schneider am 17. Juli 2026

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Ursprünglich kommt die Redewendung „Jemanden aufs Kreuz legen“ aus der Zeit, in der es üblich war, Folter anzuwenden. Derjenige, der die Strafe über sich ergehen lassen mußte, wurde auf ein kreuzartiges Gestell gelegt, auf dem er dann für seine Schuld qualvoll büßen mußte. So mancher überlebte eine solche Tortur nicht.

Weniger grausam ist die Ableitung der Redewendung „Jemanden aufs Kreuz legen“ aus dem Sport. Beim Ringen hat ein Kämpfer seinen Gegner dann besiegt, wenn er ihn auf den Boden gezwungen hat und dessen beiden Schulterblätter gleichzeitig die Erde berühren. Der Gewinner hat seinen Kontrahenten buchstäblich „aufs Kreuz“ gelegt.

Die Redensart „Jemanden aufs Kreuz legen“ gibt es aber auch in einem ganz anderen Zusammenhang, nämlich im Sinne von betrügen, übervorteilen, hereinlegen, über den Tisch ziehen. Dabei wird die Gutgläubigkeit oder Unwissenheit eines anderen Menschen ausgenutzt. Es ist keine Seltenheit, daß der Käufer eines gebrauchten Kraftfahrzeuges „aufs Kreuz“ gelegt wird, weil ihm der Verkäufer wissentlich Schäden verheimlicht. Unfallverschleierung und Tachomanipulation sind die häufigsten Betrugsmaschen.

Wie aber paßt die Formulierung „Jemanden aufs Kreuz legen“ mit dem biblischen Verständnis vom „Kreuz“ zusammen? Auch Jesus wurde aufs Kreuz gelegt. ER, der ohne Schuld und Sünde war, wurde nicht nur durch Betrug und Falschaussagen (Mt 26,59-61) zum Tode verurteilt, sondern auf bestialische Weise gefoltert und an ein roh behauenes Kreuz gehängt. Wie ein Stück Vieh hat man ihn gemartert und verbluten lassen. Die religiösen Führer handelten aus Neid und Machtgier heraus. Der römische Statthalter Pontius Pilatus wußte um die Unschuld Jesu, gab aber dem Druck der religiösen Elite nach.

Doch Jesus ist nicht Opfer eines Betrugs geblieben. ER selbst sagt: „Niemand nimmt mein Leben von mir, sondern ich gebe es freiwillig hin.“ (Joh 10,18) Jesus hat alle Mißhandlungen, alle Pein auf sich genommen, um mit dem Kreuz die tiefe Schlucht des menschlichen Getrenntseins von Gott zu überbrücken. Die schlimmsten Foltermethoden konnten Jesus nicht brechen. ER war Seinem Vater im Himmel gehorsam bis zuletzt. Kein einziges Mal ist es IHM in den Sinn gekommen, „jemanden aufs Kreuz legen“. ER ließ sich, um im Bilde zu bleiben, „aufs Kreuz legen“: „Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.“ (Phil 2,8)

Hat dich schon einmal jemand aufs Kreuz gelegt? Wie bist du damit klargekommen? Gab es ein Eingestehen der Schuld oder gar Wiedergutmachung? Hinterlistige und Lügner gab es nicht nur zur Zeit des HERRN Jesus, sie gibt es auch heute und es wird sie immer geben, bis Jesus wiederkommt um Gericht zu halten über Lebende und Tote. Bist du selber schon einmal in die Versuchung gekommen, einen anderen Menschen zu betrügen, dann gehe im Gebet zu Jesus. Du musst auf keine Folterbank, denn ER hat sich für dich „aufs Kreuz legen“ lassen, damit du über Reue und Buße Vergebung von IHM geschenkt bekommen kannst. Jesus wird mit dir so umgehen, wie mit dem Zöllner Zachäus (Lukas 19,1-10).

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