
von Thomas Schneider
Läßt sich der Mensch auf eine Sache oder auf eine Person ein, ohne sie vorher genau zu prüfen, kann es verheerende Folgen haben. In diesem Zusammenhang ist die Redewendung „Die Katze im Sack kaufen“ zu verstehen.
Im Mittelalter wurden auf Märkten Tiere nach dem Kauf oft im Sack den Kunden übergeben. Durch geschickte Ablenkungsmanöver gelang es Trickbetrügern, dem Käufer beispielsweise statt eines Kaninchens eine Katze anzudrehen. Erst zu Hause bemerkte der Betrogene den Schwindel und der Betrüger war längst über alle Berge. Heute fallen Menschen auf Werbesendungen herein, in denen hochwertige Produkte angeboten werden, deren Minderwertigkeit sich meist erst nach Ablauf der Garantiefrist herausstellt. Dann heißt es: „Nun ist die Katze aus dem Sack.“ Enttäuschung, Frust und finanzielle Einbußen sind die Folge.
Die Bibel kennt den Ausdruck „Die Katze im Sack kaufen“ zwar nicht, aber den auf ihn basierenden Grundsatz: „Prüft aber alles, das Gute behaltet.“ (1Thess 5,21) Das heißt: Prüfen, statt blind vertrauen. Gott fordert von einem Menschen nicht leichtgläubige Naivität, sondern – besonders bei lebensprägenden Entscheidungen – ein verantwortungsvolles Prüfen.
Wenn Kinder „flügge geworden“ sind, halten sie Ausschau nach einem Menschen, mit dem sie später eine Ehe eingehen und Familie gründen. Es ist Gottes Wille: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden ein Fleisch sein.“ (1Mo 2,24) Diese göttliche Bestimmung ist die grundlegende Definition von Ehe, auf die sich auch Jesus in Matthäus 19,6 bezieht.
Der größte Trugschluß bei der Suche nach einem künftigen Ehepartner besteht in der Auffassung, es müsse erst die „sexuelle Tauglichkeit“ geprüft werden, um nicht die „Katze“ im „Sack“ zu „kaufen“. Von dem deutschen Dichter Friedrich Schiller stammt das Zitat aus dem Gedicht „Das Lied von der Glocke“: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet!“ Schiller rät jungen Menschen, vor der Hochzeit genau zu prüfen, ob die Liebe auch im Alltag hält; und er mahnt: „Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.“
Nach der Bibel ist die Ehe ein heiliger Bund, der vor seinem Inkrafttreten auf Tragfähigkeit zu prüfen ist. „Die Katze im Sack kaufen“ ist nicht Gottes Wille. Es bedarf ausreichend Zeit des Kennenlernens, der Prüfung und Begleitung im Gebet, geistlicher Klarheit, charakterlicher Abklärung und vieles mehr. Blindes Hineinstürzen in eine (sexuelle) Beziehung kann leicht dazu führen, daß Dinge übersehen werden, die später großes Leid verursachen. Wer dem Geist Gottes und Seiner Führung Raum schenkt, läßt sich von blinder Liebe nicht übertölpeln.
„Die Katze im Sack kaufen“ fordert dich heraus zum Nachdenken über menschliches Wollen und Vollbringen und über das, was der Plan Gottes für dich ist. Auch wiedergeborene Christen stehen in der Gefahr, ihren Emotionen und Wünschen freien Lauf zu lassen und den HERRN des Lebens, Jesus Christus, bei der Partnersuche aus dem Blick zu verlieren. Wohl nicht umsonst steht bei dem Wort „EHE“ zwischen zwei „E“ (für Ehepartner) der Buchstabe „H“ – für HERR.
Bist du – dem HERRN Jesus zum Wohlgefallen – auf der Suche nach einem Ehepartner? Dann bitte IHN um Hilfe und um Mahnung vor Höhenflügen zur rechten Zeit. Bitte Gott um einen gläubigen, bibeltreuen Partner, mit dem du an der Hand des „guten Hirten“ (Ps 23) Freude, Hoffnung und Zuversicht teilen und im festen Gottvertrauen auch schwere Zeiten im Eheleben bewältigen kannst. Und vergiß nicht, was Gottes Wille nach 1.Mose 1,22+28 auch ist: „Seid fruchtbar und mehret euch…“
