
von Thomas Schneider
Es gab Zeiten in meinem Berufsleben, da gehörte es zum Regelwerk für soziales Verhalten, stets auf die Außenansicht zu achten, auch auf korrekt ausgewählte Kleidung. So war es für mich eine Selbstverständlichkeit, nicht nur vor dem Geschäftsführer des Unternehmens mit Anzug, Hemd und Krawatte zu erscheinen, sondern auch vor meinen Mitarbeitern zu bundesweiten Wirtschaftsseminaren.
Damals war ich noch kein wiedergeborener Christ. Da war mir doch das Hemd näher als der Rock. Job, Ehre und gutes Geld waren mir wichtiger als eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus, intakte Ehe und Familie und ein Herz für Glaubensgeschwister.
So war es für mich ein unschätzbar großer Segen, daß mich Gott aus diesem halbseidenen Leben mit Seinem wunderbaren Johannesevangelium herausgeholt hat. Und nicht nur das.
Der feste Glauben an den HERRN Jesus wurde mir zur lebensspendenden Kraftquelle, als ich auf der Intensivstation der Klinik lag und mir der Arzt mitteilte, daß es sich in den nächsten 24 Stunden entscheiden würde, ob ich weiterleben darf oder sterben werde. – Erst hatte ich halbseiden gelebt und nun hing mein Leben am seidenen Faden. Ich wußte: „Das letzte Hemd hat keine Taschen“ Ich kann nichts mitnehmen, wenn ich von dieser Erde gehe.
Gott sei Lob und Dank, daß mich der „gute Hirte“ (wie es in Psalm 23 heißt) durch dieses „finstere Tal“ geführt hat. IHM konnte ich ruhig und getrost sagen: „HERR Jesus, wenn du willst, daß ich weiterleben darf, dann nehme ich es als Geschenk von dir gern an. Wenn du aber willst, daß ich zu dir in dein Reich komme, dann bin ich bereit dazu. Dein Wille geschehe!“
Des HERRN Wille geschah. ER hat meinen Sterbetag hinausgeschoben. Nun beginnt für mich die Zeitzone von Gottes Altersbeschränkung (Ps 90,10). So darf ich als berufener Evangelist und Hirte einer kleinen Gemeinde weiter für IHN Dienst tun, Sein rettendes Evangelium verkündigen und Menschen zum Glauben an den Heiland, Retter und Erlöser Jesus Christus einladen.
Wenn dir im Herzen wirklich klar geworden ist, daß du mit deinem irdischen Ableben alles zurücklassen mußt – Ehefrau, Kinder, Enkelkinder, Freunde, Verwandte, Glaubensgeschwister, Haus und Hof usw. –, dann bekommst du einen völlig anderen Blick auf das Leben. „Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum können wir auch nichts hinausbringen.“ (1Tim 6,7) Alles, was zwischen Geburt und Tod liegt, ist zeitlich begrenzt. Sammle dir nicht Schätze auf Erden, sondern Schätze im Himmel, sagt Jesus in Matthäus 6,19-21.
Zum Sprichwort „Das letzte Hemd hat keine Taschen“ findest du Treffendes und Lehrreiches auch in einem Gleichnis von Jesus in Lukas 12,16-21. Ein Mann schafft sich immer mehr Vorräte an und denkt bei sich: „Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iß, trink und habe guten Mut!“ Daraufhin sagt Gott zu ihm: „Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Und wem wird dann gehören, was du bereitet hast?“
Jesus schließt dieses Gleichnis mit den Worten: „So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.“ Denke immer daran: „Das letzte Hemd hat keine Taschen“. Wenn du mit Jesus klar Schiff gemacht hast, dann kannst du getrost – wenn ER dich ruft – die Reise antreten. Das Beste kommt dann für dich erst noch: Ewiges Leben im Licht Gottes.
Leider glauben viele, daß sie als „gute Menschen“, ohne Wiedergeburt in Christus, in den Himmel kommen und sich am Gericht Gottes vorbeimogeln könnten. Ein schwerer Irrtum, der den ewigen Tod im Reich der Finsternis zur Folge hat. – Solange du lebst, hast du die Chance zu Buße und Umkehr. Dann bist du „reich bei Gott.“
