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Sein Scherflein beitragen

Geschrieben von Thomas Schneider am 9. Juni 2026

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Der Begriff „Scherflein“ findet heute kaum noch Verwendung. Es handelt sich um eine Verkleinerungsform einer geschichtsträchtigen Münze – des Scherf (althochdeutsch: skerf).

Zu Jesu Zeiten war ein Scherflein (Lepton, griechisch: für „das Dünne“) die kleinste Münze. 128 Scherflein (Kupfermünzen) entsprachen einem Denar – dem Tageslohn eines Arbeiters.

Kommt heute im alltäglichen Sprachgebrauch „Sein Scherflein beitragen“ zur Anwendung, dann meist sehr oberflächlich in dem Sinn, einen kleinen Beitrag zu einem bestimmten Zweck zu leisten. Während heute die Redewendung mit den Worten „ein bißchen helfen“ umschrieben werden kann, geht die biblische Aussage zum „Scherflein“ in ihrer Bedeutung sehr viel tiefer.

Die Begebenheit mit einer „armen Witwe“ im Markus- und Lukasevangelium öffnet den Blick für die Einordnung von Wertigkeit aus der Sicht Gottes. Jesus beobachtet, wie Tempelbesucher Geld in den Schatzkasten (Opferstock, Gotteskasten) warfen. Da heißt es: „Und viele Reiche legten viel ein.“ (Mk 12,41b) „Jesus sah aber eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein.“ (Lk 21,2)

Jesus bewertet das Geschehen am Gotteskasten nicht nach menschlichen Maßstäben. Er sagt: „Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr als sie alle eingelegt.“ – Was sagt dazu die menschliche Logik? Das kann gar nicht sein! – Jesus aber versteht unter „mehr“ etwas völlig anderes: Die Witwe gab aus ihrer Armut alles, was sie zum Leben hatte. Die Höhe des Geldbetrages ist für Jesus vollkommen nebensächlich.

Für Gott ist nicht das entscheidend, was du aus der Fülle deines Reichtums gibst, sondern deine innere Haltung: Gottvertrauen und geistgewirkte Opferbereitschaft. Der Beitrag der Witwe war sehr klein, aber es war „…ihre ganze Habe…“ (Lk 12,44b). Sie war reich in Gott und wußte, daß ER ihr hilft aus aller Not. Ihr war es sehr viel wichtiger, mit ihrem Scherflein Gott zu ehren, statt ihren Mangel an irdischen Dingen „an die große Glocke“ zu hängen. Ihr Gottvertrauen war radikal!

Wie steht es um deine Herzenshaltung gegenüber Hab und Gut? Stehst du in der Gefahr, daß sich beides als Götzen in dein Leben eingeschlichen hat? Dann solltest du dich an die Mahnung Gottes in Seinem Ersten Gebot erinnern: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Zur Frage: „Was ist das?“, erklärt Martin Luther in seiner Erklärung: „Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.“ – über „alle“ Dinge. Wenn du diese Botschaft in dein Herz aufgenommen hast, dann bekommt die Redewendung „Sein Scherflein beitragen“ in deinem Leben eine Gott wohlgefällige Ausrichtung.

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