
von Thomas Schneider
Eine junge Frau, die bereits eine bittere Enttäuschung bei der Partnersuche hinter sich hatte, klagte in einem Seelsorgegespräch ihr Leid: „Ich bin seinem Charme total auf den Leim gegangen und habe ihm alles geglaubt.“ Ihr Vertrauen, das sie in diesen Hochstapler der Liebe gesetzt hatte, wurde schwer enttäuscht. Und nicht nur das! Dieser Heiratsschwindler hatte die junge Frau, die sich bis über beide Ohren in diesen Mann verliebt hatte, ausgenommen „wie eine Weihnachtsgans“.
Die Redewendung „Auf den Leim gehen“ bedeutet also, daß man sich von einem Menschen täuschen, betrügen und überlisten läßt. Wer jemandem auf den Leim geht, fällt auf Lügen und Tricks herein. Der Ausdruck stammt von der Vogeljagd. Es gab Zeiten, da wurden tieferliegende Zweige der Bäume mit einem klebrigen Leim bestrichen (sog. Leimruten). Die mit Futter angelockten Tiere blieben kleben, konnten nicht mehr wegfliegen und somit von Vogelfängern leicht geschnappt werden.
Ähnlich wie der Vogel, der die Gefahr nicht erkennt und ihr sprichwörtlich „auf den Leim geht“, so hatte auch die junge Frau nicht bemerkt, daß sie in eine Falle tappt. Sie war aufrichtig und hat darauf vertraut, daß ihr der Mann die Wahrheit sagt. Glück im Unglück war, daß sie noch keinerlei sexuelle und eheliche Bindung mit ihm eingegangen war. Denn dann wäre auch ihre elterliche Erbschaft, bildlich gesprochen „im Eimer“ gewesen. Gutgläubigkeit lehrt Vorsicht und Prüfung der Realität.
Der Teufel agiert wie so ein klebriger Leim, auf den der Vogel fliegt oder wie der Charme eines Liebesbetrügers. List, Verführung und Lügen sind des Teufels Markenzeichen. Immer wieder fallen gutgläubige Menschen auf seine Tricks herein. Der Teufel weiß: „Denn es ist vergeblich, das Netz auszuspannen vor den Augen der Vögel.“ (Spr 1,17) Weiß aber der Mensch um die Gefahren teuflischen Treibens aus dem Wort Gottes, dann wird er weniger leichtsinnig und verführbar sein.
Es müßte uns doch wie Schuppen von den Augen fallen, wenn bereits in den ersten Kapiteln der Bibel steht: „Und die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde…“ (1Mo 3,1a). Die meisten Versuchungen des Teufels wirken harmlos. Die Eva fragt er hinterlistig: „Hat Gott wirklich gesagt…?“ und verspricht ihr und ihrem Mann: „…ihr werdet sein wie Gott“ (1Mo 3,5b). Täuschung mit Vorsatz! Der Widersacher Gottes agiert mit süßen Verlockungen.
Sei also stets sehr wachsam! Lies die Bibel, dort findest du alle geistlichen Warnschilder, damit du falschen Versprechungen, Lügen oder Begierden, die dir Satan ins Herz streuen will, nicht auf den Leim gehst. Es ist ihm ein Grauen, wenn du Jesus Christus als HERRN in deinem Leben angenommen hast. Wenn du an IHM „festklebst“, begleitet ER dich durch alle irdischen, schlüpfrigen Sumpfgebiete hindurch und führt dich sicher ans Ziel: in Gottes Herrlichkeit, wo es weder Vogelfänger noch Heiratsschwindler gibt.
