
von Thomas Schneider
Die im Volksmund bekannte Aussage „Was der Mensch sät, wird er ernten“ hat ihren Ursprung in der Bibel. Im Brief des Paulus an die Galater (6,7) heißt es: „Irret euch nicht! Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.“
Dieses Gotteswort spricht alle Menschen und ganz konkret Christen in ihrer Lebensführung an. Unmittelbar nach diesem Vers erklärt der Apostel, daß es zwei Saatfelder gibt: das eine ist das „Fleisch“, die sündige Natur des Menschen; das andere ist der „Geist“, Gottes Wirken im Menschen.
Die Redewendung „Was der Mensch sät, wird er ernten“ ist kein allgemeines Sprichwort, sondern Gesetzmäßigkeit Gottes. Wer auf das „Fleisch“ sät, der erntet Verderben. Wer auf den „Geist“ sät, der erntet ewiges Leben. Jesus sagt: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot ißt, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch – für das Leben der Welt.“ (Joh 6,51)
Mit dem Säen ist das Denken, Reden und Handeln des Menschen gemeint: Gedanken, die er ersinnt; Worte, die er spricht; Entscheidungen, die er trifft; Werke, die er vollbringt. Es geht um seinen alles umfassenden Lebensstil. Das Ernten betrifft die daraus entstandenen und sichtbaren Folgen samt ihren Konsequenzen – bis hin zum Gericht Gottes am Ende der Zeit. Ähnlich wie in der Landwirtschaft, kommt die Ernte des Gesäten zeitversetzt.
Gott ist nicht manipulierbar: „Gott läßt sich nicht spotten.“ Der Mensch kann sich nicht straflos über Gottes Wort und Ordnung hinwegsetzen. Elifa, einer von Hiobs Freunden, bekennt: „So wie ich es sah: Die Unheil pflügen und Unrecht säen, die ernten es auch.“ (Hiob 4,8) In den Sprüchen der Bibel (22,8) heißt es: „Wer Unrecht sät, wird Unheil ernten, der Stock beendet seinen Übermut.“ Wer beim Säen von Gutem geizt, der wird im 2. Korintherbrief (9,6) angesprochen: „Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten. Aber wer reichlich sät, wird auch reichlich ernten.“
Was kann es bedeuten, wenn du auf das „Fleisch“ säst? Wenn du selbstsüchtig, überheblich oder lieblos denkst, redest oder handelst. Eine solche Lebensart zerstört deine Beziehungen zu Mitmenschen und zu Gott. Säst du auf den „Geist“, also läßt du Gottes heiligen Geist in dein Leben ein, dann schenkt er dir Orientierung, Wachstum guter und bleibender Glaubensfrüchte, aber auch Gehorsam Gott gegenüber. Du wirst Gottes Wort mit großer Freude wie Saatgut ausstreuen, damit in den Herzen vieler Sinnsucher der Glaube an Jesus reifen und wachsen kann.
Du trägst Verantwortung für dein Leben vor deinem Schöpfer. Dein Verhalten hat unausweichliche Folgen – moralisch und geistlich. Wie du heute lebst, das ist die Saat. Deine Zukunft, das ist die Ernte. Das Wunderbare: Jesus Christus schenkt nach getaner Reue und Buße Vergebung. Ein neues Leben beginnt und du mußt nicht ernten, was du am Ende verdient hättest. Also laß dich vom Geist Gottes leiten und säe guten Samen in Ehe und Familie, Beruf und Gesellschaft. Was du säst, das wirst du ernten.
