
von Thomas Schneider
Am Morgen des 5. Mai begrüßt Dr. Reinhardt Schink (seit dem 12. Juni 2019 ist er Generalsekretär der Evangelischen Allianz) seine Leser mit den Worten „Liebe Freundinnen und Freunde der Evangelischen Allianz“.
Seit längerem setzt die einst bibeltreue Pietisten-Organisation ein Zeichen dafür, daß sie im woken Strom des Weltflusses mitschwimmt. Bereits 2023 soll es erste Ansätze für eine sprachliche Anpassung im Zusammenhang mit einer umfassenden Neuausrichtung und Modernisierung der Kommunikation unter dem aktuellen Vorstandsteam gekommen sein. In offiziellen Newslettern und Social-Media-Beiträgen taucht die Formel „Freundinnen und Freunde“ ab etwa Mitte 2024 konsequent auf. Unter Hartmut Steeb (Generalsekretär von 1988 bis 2019) war die Anrede „Liebe Freunde der Evangelischen Allianz“ eine Selbstverständlichkeit.
Der Grund für die Änderung: Die Evangelische Allianz versteht sich heute explizit als ein „Netzwerk von Christinnen und Christen“. In Einzelfällen wird die Anredeformel „Freundinnen und Freunde“ mit den Worten „Liebe Geschwister“ ergänzt, um dann doch mit einem frommen Anhängsel eine gewisse geistliche Verbundenheit erkennen zu lassen.
Die zeitgeistgewirkte, gendergerechte Sprache wurde seit dem Leitungswechsel 2019 häppchenweise und damit schockvermeidend eingeführt und mit der Installation der Allianz-Doppelspitze 2023 weiter vorangetrieben (zu der damals noch der Gender-Lobbyist Frank Heinrich gehörte). In einer im Februar 2024 von der Evangelischen Allianz (gemeinsam mit der Studentenorganisation SMD) veröffentlichten Orientierungshilfe zur (Trans-)Genderdebatte wird betont, daß die Evangelische Allianz Menschen in ihrer jeweiligen „Lebensrealität“ ernst nehmen will. Die sprachliche Anpassung solle dazu dienen, Menschen unterschiedlicher Lebensweisen sichtbar zu machen. Damit hechelt die Evangelische Allianz der längst gottlos gewordenen Evangelischen Kirche hinterher.
Wenn Schink im Newsletter dann noch von „Mitarbeitenden“ spricht, statt von Mitarbeitern, dann zeigt die Evangelische Allianz offen, wie sie gesehen werden will: weltlich konform. Sie äfft alles nach, was ihr Ansehen von der Welt verbessern und dauerhaft staatliche Finanzhilfen sichern könnte. Die Ehre bei den Menschen scheint ihr wichtiger zu sein, als Ehre bei Gott. Sonst würde sie sich nicht dem teuflischen Genderwahn hingeben. Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft gegen Gott! (Jak 4,4)
