
von Thomas Schneider
Die formelle Ausdrucksweise „Den Gehorsam verweigern“ besagt, daß sich ein Mensch bewußt gegen eine Anweisung bzw. Anordnung stellt, obgleich er sich im Klaren darüber ist, für seinen Ungehorsam bestraft zu werden.
Es darf und muß der Mensch – erst recht der wiedergeborene Christ – den Gehorsam gegenüber einer weltlichen Obrigkeit verweigern, wenn deren Anordnungen gegen Gottes Willen verstoßen. So ist es bibelgemäß, einer Obrigkeit den Gehorsam zu verweigern, wenn diese (wie in den „Corona-Jahren“ vielfach geschehen) ein Gottesdienstverbot erläßt und verbietet, Kranke und Sterbende seelsorgerlich zu begleiten.
Gegenüber einer weltlichen Obrigkeit gibt es keinen absoluten Gehorsam, keine blinde und kritiklose Unterwerfung. Wer einen Kadavergehorsam an den Tag legt, muß dann auch mit den Konsequenzen leben. Die letzten Weltkriege, die Nachkriegsjahre, die Geschichte der DDR und der BRD – nicht zuletzt das gesamtdeutsche Szenario mit seinen Genderideologen, Klimafanatikern und Kriegstreibern – zeigen sehr deutlich, wohin die Reise ohne Gott geht. Wer dem Willen Gottes seinen Gehorsam verweigert, hat sein Todesurteil für die Ewigkeit über sich selbst gesprochen.
So verschweigt die Bibel den Ungehorsam Israels nicht. Das von Gott auserwählte Volk verweigert bis heute den Gehorsam gegenüber dem HERRN aller Herren. Vom Wort Jesaja aus erweist sich der Eifer Gottes um Israel (Jes 52,7). Wenn dort von den „Füßen des Freudenboten“ die Rede ist, wird den Juden Jesus Christus als Messias mit Seinem Evangelium angekündigt. Doch der Jude glaubt Gott und Seinem Wort nicht (Röm 10,14ff)! Er hört die Botschaft des Christus wohl, verweigert IHM aber bis heute die Gefolgschaft. Er verweist auf seine abstammliche, völkische Zugehörigkeit, ist gefangen im politischen Kadavergehorsam und verliert – ohne Buße und Umkehr – am Ende das von Gott zugesprochene Heil.
Gott geht es nicht um äußere religiöse Rituale (die sich leider auch im Evangelischen festgefressen haben), sondern um inneren Gehorsam aus unerschütterlichem Vertrauen. Gott beginnt ganz bewußt Seine Zehn Gebote mit dem Gebot: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ (2Mo 20,3; 5Mo 5,7) Stolz, Unglaube und Selbstbestimmung führten (Röm 5,19) und führen zur Gehorsamsverweigerung.
Bewußter Widerstand gegen Gottes Willen ist Sünde. Widerstand gegen jede widergöttliche Autorität ist Treue zu Gott. Ungehorsam gegenüber Gott ist kein spezifisch jüdisches Problem, sondern ein alle Menschen betreffendes (Röm 3,23). Mit einem wesentlichen Unterschied: Israel spielt als auserwähltes Volk die entscheidende und herausragende Rolle im Plan Gottes und wird für seinen Ungehorsam hart bestraft werden.
Wenn du erkannt hast, daß du Gott mehr gehorchen mußt als Menschen, dann befindest du dich auf dem schmalen Weg in Richtung enger Pforte, durch die du dann in Gottes Herrlichkeit gehen darfst (Mt 7,13-14). Bete und hoffe, daß Christus dann zu dir sagt: „Weil du meinen Worten geglaubt hast und dem, der mich auf die Erde gesandt hat, wirst du ewiges Leben haben und nicht ins Gericht kommen. Du bist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“ (vgl. Joh 5,24)
