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Charismatische Verführung

Geschrieben von Thomas Schneider am 19. April 2026

Foto: Modellbild

von Rudi Holzhauer

Die gegenwärtige weiche Welle gegenüber der charismatischen Verführung

Im Gegensatz zu unserem Herrn Jesus und seinen Aposteln (auch Johannes der Täufer), die sich nicht scheuten, das ihnen anvertraute Wort der Wahrheit schonungslos und ohne Kompromisse der damals religiösen Welt zu bezeugen, erleben wir heute in der landläufigen Verkündigung eine gefühlsbetonte, weiche Welle, die das ohnehin verwaschene, angepasste Allerweltchristentum der Endzeit weder aufrüttelt noch beeindruckt. Entweder gehen hochgestochene lehr- und „erkenntnis“mäßig geprägte Abhandlungen über die Köpfe hinweg, oder alles bleibt im seelisch-gefühlsmäßigen, das Fleisch verschonenden, rein erbaulichen Zeugnis stecken. „Nur keine Unruhe im Volke Gottes stiften! Nur keine wunden Stellen anrühren! Nur niemandem auf die Füße treten! Es steht doch geschrieben in 1Korinther 13,7: „Die Liebe duldet alles…“!

Es gibt heute besonders fromme Brüder in Erkenntniskreisen, die sagen, man dürfe der charismatischen Infiltration nicht entgegentreten, sie weder entlarven noch bekämpfen, denn nach 2Thessalonischer 2,11 sei es doch Gott selbst, der kräftige Irrtümer sende. Wir sollten vielmehr für alles danken, damit wir nicht als solche befunden würden, die wider Gott streiten. Im Übrigen sei uns geboten, auch den irrenden und von Geistern betrogenen Bruder höher zu achten als uns selbst. Hier dürfe man, um die Bruderliebe nicht zu verletzen, den Andersdenkenden allenfalls in Sanftmut ein wenig zurechtweisen.

Unser Stillehalten gegenüber der sog. „Gemeindeerneuerung“ jedoch, hat uns den Einbruch von betrügerischen Geistern in unser gesamtes Gemeindeleben beschert. Die Folgen werden wir bald zu spüren bekommen. Der vom charismatischen Geist Verführte tritt mit einem Absolutheitsanspruch auf, der ihn immer zum aktiveren und dominierenden Teil macht.

Angesichts dieses Dilemmas wäre zu fragen, ob sich denn die Apostel nach dem Schriftverständnis und den Ratschlägen solcher heutiger Lehrbrüder verhalten haben? Bereits in Apostelgeschichte 20,29 hatte Paulus die kommenden Verführer der Gemeinde angekündigt und sie „schlimme Wölfe“ genannt. „Wie lieblos“ – würde man heute sagen! Aber er hat auch keineswegs gefordert, dass man sie liebevoll aufnehmen soll! In Römer 16,17-18 wird er noch deutlicher: „…Ich ermahne euch aber, Brüder, dass ihr achthabt auf die, welche entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, Parteiungen und Ärgernisse anrichten, und wendet euch von ihnen ab. Denn solche dienen nicht unserem Herrn Christus, sondern ihrem eigenen Bauch, und durch süße Worte und schöne Reden verführen sie die Herzen der Arglosen.“ (Elberfelder Übersetzung) Wie konnte Paulus nur so intolerant sein?! Wo bleibt da die ausharrende Geduld der Heiligen?! Weiß Paulus denn nichts von der vielgerühmten „Einheit in der Vielfalt“?!

In Galater 1,8-9 scheint die Unduldsamkeit den Gipfel erreicht zu haben! Man stelle sich das vor: Der Apostel verflucht alle, die nicht dem Evangelium Christi, so wie er es gepredigt hat, folgen! Da waren die geistbegabten, charismatischen Korinther doch weitherziger! Allerdings nicht gegenüber dem Apostel! Diesen kritisierten sie ergiebig (1Kor 4,3-5 und 18-20) – aber dafür mangelte es ihnen auch an der Gabe der Geisterunterscheidung! Deshalb konnte man ihnen mit Leichtigkeit einen anderen Jesus anbieten, einen anderen Geist und ein andersartiges Evangelium – sie hätten es recht gut ertragen (2Kor 11,3-4)! So ist das eben in charismatischen und liberalen Gemeinden! Paulus dagegen ermahnte und übte Gemeindezucht. Wer wagt heute, nur derartige Bibelstellen überhaupt zu zitieren?

Der eine Irrtum zieht den anderen nach sich. Schon duldet man heute mancherorts, was Gottes Wort „Sünde“ nennt. Man beschönigt und meint, dass der Betroffene nicht verantwortlich sei: „Richtet nicht vor der Zeit! Hat nicht Gott auch den Abartigen so geschaffen? Wer will sich überheben und es wagen, hier Vorschriften zu machen?“

Der gefühlsbetonte, humanistisch statt himmelwärts orientierte Endzeitchrist will klüger und barmherziger sein als Gott! Das ist antichristlicher Humanismus, aber nicht göttliche Ordnung! Diese setzt die Gemeindedirektive dagegen (2Tim. 4,2-4): „Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit; überführe, weise zurecht, ermahne mit aller Langmut und Lehre! Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt, und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden. Du aber sei nüchtern…“

Am Schluss des zweiten Timotheus-Briefes kommt Paulus noch auf einen konkreten Fall zu sprechen, auf einen Quertreiber in der Gemeinde, und er scheut sich nicht, ihn beim Namen zu nennen, damit jeder gewarnt sei: „Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses erwiesen, der Herr wird ihm vergelten nach seinen Werken. Vor ihm hüte auch du dich, denn er hat unseren Worten sehr widerstanden.“

Oder steht da etwa: „Lass ihn in der Gemeinde gewähren“? Keineswegs! Ich weiß, dies wäre unseren leisetretenden Erkenntnisbrüdern viel angenehmer. Paulinische Lehre ist gefragt, aber nicht paulinische Haltung. Also auch hier ein klares Warnzeugnis.

Aber auch der Apostel Johannes duldet keine abweichenden Lehren und Brüder. Nur zwei Stellen (gegen liberale Lehren) seien genannt, 2Johannes 10 und 11: „Denn viele Verführer sind in die Welt gekommen, die nicht bekennen Jesum Christum ins Fleisch gekommen. Das ist der Verführer und der Widerchrist. …Wer übertritt und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat keinen Gott; wer in der Lehre Christi bleibt, der hat beide, den Vater und den Sohn. So jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, den nehmet nicht ins Haus und grüßet ihn auch nicht; denn wer ihn grüßt, der macht sich teilhaftig seiner bösen Werke“ (2Jo 7-11)

In seinem dritten Brief scheut sich auch Johannes nicht, den Namen jenes geltungsbedürftigen Gemeindeleiters zu nennen, der ihm und seinen Helfern so viel Schwierigkeiten gemacht hat:

„Ich habe der Gemeinde etwas geschrieben, aber Diotrephes, der gern unter ihnen der Erste sein will, nimmt uns nicht an. Deshalb, wenn ich komme, will ich seine Werke in Erinnerung bringen, die er tut, indem er mit bösen Worten gegen uns schwatzt, und sich hiermit nicht begnügend, nimmt er selbst die Brüder nicht an und wehrt auch denen, die es wollen und stößt sie aus der Gemeinde.“

Wir stellten bereits fest: Die dem selbstaufwertenden Irrgeist Verfallenen sind heute immer der bestimmende und aktivere Teil.

Eine abschließende Frage: Nach welchen Gesichtspunkten wollen wir uns ausrichten? Nach den superklugen und spitzfindigen Verdrehern biblischer Aussagen oder nach den zwar herausfordernden aber realitätsbezogenen Worten der Apostel, die – vom Heiligen Geist inspiriert – uns Gottes Wort übermittelten?

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Rudi Holzhauer (*1916 †1989) wurde als Opfer charismatischer Verführung bekannt. Er analysierte kritisch charismatische Strömungen aus biblischer Sicht. Sein bekanntestes Werk ist „Verführungsprinzipien“, in dem er den „Irrgeist“ dieser Bewegungen aufzeigt.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung vom Betreiber des Telegram-Kanals: https://t.me/umhergetrieben

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