
von Thomas Schneider
Im biblischen Kontext ist „Etwas ausposaunen“ das lautstarke Bekanntmachen einer Botschaft. Dies kann sowohl fatale als auch fruchtbringende Folgen haben.
Im Matthäusevangelium (6,2) warnt Jesus seine Jünger mit den Worten: „Wenn du zum Beispiel den Armen etwas gibst, dann laß es nicht vor dir her ausposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten geehrt zu werden. Ich versichere euch: Diese Ehrung ist dann schon ihr ganzer Lohn.“
Deshalb ist es befremdlich, wenn in Kirchen und Gemeinden Spender namentlich in Abkündigungen besonders hervorgehoben werden. Genauso irritierend ist es, wenn damit geprahlt wird, den zehnten Teil des Einkommens für wohltätige Zwecke zu spenden. Ein solches Ausposaunen dient nur der eigenen Ehre.
Besonders im Alten Bund wurden Posaunen (meist Schofarhörner) dafür gebraucht, um Menschen öffentlich und unüberhörbar vor drohender Gefahr zu warnen, aber auch um wichtige Ereignisse anzukündigen. Nur ein Beispiel von vielen: „Wo ihr nun die Posaune tönen hört, dort sammelt euch zu uns. Unser Gott wird für uns streiten.“ (Neh 4,14)
Aber auch im Neuen Testament ist die Posaune zu finden. Im 1. Korintherbrief (15,52) schreibt der Apostel Paulus im Auftrag Gottes: „Denn es wird die Posaune erschallen und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden.“ Und in der endzeitlichen Dimension, in der Offenbarung des Johannes heißt es: „Und die sieben Engel mit den sieben Posaunen rüsteten sich zu blasen.“ (8,6) „Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Nun gehört die Herrschaft über die Welt unserm Herrn und seinem Christus, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (11,15)
Es kommt also darauf an, was wir „ausposaunen“. Geht es darum, unsere menschlichen Leistungen besonders zu betonen, uns selbst ins Rampenlicht zu setzen oder vielleicht sogar Vertrauliches in Umlauf zu bringen? Was Gott will, das finden wir in Seinem heiligen Wort. Wir sollen öffentlich und unüberhörbar Seine großen Taten verkündigen („ausposaunen“), uns zur Wahrheit und zum Alleinvertretungsanspruch von Jesus Christus bekennen und mit unserem Leben Zeugnis für die Welt sein. Die Zielrichtung zum „Etwas ausposaunen“ ist also klar: „Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König!“ (Ps 105)
Sei also demütig, bescheiden und diskret, solltest du in der Gefahr stehen, etwas von deinen Taten in die Öffentlichkeit hinausposaunen zu wollen. Sei aufrichtig vor deinem HERRN Jesus Christus und tue Gutes vor IHM. Es muß nicht alles in aller Welt Ohren. „Gelobt sei sein herrlicher Name ewiglich, und alle Lande sollen seiner Ehre voll werden! Amen! Amen!“ (Ps 72,19)
