
von Ernst Martin Borst
Die Verehrung von Heiligen, Seligen und Schutzpatronen spielt besonders in der Römisch-Katholischen Kirche (RKK) eine tragende Rolle. Die genaue Zahl der Heiligen ist selbst den Fachleuten der RKK nicht bekannt, sie wird aber auf rund 7.000 geschätzt.
Diese Heiligen werden verehrt und um Hilfe angerufen. Die meisten Heiligen haben einen besonderen „Verehrungstag“, so wird beispielsweise am 13. Februar jeden Jahres die italienische Heilige Katharina von Ricci (1522 – 02.02.1589) verehrt und um Hilfe angerufen.
Katharina von Ricci wurde vom Papst Clemens XII. 1732 selig- und von Benedikt XIV. 1746 heiliggesprochen; dieser bestimmte als ihren Verehrungstag den 13. Februar. Von dieser „Heiligen“ wird berichtet:
„Nach Empfang der heiligen Sakramente vertiefte sich die heilige Jungfrau ganz in Betrachtung des Gekreuzigten, dessen Bildnis sie beständig in ihren Händen hatte. Sie verlangte endlich mit Christus am Kreuz zu sterben, streckte ihre Arme aus, rief zu ihrem Heiland und verschied so am Fest Maria Lichtmess, den 2. Februar 1589. Die heilige Maria Magdalena von Pazzis, welche damals zu Florenz lebte, sah in einer Entzückung, wie die heilige Katharina in Begleitung einer großen Menge von Engeln verklärt in das himmlische Jerusalem einzog. Viele nach dem Tod der heiligen Katharina erfolgte unleugbare Wunder bezeugten der ganzen Christenheit, wie mächtig ihre Fürbitte bei Gott dem Allerhöchsten sei.“
Es heißt auch, dass sie ihren eigenen Körper aus Glaubensgründen als ärgsten Feind betrachtete und sie 48 Jahre lang nur Brot und Wasser zu sich nahm. Auch soll sie sich selbst mit Kälte, Hitze, Bußgürteln gegeißelt haben. Damit wollte sie sich entsprechend der Lehre der RKK einen Platz im Himmel erwerben. Auch wird gesagt, sie hätte die Gabe der Weissagung und der Krankenheilung.
Zu dieser „heiligen“ Person, die vor über 500 Jahren verstorben ist, werden nun am 13. Februar Katholiken beten und ihr ihre Bitten vortragen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Wie oder wodurch wird ein Mensch heilig?
Die RKK hat eine lange Liste, in denen die Voraussetzungen zur Heiligsprechung beschrieben sind. Hier einige Beispiele:
- Heiliggesprochen werden kann nur eine Person, die vorher bereits seliggesprochen wurde.
- Frühestens fünf Jahre, nachdem eine Person verstorben ist, kann sie seliggesprochen werden.
- Die Person muss nach ihrem Tod durch ihre Fürsprache vor Gott mindestens ein anerkanntes Wunder vollbracht haben.
- Eine bereits seliggesprochene Person muss mindestens ein weiteres anerkanntes Wunder vollbringen, um heiliggesprochen zu werden.
Solche Verfahren zur Selig- und Heiligsprechung dauern oft viele Jahre und meist sogar Jahrzehnte, wie auch dieses Beispiel zeigt:
„Ordensschwester und Mystikerin * 6. September 1820 in Haaren bei Heinsberg † 21. März 1859 in Düsseldorf
- 1926: Eröffnung des Seligsprechungsverfahren durch Erzbischof Kardinal Schulte
- Stillstand der Bearbeitung des Verfahrens während des II. Weltkrieges
- 1984: Wiederaufnahme des Verfahrens durch Erzbischof Kardinal Höffner
- 1992: Übergabe des Verfahrens an die Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen in Rom
- 2007: Zuerkennung des heroischen Tugendgrades durch Papst Benedikt XVI.
- 2026 noch immer in Bearbeitung“
Wir sehen: Laut RKK kann ein Mensch erst nach seinem Tod heiliggesprochen werden und auch nur dann, wenn er die von der RKK festgelegten Kriterien erfüllt. Das bedeutet, dass es im Verhältnis zu der Mitgliederzahl der RKK nur eine kaum nennenswerte Zahl von Heiligen gibt. Die große Masse der Mitglieder der RKK geht also leer aus. Hat die RKK mit ihrer Lehre und Praxis recht? Nein! Diese Lehre und Praxis steht im völligen Gegensatz zu den biblischen Aussagen und ist GOTT sogar ein Greul!
In ihren Gebeten reden die Angehörigen der RKK zu Toten. Sie suchen die Verbindung zu einer Person, die schon vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten verstorben ist. Es entsteht hier also ein Kontakt mit dem „Totenreich“. Davor warnt Gottes Wort in 5. Mose 18,9 sehr deutlich. Diese Praxis der Kontaktaufnahme mit Toten ist Gott ein Greul! Es ist dabei völlig egal, ob man die Heiligenverehrung als beten, anbeten, fragen, Gespräch oder bitten bezeichnet. In jedem Fall ist es Gott ein Greul. Kontakt mit Toten finden wir im Spiritismus und im Okkultismus.
Was sagt GOTTES Wort zur Frage: Wer ist heilig?
Laut Bibel sind alle Menschen, die eine Wiedergeburt im biblischen Sinne erfahren haben, als „Heilige“ anzusehen. Entscheidend dafür ist nicht die Heiligsprechung durch einen Papst, sondern allein die Stellung zu Jesus Christus. Heilig bedeutet im biblischen Sinne zum HERRN gehörig. Ob die verstorbenen Menschen, die der Papst heiliggesprochen hat, tatsächlich im Sinne der Bibel heilig sind, ist also eher fraglich und letztlich nicht zu beantworten.
Die Bibel bezeugt es an vielen Stellen klar und deutlich, dass der Mensch nur durch Jesus Christus Zugang zum lebendigen Gott hat. So heißt es z.B. in Epheser 2,18: „… denn durch ihn (Jesus Christus) haben wir den Zugang alle beide in einem Geiste zum Vater.“
Und in Johannes 14,6 sagt Jesus Christus: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben…“ Lukas schreibt in der Apostelgeschichte 4,12: „Und ist in keinem andern Heil, ist auch kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden.“
Die Bibel ist eindeutig: Der Weg führt immer direkt zu Jesus Christus, niemals zu einem oder über einen Heiligen.
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