
von Thomas Schneider
In einer Pressemitteilung ruft die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) ihre Mitgliedskirchen zum Gebet für den Frieden auf.
Am 24. Februar soll das „Friedensgebet“ stattfinden. Damit will die ACK, samt ihrer ideologischen Anhänger, des vierten Jahrestages des Krieges in der Ukraine gedenken.
Darin wird von einem „russischen Angriffskrieg“ gesprochen, ohne auch nur mit einer Silbe die seit Jahrzehnten verfolgte geopolitische Strategie der NATO-Osterweiterung zu erwähnen.
Mit diesem „Friedensgebet“ wolle die ACK „die Hoffnung auf Frieden“ wachhalten, wo doch die Kirchen maßgeblich immer wieder Haß gegen Andersdenkende im eigenen Land schüren – sei es der Kampf in der Corona-Zeit gegen Ungeimpfte oder die offen gezeigte Feindschaft gegen die größte Oppositionspartei im Land. Abscheulichkeit kannte und kennt eben keine Grenzen.
So ist es pure Heuchelei, mit dem Drohfinger auf Rußland zu zeigen, ohne die Geschichte im Kontext zu verstehen. Aber scheinbar will man das gar nicht. Im Gegenteil: Man will vom eigenen Versagen ablenken und ein zur Regierungspolitik passendes Feindbild fördern. Und wieder machen sich Kirchen schuldig!
Die ACK verweist in ihrem Gebetsaufruf „auf einen liturgischen Text der Fachkommission für Gottesdienst und Agende der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland“. Im vorgeschriebenen Gebetstext heißt es: „Du, GOTT, hörst…“, „Du, GOTT, siehst…“, „Du, GOTT, riechst…“, „Du, GOTT, schmeckst…“, „Du, GOTT, fühlst…“ – Klingen da etwa Zweifel durch, daß Gott doch das alles nicht könnte? Gott weiß doch um die Grauen eines jeden Krieges. Mit einem schwachen Hauch seines Mundes könnte er alles platt machen – auch die gottlosen Kirchen!
Das Feinbild gegen Russland malt der ACK-Vorsitzende, Reverend Christopher Easthill, besonders krass: „Wir stehen solidarisch an der Seite der ukrainischen Kirchen und des ukrainischen Volkes. Nach vier Jahren Tod und Leid beten wir selbstverständlich für Frieden. Gleichzeitig muss aber das Selbstbestimmungsrecht des ukrainischen Volkes gewahrt bleiben und die russische Aggression darf nicht belohnt werden.“
Immer wieder spielen Kirchen die gleiche fatale Rolle, wie fast immer in der Geschichte. Sie haben nichts aus ihr gelernt (wenn sie überhaupt etwas kapiert haben). Ihr Auftrag wäre, den Menschen das volle Evangelium zu predigen; aber auch den Regierenden deren Totalversagen im eigenen Land vor Augen zu halten und sie aufzufordern, aller Kriegstreiberei gegen Rußland ein Ende zu bereiten und für den Frieden einzutreten – von dem Gott in seinem Wort spricht.
