
von Thomas Schneider
Es gibt immer Zeiten, in denen die Wahrheit nicht nur verachtet, sondern bewußt unterdrückt wird. Die Bibel bezeugt das ganz nüchtern. Im Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Rom (1,18) heißt es, daß Gott seinen Zorn über alles gottlose Leben sichtbar werden läßt und über alle Gottlosigkeit der Menschen hereinbrechen wird, „die durch Unrecht die Wahrheit niederhalten“.
Dieses Niederhalten oder Einschließen der Wahrheit ist kein zufälliger Vorgang, sondern Ausdruck eines geistlichen Zustandes. Wo der Mensch Gott nicht mehr fürchtet, wird Wahrheit zur Bedrohung – denn Wahrheit richtet, entlarvt und ruft zur Umkehr.
Das Entscheidende: Wahrheit ist untrennbar mit Gott selbst verbunden. Jesus sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ (Johannes 14,6) Wird Christus aus dem öffentlichen Denken verdrängt, verliert auch die Wahrheit ihren Platz.
In solchen Zeiten werden Lüge und Halbwahrheit gesellschaftsfähig, während klare biblische Maßstäbe als „rückständig“, als „gefährlich“ oder gar als „rechtsextrem“ diffamiert werden. Wahrheit wird nicht mehr gesucht, sondern verwaltet, reguliert und wenn nötig eingeschlossen, aus dem öffentlichen Leben verbannt.
Politische Verirrung ist nicht in erster Linie ein Systemproblem, sondern ein Herzensproblem. So heißt es in Sprüche 14,34: „Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben.“ Wenn politische Entscheidungen sich von Gottes Ordnung lösen, verlieren sie ihre moralische Orientierung. Was gut ist, wird böse genannt, und was böse ist, wird gutgeheißen (Jesaja 5,20). Der Schutz des Lebens, die Wahrheit über den Menschen, die Verantwortung vor Gott – all das wird relativiert oder bewußt verschwiegen. So wird die Wahrheit „eingeschlossen“, während Ideologien an ihre Stelle treten.
Welche Schlußfolgerungen hat nun die Gemeinde Jesu aus diesem Dilemma zu ziehen? Für bibeltreue Christen ist das alles kein Grund zur Resignation, sondern zur ständigen Wachsamkeit. Gottes Wort ruft nicht zur Anpassung an den Zeitgeist, sondern zur Treue: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apostelgeschichte 5,29)
Die Gemeinde Jesu ist berufen, „Säule und Grundfeste der Wahrheit“ zu sein (1. Timotheus 3,15). Das bedeutet: die Wahrheit zu bezeugen – in Liebe, aber ohne Kompromiß! Auch wenn politische Machtstrukturen versuchen Wahrheit zu begrenzen, bleibt Gottes Wort frei und wirksam.
Die Bibel endet nicht mit dem Einschließen der Wahrheit, sondern mit ihrem endgültigen Sieg. Christus selbst wird offenbar machen, was verborgen ist: „Denn es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde.“ (Lukas 8,17)
So dürfen wiedergeborene Christen gewiß sein: Keine politische Fehlentscheidung, keine ideologische Täuschung und kein gesellschaftlicher Druck kann die Wahrheit Gottes binden. Sie mag aus menschlicher Sicht eingeschlossen erscheinen – aber sie bleibt frei, lebendig und ewig gültig. Und sie wird sich Bahn brechen, zur Ehre Gottes und zum Gericht über die Lüge.
