
von Thomas Schneider
Warum hat Jesus Wunder getan? Die Wunder Jesu sind untrennbar mit seiner Verkündigung verbunden. Sie sind ein Zeichen Gottes, das von uns Menschen eine Antwort des Glaubens und des Gehorsams fordert.
Wenn wir von den Wundern Jesu lesen, dann stellen wir fest, daß es Jesus nicht in erster Linie um die Heilung des Körpers geht, sondern um das Seelenheil des Menschen, das aus dem Glauben kommt. Hier nur drei biblische Beispiele:
Matthäus 9,2: Die Heilung eines Gelähmten (Der Gichtbrüchige) – „Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gelähmten, der lag auf einem Bett. Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.“
Matthäus 15,28: Die kanaanäische Frau – „Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.“
Matthäus 17, 20-21: Die Heilung eines mondsüchtigen Knaben – „Da traten seine Jünger zu ihm, als sie allein waren, und fragten: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Er aber sprach zu ihnen: Wegen eures Kleinglaubens.“
Wie soll Jesus heute Wunder tun, wenn sogar Menschen, die sich Christen nennen, vieles anzweifeln, was uns Gott in Seinem Wort hinterlassen hat? Es reicht uns nicht! Ein bißchen Esoterik, ein bißchen Joga, mal den Jakobsweg gehen, ein mystisches Zelt in Taizé aufschlagen und von der einen oder anderen Zeitmeinung etwas mitnehmen. Hinter allem steht dann die große Unsicherheit – weil wir doch überall unsere Pflöcke einrammen müssen, überall müssen wir doch dabei sein und dürfen nichts verpassen. Wenn es nicht hilft, dann wird es auch nichts schaden… Was für ein schlimmer Trugschluß!
Gott gibt uns nicht Wunder am laufenden Band. Aber immer dann, wenn ein Mensch zum lebendigen Glauben an Jesus Christus kommt, läßt Gott ein großes Wunder geschehen. Dieses Wunder ist größer als die Heilung von einer schweren Krankheit. Denn Gott bricht durch alle menschlichen Abschottungen hindurch. Das Wort Gottes trifft Menschen meist in einer einsamen, schwierigen Lebenssituation. Es spricht besonders Leute an, deren Leben zerbrochen ist: Alkoholsüchtige, Ehebrecher, Mütter, die ihr Kind abgetrieben haben. Jesus hat ihnen in ihr verkorkstes Leben hinein gesagt, dass ER sie dennoch liebt. Und sie übergeben ihr Leben dem Heiland Jesus. Von sich aus kann das kein einziger Mensch – allein der lebendige Gott kann das. Bei IHM ist kein Ding unmöglich.
Mit einem christlichen Schaulaufen können wir keinen einzigen Menschen zu Christus führen. Und mit hoher Theologie, die an den Grundfesten der Bibel rüttelt, schon gar nicht. Nur durch Gottes Geist und Seiner Kraft kann das Wunder des Glaubens geschehen. Der beste Gottesdienst ohne Gottes Geist ist wie ein wunderschöner Blumenstrauß in einer Vase ohne Wasser.
Der Pfarrer hielt die schönste Predigt, und dennoch schliefen manche ein.
Da schlich auf einmal in die Kirche des Pfarrers Katze sacht herein.
Ganz leise ging sie durch die Kirche und setzte sich dann vorne hin
und sah hinauf zu ihrem Pfarrer und hörte andachtsvoll auf ihn.
Da schauten alle auf die Katze, schnell weckte man die Schläfer auf,
damit sie sähen wie die Katze zu ihrem Pfarrer blickt hinauf.
„Ihr wundert euch“, so sprach der Pfarrer, „daß meine Katze kommt hierher
und daß sie aufpaßt auf die Predigt, das wundert euch vielleicht noch mehr.
Sie kommt hierher – ich will’s euch sagen – und sucht sich vorne einen Platz,
weil sie gehört hat, daß ihr Pfarrer hier hält die Predigt für die Katz.“
Sind wir Schlafende im Glauben, wie diese Gottesdienstbesucher? Glaube beruft sich nicht auf schön klingende Worte, sondern auf die Kraft Gottes. Paulus hat immer wieder bekräftigt, daß sich der Zuhörer beschenken lassen soll. In Korinth gab es eine Gruppe, die sich sehr gebrüstet hat. Das war die „Wir-Gruppe“. „Wir haben den Heiligen Geist“. Und dann hat sie Paulus auf den Boden der Tatsachen heruntergeholt und ihnen gesagt: Mit all dem, was ihr auch immer im Glauben erlebt habt, bleibt ihr sündige und der Erlösung bedürftige Menschen und lebt von der Gnade Gottes.
Ich hoffe sehr, daß um alle christlichen Familien herum Hauskreise entstehen und bibeltreue Christen wieder Wegweiser werden. Einfache Menschen waren es, die in Erweckungszeiten das Kreuz Jesu verstanden haben. So hoffe ich, daß auch du voller Freude bekennen kannst: „Jesus hat sich für mich geopfert. Ich kann unter seinem Kreuz stehen. Einen anderen Platz gibt es für mich nicht mehr. Er trägt meine Schuld. Ich habe Schuld auf mich geladen, aber Jesus will mich über Buße und Vergebung für Seinen Dienst in dieser Welt gebrauchen. Ich darf in Seiner Auferstehungskraft wirken. – Ich, der Sünder. Wo Glaube ist, da ist Hoffnung!“
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