
von Thomas Schneider
Im zweiten Teil zum Thema „Götter, Götzen, Religionen“ haben wir die Lehre des Buddhismus etwas näher kennengelernt.
Bis heute glauben tatsächlich Menschen, daß sie im Glauben an Buddha Rettung erfahren. Aber sie retten sich nur von einer Wiedergeburtskatastrophe in die nächste – bis sie sich irgendwann im Nichts auflösen.
Im dritten Teil geht es um den Hinduismus, eine dem Buddhismus nahestehende Religion, die mehr als 330 Millionen Götter verehrt.
Vielleicht hast du schon einmal im Radio oder in einer Fußgängerzone den Song gehört: „Hare Krishna, Hare Krishna, Hare Hare, Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare.” Viele singen das einfach so mit, weil das Lied eine schöne Melodie hat – ohne zu wissen, was da eigentlich gesungen wird. Dieses „Hare Krishna“ ist ein Lobgesang auf den Hindu-Gott Krishna. Dabei bezieht sich das Wort „Hare“ auf die Energie dieses Gottes; und „Rama“ das ist keine Margarine, sondern Ausdruck der Ehrerbietung für den hinduistischen Gott Krishna.
Der Hinduismus ist wie ein großer Ozean, der alles aufnimmt, was ihm zufließt. Was der eine Hindu glaubt, das muß der andere Hindu noch lange nicht glauben. Was dem einen Hindu heilig ist, das ist einem anderen Hindu unter Umständen völlig gleichgültig. Dieser große hinduistische Ozean wird niemals irgendein Wasser ablehnen, was ihm zuströmt. Da kannst Du glauben was du willst. Ein liberaler Christ ist da herzlich willkommen.
Bis heute ist der Hinduismus, ähnlich wie der Buddhismus, vom Kreislauf ewiger Wiedergeburten geprägt. Dieser Prozeß der Wiedergeburten soll deine Seele reinigen und sich dann im kosmischen Sein, im sogenannten „Brahman“ auflösen. Für Hindus ist die sichtbare Welt eine Illusion, also Sebsttäuschung.
Zu den Denksystemen im Hinduismus gehört „Yoga“. Yoga ist ein Instrumentarium zur Meditation, zur Besinnung und Konzentration. Du kannst deinen eigenen Weg wählen, den du für passend hältst. Über rechte Sitzhaltung und Atmungstechnik machst du eine Reise durch die Welt deiner eigenen Emotionen. Wird dabei noch das „OM“ (AUM) ausgesprochen – das ist der „heiligste Laut“ im hinduistischen Gebet – soll das deinen Gefühlshaushalt reinigen, Klarheit und Selbstvertrauen schaffen. Aus dem OM – so glaubt ein Mensch, der das praktiziert – soll das ganze Universum entstanden sein.
Aber auch ohne dieses OM konzentrierst Du dich nur noch auf einen Gedanken, bis zur völligen Entleerung deines Verstandes. Diese Art halbbewußter Zustand ist der vorletzte Schritt vor der Trance; einem Schwebezustand, in dem du dann – so das hinduistische Konzept – die Einheit mit den Göttern im Kosmos suchen kannst.
Das hinduistische Konzept gehört seit vielen Jahren zum Programm an deutschen Volkshochschulen. Tausende von Yoga-Schulen und Meditationszentren existieren in unserem Land. Yoga-Kurse gehören längst zu manchem kirchlichen Repertoire. Mit dem Ausblick auf ein Leben voller Freude, Gesundheit und Harmonie wird eine religiöse Philosophie gelehrt, die den Menschen von seinen körperlichen, seelischen und geistlichen Nöten befreien soll.
Das sogenannte „Hatha-Yoga“ dient als Einsteiger-Yoga, bei dem durch Körper- und Atemübungen sowie Meditation das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist hergestellt werden soll. „Hatha-Yoga“ ist eine Stufe auf dem Weg zum „Raja-Yoga“, der dem Menschen die Selbsterlösung aus allem Leiden schaffen soll.
Die Deutsche Yoga-Gesellschaft bietet das „Ur-Yoga“ des indischen Gelehrten Patanjali als „christliches Yoga“ an, das in Kirchenkreisen wohlwollend aufgenommen und praktiziert wird. Der „Achtstufige Pfad“, so die Yoga-Gesellschaft, stimme „in vielen Dingen mit dem Christentum“ überein und führe „in ein ‚gelobtes Land‘ des schöpferischen Menschseins“, wo „die Barmherzigkeit und die Demut die Erde beherrschen möchten“.
Die Sehnsucht der Menschen, Übersinnliches zu erfahren, ist groß. Deshalb sucht der Mensch auf diesem Wege rundum gesund zu werden. Immer wieder meinen Christen, daß es doch „nicht schaden kann, die eine oder andere Yoga-Übung zu machen; an die dahinterstehende Philosophie muß man doch nicht glauben!“
Yoga ist ein religiöser Versuch, das vergängliche Selbst des Menschen mit Gott zu vereinen. Ein Christ, der im Yoga Heilung erlangen will, versteht Gottes Wort nicht. Wer seinen Körper fit halten will, der sollte Sport treiben. Wer mit seinem Rücken Probleme hat, der sollte die Rückenschule einer Physiotherapie (ohne religiösen Beigeschmack) besuchen.
Wenn Verantwortliche in Kirchen und Gemeinden Yoga empfehlen, sind sie sich selbst ihres Glaubens an den Herrn und Heiland Jesus Christus nicht sicher und verwirren Menschen. Bisher hat mir jeder Yoga-Lehrer bestätigt, daß Yoga niemals losgelöst ist von einer geistigen Dimension.
Eine Verharmlosung fernöstlicher (buddhistischer/hinduistischer) Meditationspraktiken ist nicht nur sachlich falsch, sondern führt Menschen weg von dem Gott, der durch seinen Sohn sagen läßt: „und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Also auch in den Tagen voller Not und Krankheit.
Das Hauptproblem des Menschen nach der Bibel ist die Trennung von Gott. Diese Trennung kann niemals durch eigene Anstrengungen überwunden werden. Christus allein ist der Überwinder! Der religiöse Hintergrund des Yoga wird völlig unter den Teppich gekehrt. Keine einzige Yoga-Form funktioniert ohne den Einfluß religiöser Philosophie.
In Teil 4 der Reihe „Götter, Götzen, Religionen“ erhalten Sie Informationen zur Religion des Islam
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