
von Thomas Schneider
Als Gott die Menschen schuf, hat er sie nach seinem Bild erschaffen, damit sie auf dieser Erde leben und mit ihm Gemeinschaft haben. Unser ganzes Menschsein ist auf die Beziehung zu Gott hin angelegt. Wer diese Beziehung zu Gott nicht hat, versucht diesen Mangel irgendwie auszugleichen.
Menschen meinen, sie könnten durch Religion einen Weg zu Gott finden und versuchen, mit ihm darüber ins Reine zu kommen. Sie merken, daß da vieles in ihrem Leben nicht ohne Schuld abgelaufen ist. Sie suchen etwas, wo sie ihren Ballast loswerden können. Aber eine persönliche Beziehung zu Gott lehnen sie meist ab.
Die Ablehnung Gottes ist seit Adam und Eva das Urproblem des Menschen. Obwohl es dem Menschen ins Herz gelegt ist, daß er von seinem Schöpfer abhängig ist, will er alles selber machen. Und so lebt er seine paar Lebensjahre dahin in Selbst-Erkenntnis, Selbst-Befriedigung und Selbst-Erlösung.
Und solange sich der Mensch nicht im Klaren darüber ist, wer oder was sein Leben bestimmt, ist seine Seele – die doch eine große Sehnsucht nach einem glücklichen Leben hat – wie ein großes Vakuum.
So versucht der Mensch in seinen 70 und wenn`s hoch kommt 80 oder 90 Jahren seines Lebens, dieses innere Vakuum zu füllen. Er sucht nach einem Leben ohne Sorgen und Ängste, ohne Krankheit und Leid. –Gesundheit, Erfolg und Glück sind seine Maßstäbe.
Menschen suchen nach dem „fehlenden Etwas“. Und so frage ich mich oft, aus welchen Gründen dann die meisten Menschen sich nicht auf ein Leben mit Jesus Christus einlassen, sondern den Sinn ihres Lebens bei Göttern, Götzen und Religionen suchen.
Könnte einer der Gründe vielleicht der sein, daß der christliche Glaube zu einer Art Religion verkommen ist, bei der es mehr um Mitglieder, Traditionen, Strukturen, Events und sozialen Engagement geht und weniger um eine persönliche Beziehung zu Gott?
Zu einem großen Straßenfest komme ich mit einer Studentin ins Gespräch. Sie erzählt, daß sie als kleines Kind getauft worden ist. Meine direkte Art führt meist schnell auf den Punkt und so spreche ich sie auf einen kleinen Buddha an, der an ihrem linken Handgelenk baumelt. „Ach“, sagt sie, „den hab ich schon lange, den hat mir mal jemand geschenkt.“ Und dann zeigt sie mir ihr rechtes Handgelenk mit einem kleinen Kreuz am Band. „Naja, sagt sie, so richtig losgelassen hat mich der Gedanke an diesen Jesus nicht. Er hat ja wirklich viel durchmachen müssen. Deshalb trage ich auch noch das Kreuz.“ Als ich ihr sage, daß das mit Buddha links und Jesus rechts im Leben nicht so recht funktionieren kann, da wird sie neugierig. Und gerade wird auf der Freiterrasse eines Cafès ein Tisch frei, wo wir uns in Ruhe unterhalten können.
Und so erzähle ich ihr, was es mit Buddha auf sich hat. Ich erzähle ihr von dem Bettelmönch Siddharta Gautama, der unter einem Feigenbaum plötzlich eine Erleuchtung hatte, wie er zum Buddha (zum „Erleuchteten“) wurde und daraus die Lehre des Buddhismus entwickelte.
Zur Lehre des Buddhismus lesen Sie im 2. Teil der Reihe „Götter, Götzen, Religionen“
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