
von Thomas Schneider
Was veranlaßt mich an diesem Vormittag zu solch einer schwerwiegenden These? Ist die Behauptung, Deutschland sei ein gottloses Land, überzogen oder gar falsch?
Eine aktuelle soziodemografische Auswertung vom Markt- und Sozialforschungsinstitut INSA-CONSULERE (Erfurt) ergab: Nur 17 Prozent der Umfrageteilnehmer konnten zustimmen, daß die Bibel Politikern Orientierung geben kann. 56 Prozent stimmten dem nicht zu, 21 Prozent wissen es nicht und 6 Prozent machten dazu keine Angabe.
Eine Anfang des Jahres (KW 2) durchgeführte INSA-Umfrage zu Kirche und Glauben ergab, daß nur noch 21,5 Prozent der Deutschen Mitglied in einer der evangelischen Landeskirchen sind und 21 Prozent der Befragten beabsichtigen, in den nächsten zwei Jahren aus ihrer Kirche auszutreten. Nur 47 Prozent der Kirchenmitglieder (unter Ostdeutschen 54 Prozent) stimmen zu, daß sie gläubige Christen sind. Die Frage „Meinen Sie, daß man Ihnen anmerkt, daß Sie Christ sind?“ bejahen 39 Prozent Westdeutsche und 48 Prozent Ostdeutsche. Doch nur für 21 Prozent der Umfrageteilnehmer ist die Heilige Schrift alleinige Glaubensquelle.
Nun weiß jeder vernunftbegabte Mensch, welchen Stellenwert Umfragen haben. Dennoch zeigen diese Befragungen sehr deutlich, daß die meisten Menschen in unserem Land nichts mit dem Gott der Bibel, der sich durch sein Wort offenbart, etwas zu tun haben wollen.
Wer nicht glaubt, daß die Bibel – das geistgewirkte Wort Gottes – Politikern Orientierung geben kann, der bekennt gleichzeitig, daß die Bibel ein Buch wie jedes andere und der Glaube an den Gott der Bibel nichts anderes als Religion ist. Die eingangs genannten 17 Prozent (zur Frage, ob die Bibel Politikern Orientierung geben kann) belegen im Kontext zur Befragung über Kirchenmitgliedschaft und Glaube: Deutschland ist ein gottloses Land.
Nur eines wissen wir noch nicht: ob Gott Deutschland bereits aufgegeben hat. Bei den Umfragen ist mir folgendes aufgefallen: Einerseits wollen selbst 16 Prozent der Freikirchler aus ihrer Kirche austreten. Andererseits gibt es mehr Getaufte als Kirchenmitglieder. Kann Letzteres ein Hoffnungsschimmer sein, daß kleine bibeltreue Gemeinden bzw. Hausgemeinden entstehen und wachsen und Gott nur die fallen läßt, die ihm aufgrund falscher Lehre und einem gottlosen Leben zuwider sind?
Den Aussagen „Die Migration ist derzeit das größte Problem Deutschlands“ (50 %), „Ich mache mir große Sorgen um die Meinungsfreiheit in Deutschland“ (56 %), „der Klimawandel ist hauptsächlich menschengemacht“ (59 %) sowie „Die deutsche Wirtschaft erlebt derzeit einen deutlichen Abstieg“ (65 %) stimmen die Umfrageteilnehmer jeweils absolut-mehrheitlich zu. Um die Welt sorgt sich der Mensch, nicht aber um sein Heil – heute und in Ewigkeit.
