
von Thomas Schneider
Eine gestern veröffentlichte idea-Meldung mit der Überschrift „Sachsen-Anhalt: AfD greift Kirchen im Wahlprogramm massiv an“, beginnt mit den Sätzen: „Eine Regierungsübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt hätte massive Folgen für die beiden großen Kirchen in dem Bundesland. Das geht aus einem Entwurf für das Wahlprogramm der Partei hervor, der der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA vorliegt.“ (Unterstreichungen von AG WELT)
Selbst wenn sich diese beiden Sätze an eine sachliche Berichterstattung annähern, sind sie aus journalistischer Sicht nicht vollständig neutral und dienen der gewählten Überschrift als Verstärker. „Massiv“ ist wertend, kommentierend und unscharf.
Da schießen einem sofort Fragen durch den Kopf. Erstens: Was verfolgt idea mit einer solchen Nachricht?Und zweitens: Was erzeugt eine solche Nachricht beim Leser? Die erste Frage muss wohl oder übel die idea-Redaktion selbst beantworten. Hier bleibt zu hoffen, dass sich idea nicht auch (wie bereits andere „christliche“ Agenturen) dazu hinreißen lässt, gegen die größte Oppositionspartei in Deutschland Stimmung zu machen und Wählermeinungen bewusst zu beeinflussen. Auf die zweite Frage wird sich jeder freie Bürger seine freie Meinung bilden – hoffentlich!
Das Vorhaben der AfD, die Privilegien (Staatsleistungen) der großen Kirchen abzuschaffen, ist nicht nur legitim, sondern längst überfällig! Die seit Jahrzehnten regierenden Parteien – nach 36 Jahren wieder deutlich als Sozialistische Einheitspartei Deutschlands oder Nationale Front erkennbar – haben alles in großzügiger finanzieller Fürsorge getan, um die Kirchenfürsten in ihrer ideologischen Spur zu halten: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. – Auch idea kam immer wieder projektbezogen in den Genuß der Förderung aus den Fleischtöpfen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Korrekt beschreibt die AfD in ihrem Wahlprogrammentwurf, wes Geistes auch die staatlich geförderte Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt in Wittenberg ist und was sie betreibe: „politische Agitation im Sinne der Altparteien: Klimadoktrin, Genderismus und Regenbogenkult stehen hoch im Kurs, eine ‚sozial-ökologische Transformation‘ wird beschworen, der ungezügelten Masseneinwanderung wird das Wort geredet, und jeder, der grundsätzlich anderer Meinung ist, wird als Gefahr für die Demokratie ausgegeben.“
Wer diese und andere offengelegte Wahrheiten nicht erkennt, ist nicht nur gesellschaftpolitisch blind, sondern auch geistlich. Die Finanzierung ideologisch eingefärbter Kirchen muss ein Ende haben! Kirche Jesu Christi ist nicht Institution, Konfession oder Organisation, sondern die Gemeinschaft von Menschen, die wirklich an Jesus Christus glauben. Die wahre Kirche besteht aus wiedergeborenen Gläubigen, die an das geistgewirkte Wort Gottes glauben (2. Timotheus 3,16) und Jesus Christus als Herrn und Retter bekennen (Johannes 3,3; Römer 10,9). Sie brauchen keine staatlichen Zuschüsse, die sie in die weltliche Abhängigkeit und Verführung treiben. Die wahre Kirche ist größer als jede Institution und kleiner als bloße Mitgliedschaft. Die Kirche Jesu Christi ist nicht etwas, dem man beitritt – sondern etwas, zu dem man durch Glauben gehört.
Von neutraler Berichterstattung kann bei idea keine Rede mehr sein. Man hat den Eindruck, als wolle man dem linken Medienmagazin PRO nachjagen. Bereits im Jahr 2011, als ich meinen Dienst als Leiter der idea-Geschäftsstelle Ost beendete, hatte das Nachrichtenmagazin einen leichten redaktionellen Linksdrall, der sich in den letzten Jahren zunehmend verstärkt hat.
