
von Peter Hahne
Freispruch für Michael Ballweg! Da atmet man erstmal auf. Denn heute muß man ja mit allem rechnen. Die (meist von CDU und CSU) politisch gelenkten Staatsanwaltschaften der Länder treffen ja oft genug auf willfährige Richter.
Doch auf den zweiten Blick: enttäuschtes Entsetzen. Kaum eines der vorverurteilenden Pranger-Medien hält es für nötig, eine Meldung, geschweige denn eine Entschuldigung auf die Titelseite oder als Hauptnachricht zu bringen.
Und das Gericht sah es für nötig an, Ballweg wegen ein paar Euro für Hundematte und Parfüm der Steuerhinterziehung zu beschuldigen. Unfaßbar! Die Absicht ist klar: es muss etwas hängen bleiben. Der Freispruch muss also „zweiter Klasse“ sein. Von Betrug in Millionenhöhe sind ganze 19 Euro geblieben. Wie erbärmlich!
Neun Monate für nichts, absolut nichts in quasi U-Isolationshaft im berüchtigten Stammheim. Kein Bundespräsident, kein Spitzenpolitiker, kein Chefredakteur hält es jetzt für nötig, diesen Mann um Verzeihung zu bitten. Mit voller Absicht hat man dessen gesamte materielle Existenz und dessen untadeligen Ruf mutwillig zu zerstören versucht.
Dass diese Leute es wagen, sich auch noch Christen zu nennen und für „unsere Demokratie“, für Toleranz und Vielfalt einzutreten, ist die Krönung von Heuchelei und Doppelmoral. Mit Abscheu wendet man sich ab. Der Staat delegitimiert sich selbst. Und niemand greift ein.
Die korrupten Corona-Verbrecher läßt man dagegen laufen, ja belohnt sie noch mit Spitzenposten. Da fällt mir nur noch Alexander Solschenizyn ein: „Eine Diktatur erkennt man daran, dass sie die Kriminellen verschont und den politischen Gegner kriminalisiert.“ Wo soll das noch enden?!
Und das Positive? Ja, das gibt es. Man wollte Michael Ballweg brechen, zerstören, psychisch fertig machen, demütigen. Handschellen, die ich für politisch Verantwortliche fordere, wurden ihm demonstrativ angelegt. Entwürdigend! Für 19 Euro Vergehen! Aber es waren Demos, Mahnwachen, Soldidaritätsadressen und tausende Gebete wacher Christen, die wie eine Brandmauer um ihn standen. Das Feuer hat ihn nicht verzehrt. Im Gegenteil. Gott sei Dank!
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