
von Thomas Schneider
Was die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in den letzten Jahrzehnten an „Worten“, „Arbeitshilfen“ und „Resolutionen“ verabschiedet hat, sollte besser keiner in der Pfeife rauchen. Es könnte geistlich bis in Ewigkeit tödlich sein.
Weil diese Kirche nichts anderes zu tun hat, als ihre Bildung in punkto Bibelkunde zu schwänzen, hat sie wieder mal als blinder Blindenführer im März dieses Jahres ein „Wort“ mit dem Titel „Christliche Perspektiven für unser gesellschaftliches und politisches Miteinander“ publiziert.
Darin geht es – wie kann es anders sein – nicht um die Wahrheit der Bibel, sondern um „Bedrohungen“ durch „populistische Politik“. Doch wie kann eine „Bedrohung“ vom deutschen Volk ausgehen, wenn doch nach Artikel 20 im Grundgesetz alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht? Haben die Kirchenoberen Angst vor Menschen, die nach der Wahrheit trachten und sich Lügenkampagnen entgegenstellen?
Populismus, vom lateinischen Wort populus (das Volk) abgeleitet, bedeutet nichts anderes als Volksnähe. Der Bürger eines Landes hält zu seinem Volk. Das ist vernünftig! Schließlich ist er ja ein Teil dieses Volkes, also einer Gruppe von Menschen, die insbesondere aufgrund von kulturellen Gemeinsamkeiten miteinander verbunden sind.
Nun unterstellt die EKD Bürgern unseres Landes (die sie nicht konkret mit Namen nennt) in irrationaler und vernunftabsprechender Pauschalität „menschenfeindliche Rhetorik und Schreckensszenarien, die das Ziel haben, zu verunsichern und das Vertrauen in die Demokratie zu erschüttern.“ Die EKD setzt nach eigenen Angaben „erstens auf die abwägende Vernunft als göttliche Gabe und zweitens auf einen mitfühlenden Blick auf unsere Mitmenschen“. Wo steht in der Bibel etwas davon, dass „abwägende Vernunft“ eine Gabe Gottes sein soll? Und woraus schlussfolgert die EKD, dass sie eine solche „Gabe“ von Gott geschenkt bekommen hätte. Einen „mitfühlenden Blick“ auf Mitmenschen pflegen auch Atheisten – oftmals herausragender als manche Christen!
Dann bringt es diese religiöse Institution auch noch fertig, zwischen „Populismus (also Volksnähe) und Menschenfeindlichkeit“ eine unheilige Allianz zu inszenieren, die sie mit 5 Thesen zu belegen versucht.
Bereits These 1 zeigt ganz offen einen himmelschreienden Widerspruch, wenn es da heißt: „Die populistischen (also volksnahen) Botschaften gedeihen vor allem dort, wo zuvor Angst und Verunsicherung gesät wurden. Die christliche Haltung dagegen gründet auf Vertrauen, Mut und Zuversicht.“ – Die „christliche Haltung“ sollte doch auch Volksnähe sein – oder? Die Aufgabe der Kirche ist doch, dem deutschen Volk das Evangelium von Jesus Christus zu verkünden. Was aber lässt die EKD von den Kanzeln der Kirchen predigen? Mord an ungeborenen Kindern: schweigend tolerieren. Schwule, Lesben und andere nichtexistente Geschlechter im kirchlichen Predigt- und Leitungsdienst: kein Problem. Krieg führen: untertan der Obrigkeit sein.
Die EKD meint, sie habe in Vollendung die höchste Erkenntnis, entscheiden zu können, was Populismus ist und wie wahre Volksnähe auszusehen hat. Was sich in den Verlautbarungen der EKD immer wieder zeigt: Sie will nicht, dass sich Menschen für den Schutz ungeborenen Lebens engagieren. Sie will nicht, dass Menschen daran festhalten, dass es schöpfungsgemäß nur zwei Geschlechter gibt. Sie will nicht anerkennen, dass der Mensch niemals in der Lage sein wird, das von Gott geschaffene und täglich vom Schöpfer bewahrte Klima zu retten. Die EKD will nicht, dass sich Menschen für den Frieden einsetzen. – Und warum?
Würde sich die EKD auf die Werte der Bibel besinnen und sich von ihrem falschen Populismus trennen, dann bekäme sie das „Schwert“ der Obrigkeit zu spüren. Vor dieser Art Volksnähe hat die Kirche panische Angst. Diese religiösen Führer hängen in einer geistig-geistlichen Blase fest mit Lügen und Halbwahrheiten und machen – aus Unwissenheit oder purer Dummheit – Populisten (Volksnahen) den Vorwurf, es gäbe keine „Denkverbote“, es gäbe nicht die „schwerste Wirtschaftskrise“, es gäbe keine „Deindustrialisierung“, es gäbe keine „Explosion der Kriminalität“.
Es ist unglaublich, im EKD-Papier lesen zu müssen: „Angst zu machen, ist die Strategie des Populismus“. Was Volksnähe bedeutet, zeigen die letzten Wahlen in Deutschland überdeutlich. Man muss halt die Wahlergebnisse auch lesen können.
Die größte Irrlehre verbreitet die EKD in ihrem Papier in These 3 mit den Worten: „Aus christlicher Sicht sind alle Menschen Gottes Kinder.“ Eine solche „christliche Sicht“ führt Menschen in die Irre! Würden diese Kirchenfürsten in die Bibel schauen, dann könnten sie lesen: „Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ Alle Menschen sind Geschöpfe Gottes, aber nicht automatisch Gottes Kinder. Aber das scheint diese Kirche nicht zu interessieren, für die ohnehin alle Menschen in den Himmel kommen, die irgendwann einmal in die Kirche hineingetauft worden sind.
Abschließend fragt die EKD in ihrem „Nachwort“: „Was bringt Menschen dazu, Halbwahrheiten, Verschwörungstheorien und Lügen in ihr Weltbild zu integrieren?“ Um diese Frage zu beantworten, bemüht die EKD Friedrich Nietzsche, ausgerechnet den Mann, der einen Fluch über das Christentum ausgesprochen und den Begriff „Ressentiment“ in die deutsche Sprache eingeführt haben soll. Damit will die EKD nichts anderes sagen als das: Die Volksnahen (Populisten) seien von Vorurteilen geprägt und würden unter dem Gefühl der Unterlegenheit leiden.
An die EKD sei die Gegenfrage erlaubt: Was bringt die EKD dazu, die Bibel nicht als das vom Geist Gottes inspirierte und unfehlbare Wort Gottes anzuerkennen, auf den Staat und seine Politik zu schwören und deren Unwahrheiten in kirchliche Verlautbarungen aufzunehmen? Das „Wort“ der EKD ist nichts anderes als eine fatale Stütze volksfeindlicher Politik!