25. Juni 2018

Alles umsonst?

Martin Reininghaus, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Weltanschauungsfragen e.V. Foto: privat

von Martin Reininghaus

Die Sonne scheint durch die gerade geputzten Fenster. Dieser Anblick lässt alle Mühen vergessen. Doch plötzlich tauchen am Himmel die ersten schwarzen Wolken auf und die ersten Regentropfen fallen. War etwa die ganze Mühe umsonst? Diese Frage beschäftigt uns immer wieder bei beruflichen und privaten Niederlagen oder Rückschlägen. Alles umsonst? Auch in der Bibel ist an vielen Stellen von vergeblicher Mühe zu lesen. Der Prophet Jesaja sollte das von Gott abtrünnige Volk Israel zur Umkehr bewegen und niemand hörte auf ihn. So liest man in Jesaja 49,3-4: Er (Gott) sagte zu mir: „Du bist mein Diener, Israel, an dir zeige ich meine Herrlichkeit!“ Ich (Jesaja) aber dachte: „Vergeblich habe ich mich gemüht, umsonst und nutzlos meine Kraft vertan….“

Gott hat auch dich geschaffen. Du konntest dich nicht kaufen. Du gehörst dir darum nicht! Gott hat dir dein Leben geschenkt und hat einen bestimmten Plan und Auftrag für dich. Er hat dich dafür mit den nötigen Gaben und Begabungen ausgestattet. Er wird dich dabei nicht allein lassen! Er möchte dich – menschlich gesprochen -, nach Abschluss dieser irdischen vergänglichen Aufgaben für alle Ewigkeit bei sich haben. – Aber du kannst dich auch ganz frei gegen ihn entscheiden. Mit allen unendlich grausamen Folgen für deine Zukunft. – Doch dieser für dich von Gott bestimmte Plan ist aus menschlicher Sicht nicht erkennbar, da wir Menschen uns von Gott getrennt haben (Sündenfall) und wir selbst unser Gott sein wollen. Wir wollen unser Leben selbst bestimmen und die Folge ist Egoismus pur. Dabei merken wir nicht, dass der Gegenspieler Gottes, Satan, unser Leben immer wieder lenken will und uns eine Erfüllung aller Sehnsüchte vorgaukelt mit dem Ziel, dass wir das Leben nach unserem irdischen Tod bei ihm in ewiger Trennung von unserem Schöpfer verbringen. Du musst dich fragen lassen: „Hat Gott dich etwa umsonst, also völlig vergeblich geschaffen?“

„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

Doch da gibt es auch eine andere Bedeutung des Wortes „umsonst“. „Heute gibt es etwas umsonst!“ Wenn so etwas in der Werbung steht, werden wir hellhörig. Es gibt etwas geschenkt, kostenlos, ohne oder nur gegen eine kleine Gegenleistung! Aber inzwischen vermutet man, dass dahinter eine versteckte Bedingung, Forderung steckt. „Die Sache hat wohl einen Haken“, sagt man bei uns. Außerdem gibt es auf dieser vergänglichen Erde nichts umsonst, ohne Kosten! Alles kostet entweder Geld, Zeit, Energie, Gesundheit, Frieden, Gedanken, innere Überwindung. Von „Nichts“ kommt „Nichts“! Sogar der Weg zum ewigen Leben bei Gott kostet so viel, dass kein Mensch das bezahlen kann, selbst wenn er dafür sein Leben geben würde. Satan fordert die ganze Seele und meldet seine Besitzansprüche an. Niemand kann sich selbst aus „dem sündigen Sumpf seiner Seele“ herausziehen.

Da lese ich in der Bibel: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offenbarung 21, 6)! Gott verspricht uns Menschen, dass er unsere innere und oftmals versteckte Sehnsucht nach echtem Leben in seiner Nähe für uns umsonst, kostenlos, stillen möchte. Das Wasser des Lebens ist Gottes Wort, das wir in der Bibel finden. Darin ist aber auch zu lesen, wer die für uns unbezahlbaren Kosten beglichen hat. In und durch Jesus Christus ist Gott selbst Mensch geworden, hat als einzig sündloser Mensch die Gottesferne an unserer Stelle am Kreuz erlebt und ist von den Toten leibhaftig auferstanden. Wir brauchen daher niemals, wie Jesus Christus, rufen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, sondern nur von unserem bisherigen Lebensweg umkehren und Buße tun, Jesus Christus für seine Erlösungstat danken und nach Gottes Willen leben. Das sind die Dinge, die uns dann auch den Plan und die Aufgaben, den Sinn unseres irdischen Lebens erkennen lassen.

War der Tod Jesu Christi für dich umsonst, also vergeblich, weil du das nicht glaubst? Oder war der Tod Jesu Christi für dich umsonst, also kostenlos, weil du das Geschenk annimmst und du dadurch gerecht vor Gott geworden bist?