(AG WELT) Mehr als 7.000 Menschen haben sich zum 11. „Marsch für das Leben“ am vergangenen Samstag nach Berlin rufen lassen. Das waren 2.000 Teilnehmer mehr als im vergangenen Jahr.
Der Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Martin Lohmann, forderte eine gleichberechtigte Willkommenskultur. Wenn Flüchtlinge im Meer ertrinken, sei das „eine Schande“. Es sei aber ebenso eine Schande, „wenn Kinder durch eine Abtreibung im Mutterleib zerrissen“ würden“, so Lohmann.
Deutliche Worte fand auch der evangelische Pfarrer und frühere Pro Christ – Redner Ulrich Parzany. Er sagte auf der Bühne vor dem deutschen Kanzleramt:
Es macht Mut zu sehen, dass so viele aufstehen für das Leben. Mit vielen evangelischen Christen bin ich allerdings auch enttäuscht und ich sage, auch zornig, dass nicht die Kirchenleitungen der Evangelischen Kirchen eindeutig hinter diesem Tag mit ihrer Zustimmung stehen. Es ist auch erschreckend, dass, wenn man einsteht für den Schutz des Lebens, dass einem so viel Feindschaft, bis zum Hass, begegnet. Aber wir dürfen unser Verhalten nicht von den Gegnern bestimmen lassen. Gott, der Schöpfer und Liebhaber des Lebens, der hat uns die Wegweisung gegeben in der Heiligen Schrift: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Wir können das, weil wir den Mann vom Kreuz im Kreuz haben. Der ist für uns gestorben, dessen Liebe macht uns stark. Er hat gebetet am Kreuz für seine Feinde: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“ Feindesliebe ist die Waffe des Liebhabers des Lebens, unseres Gottes. Wir leben von dieser Liebe des gekreuzigten Jesus. Wir leben davon und wir dürfen schöpfen daraus und dürfen uns daran orientieren und diese Liebe weitergeben. Ich bitte euch: Nutzt diese Quelle der Liebe im gekreuzigten Jesus. Wir werden sie brauchen im Kampf, um Widerstand zu leisten. Wir stehen dafür, das Gebot Gottes gilt: „Du sollst nicht töten.“ Und wir rufen mit dem Propheten Jeremia: „O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort!“
Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) hatte bereits zuvor eine Unterstützung der Veranstaltung abgelehnt.
Abtreibung „zum Himmel schreiendes Unrecht“
Am „Marsch für das Leben“, der seit 2002 vom Bundesverband Lebensrecht (BVL) organisiert wird, nahmen in diesem Jahr vier katholische Bischöfe teil, unter ihnen der Weihbischof im Bistum Rottenburg-Stuttgart, Thomas Maria Renz. Er betonte in seiner Predigt zum Abschlussgottesdienst vor dem Berliner Dom, dass es ein „zum Himmel schreiendes Unrecht“ sei, wenn in Deutschland alle fünf Minuten ein Kind durch Abtreibung sterben müsse. Christen, die sich für den Schutz des Lebens engagierten, seien keine selbsternannten sondern „von Gott ernannte Lebensschützer.“
Die Polizei setzte 900 Beamte ein, um die am Marschteilnehmer vor den zum Teil aggressiven Gegendemonstranten zu schützen, die auch nicht davor zurückschreckten, Farbbeutel, Eier und Pferdekot in die demonstrierende Menge zu werfen. Die Sicherheitskräfte hatten offensichtlich Schwierigkeiten, die rechtswidrigen Sitzblockaden von Gegendemonstranten aufzulösen, wodurch der Demonstrationszug immer wieder ins Stocken geriet und allein an einer Straßenkreuzung weit mehr als eine Stunde warten musste.
Der nächste „Marsch für das Leben“ soll nach Angaben des Veranstalters am 17. September 2016 und wieder in der deutschen Bundeshauptstadt stattfinden.
Baldur Gscheidle meint
Ja Gott sei es gedankt! Es gibt sie noch Männer die den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen!
Jutta meint
Es ist so wichtig, dass dieses stattfindet. Und es ist schon komisch, dass momentan viele „Fremdlinge“, wer auch immer sie sein mögen, so überschwänglich empfangen werden, aber das „eigen Fleisch und Blut“ sozusagen wird abgestossen.
Beschämend sind die, die dem GOTT des Lebens zu dienen vorgeben, aber Angst haben, Unterstützung zu leisten.
Und: Diese, die das Leben unterstützen, diese kämpfen auch für Frauen und als Warnung, abzutreiben.
Ich habe im Alter von 24 – in einer für mein damaliges Verständnis aussichtslosen Situation – abgetrieben. Nach einer Beratung von Pro Familia. Ich war auch Feministin und habe das richtig gefunden: Mein Bauch gehört mir. Nur, damals habe ich überhaupt nicht begriffen, was das ist: Leben. Ohne, dass man von GOTT hört und vom Kreuz, kann man das auch nicht. Ich habe nie in dieser Form, wie ich vor ein paar Jahren – ich bin jetzt 52 – von GOTT hören durfte, von GOTT gehört. Von dem, der auch mich so sehr geliebt hat, dass ER für mich gestorben ist. Als ich dann zum Glauben kann, kam auch diese Zeit natürlich ins Gedächtnis. Weil ich es vor IHN bringen musste und wollte, um Vergebung zu erbitten – oh, das war schwer. Ich habe zwei Jahre lang geweint und mir gewünscht, ich könnte die Zeit zurückdrehen, um das ungeschehen zu machen, weil mir bewusst wurde, dass das Mord war. Ich bin auch davon überzeugt, dass diese Tat mein Leben zutiefst beeinflusst hat, mehr als alle anderen Sünden und Verfehlungen, und zur Bindungsunfähigkeit und Lebensangst beigetragen hat. Das hat im Untergrund sein Unwesen getrieben. Sogar die säkularen Ärzte und auch die Psychologen gestehen mittlerweile ein, dass die Frauen, die das getan haben, weil sie es entweder selbst wollten oder von der Umwelt dazu gezwungen worden sind, dadurch psychisch und vor allem seelisch geschädigt sind. Gezeichnet. Auch wenn sie äußerlich zu funktionieren scheinen.
Wir können nur weiter beten und versuchen, das Böse mit dem Guten zu überwinden. Den Menschen Aufklärung geben und die Frauen warnen.