15. Dezember 2017

Haben Ehe und Treue ausgedient?

(AG WELT) Die aktuelle „Apotheken Umschau“ informierte am 28. April ihre Leser über das Ergebnis einer in Auftrag gegebenen Umfrage zum Thema Ehe, Treue und Scheidung. Daraus geht hervor, dass die meisten Deutschen der Monogamie keine große Chance mehr geben. Psychologen sehen die Ursachen für diese Entwicklung im gesellschaftlichem Wandel und in der Emanzipation der Frau. Für die evangelische Kirche ist das Scheitern einer Ehe mit Trauer verbunden. Sexualethiker bezeichnen Scheidungen als Beziehungsstörung. Wie der Schöpfer der Ehe, Gott, Treue und Scheidung bewertet, steht in der Bibel.

Nach Meinung vieler Deutscher funktioniere Monogamie nicht mehr, die Ehe habe an Bedeutung verloren und Ehescheidung wäre keine „große Sache“ mehr. „Lebenslange Verliebtheit, alt werden und glücklich sein mit dem gleichen Partner“ sei heute längst nicht mehr Realität.

Eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung (Nürnberg) im Auftrag des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ (Baierbrunn/München) besagt, dass jeder zweite Deutsche nicht daran glaube, dass Monogamie funktioniere. Für 80,3 Prozent der befragten Männer und Frauen sei Ehescheidung kein großer Skandal, „keine große Sache mehr, das kommt ja in den besten Familien vor“.

Ehe und Partnerschaft stünden, so der Hamburger Diplompsychologe und Paartherapeut Oskar Holzberg in einem gesellschaftlichen Wandel. Unsere Kultur sei „nicht mehr so partnerschaftsunterstützend wie früher, das Ehegelübde nicht mehr so bindend.“ Trennung bedeute keine gesellschaftliche Ausgrenzung mehr. Alles beruhe viel stärker auf Freiwilligkeit.

Nach Aussage der Sozialpsychologin Elke Rohmann von der Ruhr-Universität würden zwei Drittel aller Scheidungen von Frauen eingereicht. Sie seien nicht mehr bereit eine Ehe einzugehen, nur um Kinder nicht allein großziehen zu müssen oder sich finanziell sicherer zu fühlen.

Befragt wurden nach eigenen Angaben 2028 Personen ab 14 Jahren, darunter 1040 Frauen und 998 Männer. Der Anteil der an der Umfrage beteiligten Christen, Muslime oder Menschen anderer Weltanschauungen ist nicht bekannt.

Auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea bedauert der Pressesprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Oberkirchenrat Reinhard Mawick (Hannover), das Ergebnis der Umfrage: „Jedes Paar möchte doch zunächst, dass die Beziehung ein Leben lang hält; die Sehnsucht nach Treue haben die meisten. Als Kirche freuen wir uns über Ehen, die ein Leben lang halten. Das Scheitern, also der Tod einer Ehe, ist immer ein Grund zur Trauer. Aber die Frage, ob man eine Beziehung, die einfach nicht funktioniert, unbedingt weiterführen muss, sollte gestattet sein.“

Rolf Trauernicht, Leiter des evangelischen Fachverbands für Sexualethik und Seelsorge „Weißes Kreuz“, bezeichnete gegenüber idea Scheidungen und wechselnde Partnerschaften „im Lebensvollzug dramatisch“. Expertenangaben zufolge seien etwa 50 Prozent der Deutschen beziehungsgestört. Die Gesellschaft werde dadurch immer beziehungsunfähiger und die Nachkommen „einsamer, bindungsgestörter und kinderloser“. Man müsse, so Trauernicht, den Erhalt von Ehe und Familie proklamieren.

Nach der Bibel ist die Ehe eine dauerhafte verpflichtende Partnerschaft zwischen Mann und Frau. Der Evangelist Matthäus beschreibt Gottes Willen so, dass ein Mann Vater und Mutter verlassen und einer Frau „anhangen“ wird und dass sie „ein Fleisch“ sein werden. Er mahnt dies sogar mit Nachdruck an: „So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern „ein“ Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!“ Paulus sagt den Männern in Ephesus, dass sie ihre Frauen lieben sollen. Und die Frauen sollen sich dem Mann unterordnen „wie dem Herrn“. Mann und Frau sollen sich, da sie in der Ehe „ein Fleisch“ sind, beide Gott unterordnen, unterordnen in der Furcht Christi. Petrus ermahnt die Männer, sie sollen dem weiblichen Geschlecht als dem schwächeren Ehre erweisen. Schließlich sorgt der Schöpfer der Ehe mit dem siebenten und zehnten Gebot auch für ihre Sicherheit: „Du sollst nicht ehebrechen“ und „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib“. Für Menschen, die Gott als ihren Herrn im Leben anerkennen, sind Fragen zu Treue, Ehe und Scheidung geklärt.