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Heute Hüh und morgen Hott

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Der altdeutschen Sprache wird vieles nachgesagt, so auch die Redewendung „Heute Hüh und morgen Hott“. Für einen Fuhrmann war es selbstverständlich, daß seine Pferde oder Ochsen, die er im Gespann hatte, bei „Hüh“ nach links und bei „Hott“ nach rechts ausscherten. Kommen vom Fuhrmann bei einer Abbiegung keine klaren und eindeutigen Befehle, dann sind die Tiere so verwirrt, daß sie womöglich geradeaus weiterlaufen, irgendwo in der Prärie stehenbleiben oder sogar vor Schreck durchgehen.

Trifft ein Mensch widersprüchliche Aussagen und ändert er ständig seine Meinung, dann wissen die anderen um ihn herum nicht, was er eigentlich will. Das Ergebnis: massiver Verlust seiner Glaubwürdigkeit. Sein Umfeld reagiert mit Distanzierung und Verunsicherung – wie die Pferde eines unsicher geführten Gespannes. Geschieht solches Verhalten bei einem Menschen dauerhaft, dann resultiert daraus strategisches Mißtrauen.

Wenn das „Heute Hüh und morgen Hott“ in einer Familie zum Dauerbrenner wird, wissen Ehepartner und Kinder bald nicht mehr, woran sie bei ihrem Familienmitglied sind. Die Emotionen schlagen hoch, wenn beispielsweise Widersprüche die getroffenen Absprachen als wertlos entlarven. Wankelmütigkeit führt oft zum Verlust von Autorität und eines festen Ankers in immer rauer werdenden Zeiten. Streitigkeiten führen nicht selten zum Zerbruch von Ehe und Familie.

Wie im Kleinen, so auch im Großen. Lügenbarone, wie sie heutzutage in Staats- und Regierungsämtern leider en mass anzutreffen sind, haben bald schon keinen Rückhalt mehr im Volk. Politiker, die „heute Hüh und morgen Hott“ sagen, werden bald schon nicht mehr ernst genommen. Über sie werden Witze gemacht und bei Wahlen abgestraft. Ein Land, das wirtschaftlich vorankommen will, braucht intelligente Leute, die selbst in schweren Zeiten Wahrheit, Charakterfestigkeit und Volksnähe erkennen lassen.

Gott gefällt es nicht, wenn Worte, Entscheidungen und Handlungen seiner Geschöpfe keine beständige Richtung erkennen lassen. Aus Sicht der Bibel handelt es sich nicht etwa nur um eine etwas lästige Charaktereigenschaft. Hinter dem „Heute Hüh und morgen Hott“ stehen oft Eigenwille, Ungehorsam und Menschenfurcht, die aus einem geteilten Herzen und aus mangelnder Gottesfurcht resultieren. Gottes Wort fordert den Menschen nicht dazu auf, mit dem Zeitgeist zu schwimmen, der in einem fort seine Richtung ändert.

Wer seine Fahne ständig nach dem Wind hängt, mag wohl manchen Schwierigkeiten im Leben aus dem Weg gehen, handelt aber nicht nach der Wegweisung Gottes. Du wurdest von Gott nicht als ein Wesen geschaffen, das zwischen Wahrheit und Lüge hin- und herpendeln soll. ER gab dir einen klaren Auftrag. Das menschliche „Heute Hüh und morgen Hott“ spielt dem Teufel in die Hände, der dich wie die Eva im Garten Eden fragt: „Sollte Gott wirklich gesagt haben…?“

Schon damals begann das Trauerspiel mit der Sünde, das nicht nur in Familie und Politik seine Bühne gefunden hat. Der Prophet Elia sprach auf dem Berg Karmel zum Volk Israel: „Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm nach, ist’s aber Baal, so wandelt ihm nach.“ (1Kön 18,21) Was antwortete das Volk dem Elia? In der Bibel steht: Sie antworteten „nichts.“ Das auserwählte Volk Gottes schwankte hin und her und wollte sich nicht festlegen. Es wollte Gott und dem Götzen Baal gleichzeitig dienen: „Heute Hüh und morgen Hott“.

Die Bibel zeichnet kein gutes Bild über den Menschen. „Trügerisch (schwierig) ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es. Wer kennt sich mit ihm aus?“ (Jer 17,9) So ist der Mensch. Du kannst heute von etwas überzeugt sein und morgen das Gegenteil vertreten und dich damit selber täuschen. Du kannst heute Gott dienen wollen und morgen wieder deinen eigenen Begierden folgen. Wenn das so ist, dann hilft dir nur ein durch Gottes Geist erneuertes Herz im festen Glauben an Jesus Christus. Du mußt „von Neuem“ geboren werden (Joh 3,7). Halbe Entschlossenheit ist ein ganzer Unsinn! So wie der Prophet Elia von Israel, so fordert Gott von dir eine Entscheidung: Baal oder Gott, Hüh oder Hott, links oder rechts, Hölle oder Himmel.

Der HERR Jesus wird im Weltgericht, so heißt es in Matthäus 25,33, die Schafe zu Seiner Rechten stellen und die Böcke zu Seiner Linken. Unerbittlich und kompromißlos wird ER dann eine Trennung von den Geretteten (Schafe) und den Verdammten (Böcke) vornehmen. Links ist in der Bibel immer der Ort des Fluches. Die Bibel warnt vor dem Hin- und Hergetriebenwerden: Heute diese Lehre, morgen eine andere; heute glaubt man dieses, morgen jenes; und übermorgen ist man überzeugt, daß es überhaupt keine absolute Wahrheit gibt.

Die unumstößliche Konsequenz: Wer „Heute Hüh und morgen Hott“ lebt, wird am Ende auf der linken Seite stehen und zur Hölle gehen, wo „den unnützen Knecht … äußerste Finsternis … Heulen und Zähneklappern“ (Mt 25,30) erwarten. Sei also klug wie ein Schaf, das in aller Demut seinem treuen Hirten folgt, dem Heiland, Retter und Erlöser Jesus Christus. IHM allein schenke alle Ehre, heute und zu jeder Zeit.

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