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Wo gehobelt wird, da fallen Späne

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Wer den ganzen Tag hart arbeitet, muß trotz hoher Konzentration auch mit Flüchtigkeitsfehlern und Verlusten rechnen und so manches Mißgeschick ist kaum korrigierbar. In der Tischlerei (Süd- und Westdeutsch: Schreinerei), aus der das Sprichwort „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ stammt, können einige Millimeter zu viel abgehobelte Späne nicht so einfach wieder angeklebt werden. Außerdem gehören Dreck, Abfall und Reststücke zum Arbeitsalltag, wo Werkstoffe und Materialien bearbeitet werden.

Im übertragenen Sinn bedeutet dieses Sprichwort, daß keine Arbeit, kein Dienst und keine Aktivität ohne Risiken und Nebenwirkungen bleiben. Auch wenn es manchem sehr schwerfällt: Fehler sind zu akzeptieren, Konsequenzen sind zu tragen, Verharmlosungen bringen nichts. – Entspricht solches Denken der Heiligen Schrift?

Die Bibel bestätigt, daß menschliches Handeln immer unvollkommen ist und bis zum Lebensende bleibt. Allein Gott ist vollkommen, wie auch Sein Sohn Jesus Christus. Doch wenn der Mensch trotz aller Mangelhaftigkeit einen Nutzen oder Ertrag haben will, muß er auch mit mancherlei negativen Begleiterscheinungen klarkommen. In Sprüche 14,4 heißt es treffend: „Wo keine Rinder sind, da ist die Krippe leer; aber die Kraft des Ochsen bringt reichen Ertrag.“ Ein Stall ohne Ochsen bleibt sauber, doch es wird keinen Ertrag geben. Eine Werkstatt ohne arbeitende Tischler bleibt ohne Späne, doch sie wird keinen Gewinn erwirtschaften.

Es gibt keinen einzigen Diener im Auftrag Gottes, der im Laufe seines Lebens keine Fehler gemacht hätte. Beispielhaft hierfür stehen: der Ungehorsam von Mose gegenüber Gott am Wasser von Meriba (4Mo 20,1-13), David fiel in schwere Sünde (2 Sam 11-12), Petrus verleugnete Christus (Mt 26,69-75). Das Sprichwort „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ kann eine Erinnerung an die Begrenztheit des Menschen sein.

Leider wird im Volksmund dieses Sprichwort auch dafür verwendet, grob fahrlässige Fehler zu entschuldigen, verletzendes Verhalten anderen gegenüber zu rechtfertigen und schlimmstenfalls sich selbst als Opfer eigenen Versagens darzustellen. Und genau an dieser Stelle gerät dieses Sprichwort in einen Konflikt zur Bibel. Denn Gottes Wort sagt niemals: „Der Zweck heiligt die Mittel.“ Im Gegenteil. Jesus lehrt Seine Nachfolger: „Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut auch ihr ihnen.“ (Mt 7,12)

Es verstößt gegen den Ordnungswillen Gottes, wenn du durch schludriges Arbeiten oder rücksichtsloses Verhalten Schaden an Gütern oder Menschen verursachst. Du kannst dich nicht auf „Späne“ berufen, wenn du vorsätzlich das Hobel-Maß falsch eingestellt hast. Im Epheserbrief (5,15) schreibt Paulus im Auftrag Gottes: „Achtet also genau darauf, wie ihr euer Leben führt – nicht als törichte, sondern als weise Menschen!“ Sage nicht, wie die Welt es sagt: „Da sind eben ein paar Späne gefallen“, sondern: „HERR Jesus, ich bitte dich für meine Schuld, für mein Versagen um Vergebung!“

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