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Viel Feind, viel Ehr!

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Es heißt, daß die Redewendung „Viel Feind, viel Ehr!“ dem berühmten kaiserlichen Feldhauptmann der Infanterie und Landsknechtsführer Georg von Frundsberg (er lebte von 1473 bis 1528) aus dem Hause Habsburg zugeschrieben wird.

Im Kampf um die Vorherrschaft in Oberitalien (Kaiser Maximilian I. befand sich im Krieg mit der Republik Venedig) sollen die venezianischen Truppen zahlenmäßig überlegen gewesen sein. Um dem Ausbrechen von Panik und Mutlosigkeit entgegenzuwirken, soll Georg von Frundsberg das Kommando übernommen und den Soldaten unter anderem zugerufen haben: „Viel Feind, viel Ehr!“

Die Redewendung stammt also demnach aus dem Militärdienst, wo in kriegerischen Auseinandersetzungen trotz harter Gegenwehr Mut, Entschlossenheit und Standfestigkeit zum Sieg verhelfen. So soll der hartnäckige Georg von Frundsberg mit seiner Truppe die Schlacht bei Creazzo glorreich gewonnen haben.

Im volkstümlichen Sinne wird die Redensart so verstanden, daß der Mensch – wenn er viele Gegner hat – etwas richtig machen muß und ihm deshalb Ehre zuteilwird. Entspricht diese Denkweise der Bibel? Jesus sagt im Matthäusevangelium (5,11): „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen.“ Das Entscheidende sind die zwei Worte „um meinetwillen“. Menschlicher Stolz, Streitsucht und ungerechtes Handeln sind nicht die Waffen, die der HERR im geistlichen Kampf (Eph 6,10-20) als Empfehlungen ausspricht.

Petrus schreibt im Auftrag Gottes in seinem ersten Brief: „Denn was ist das für ein Ruhm, wenn ihr für Missetaten Schläge erduldet? Aber wenn ihr leidet und duldet, weil ihr das Gute tut, ist dies Gnade bei Gott.“ (1Petr 2,20) Auch hier wird deutlich: Wenn eigene Schuld zum Leid führt, dann ist das kein Grund zum Prahlen. Jeder Dienst für Jesus Christus steckt menschliches Trachten und Sinnen zurück und weist auf Gottes Wahrheit hin, die sich in Seinem Wort widerspiegelt. Johannes der Täufer verkündete die geistgewirkte Wahrheit und verlor dafür seinen Kopf. Jesus sagte den Menschen im Auftrag Seines himmlischen Vaters die Wahrheit und wurde dafür blutig geschlagen und gekreuzigt.

Wer treu in seinem Leben Christus folgt, der doch die Wahrheit ist (Joh 14,6), muß mit Widerstand rechnen (Joh 15,20; 2Tim 3,12). Die „Ehre“ – wie die Redewendung „Viel Feind, viel Ehr!“ sagt – kommt nicht vom Menschen (Joh 5,44), sondern allein von Gott (1Kor 4,5). Ein wiedergeborener Christ sucht weder Anerkennung von Menschen, noch provoziert er bei Widerstand deren Ablehnung, sondern sucht ein Leben nach dem Willen Gottes.

Nachdem die Apostel für die Verkündigung des Evangeliums ausgepeitscht worden sind, heißt es in Apostelgeschichte 5,41-42: „Sie gingen aber fröhlich von dem Hohen Rat fort, weil sie würdig gewesen waren, um Seines Namens willen Schmach zu leiden, und sie hörten nicht auf, alle Tage im Tempel und hier und dort in den Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesus Christus.“ Deine Treue zu Christus verschafft dir keine Ehre, sondern eher Anfeindungen, Bedrängnisse und Verfolgung. Du bist ein bekennender, bibeltreuer Christ? Dann strebe nicht nach Anerkennung durch Menschen, sondern suche die Ehre von Gott. Dann spricht Christus auch zu dir: „Recht so, du guter und treuer Knecht.“ (vgl. Mt 25,21).

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