
von AG WELT
Es ist bemerkenswert, daß immer noch rund 17,4 Millionen Menschen, 20,8 % der Gesamtbevölkerung, Mitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sind. Wer sich über Jahre hinweg die sog. „Impulspapiere“ dieser Kirche zu Gemüte geführt hat, weiß um die Aufweichung, um die Verzerrung und Verspottung des Evangeliums und des Alleinvertretungsanspruchs von Jesus Christus (Joh 14,6).
Nun kommt frisch aus der Druckerpresse ein weiteres dreisprachig ausgeführtes „Impulspapier“ hinzu. Bereits sein Titel läßt erahnen, wohin der geistliche Hase läuft: „Christliche Schöpfungsspiritualität – Glaube, Transformation und Verantwortung für Klima und Gerechtigkeit“. Auf Englisch, dem afrikanischen Kiswaheli und Deutsch wird Kirchenanhängern erklärt, was es mit der Schöpfung auf sich hat.
Die EKD-Vorsitzende, Bischöfin Kirsten Fehrs, läßt in ihrem Vorwort die weltlichen Alarmglocken läuten, schürt Ängste, führt Menschen weg vom Gottvertrauen hin zur Menschenfurcht und schreibt gegen Schöpfer und gesundem Menschenverstand: „Der Sommer, in dem ich diese Zeilen schreibe, stellt es eindrücklich vor Augen: Große Hitze, mit Dürre, austrockneten Flußläufen, eingehenden Früchten und sich früh gelb färbenden Bäumen. Wie es um die Natur, um Gottes Schöpfung bestellt ist. Was wir aus ihr gemacht haben. Etwas, das in der südlichen Hemisphäre schon länger sichtbar ist und nun auch bei uns in einer Weise zutage tritt, daß man über den Klimawandel eigentlich nicht mehr hinwegsehen kann.“
Fehrs will als oberste Hüterin über die noch verbleibenden 17,4 Millionen Schafe „unterschiedliche Stimmen zu Gehör und miteinander ins Gespräch“ bringen: europäisch-protestantische, afrikanische und orthodoxe Sichtweisen und Perspektiven, die von „Partner*innen und Interessierten … der internationalen Ökumene“ diskutiert werden sollen.
Im Text heißt es, daß sich das „Anthropozän“ (das Zeitalter des Menschen) in einer „ökologischen Krise“ befände. Doch weder der Begriff „Anthropozän“, der im Jahr 2000 von dem Chemie-Nobelpreisträger Paul J. Crutzen und dem Biologen Eugene F. Stoermer geboren wurde, noch vom erfundenen Holozän (Nacheiszeitalter) oder Pleistozän (Zeitalter der Eiszeiten) ist in der Bibel etwas zu finden. Alle diese Begrifflichkeiten, samt „Klimawandel“ und „Klimagerechtigkeit“, sind menschliche Erfindungen, die dem Schöpfungswerk Gottes widersprechen. Jeder theologische Begründungsversuch führt in eine selbstgeschaffene Sackgasse.
Es muß jeden wiedergeborenen Christen erschaudern lassen, mit welcher Frechheit in Gottes Schöpfungshandeln eingegriffen wird, wenn die EKD schreibt: „Die Welt hat einen Wendepunkt überschritten: Klimawandel, Umweltzerstörung, soziale Ungleichheiten und geopolitische Spannungen prägen das Anthropozän – jenes Zeitalter, in dem die Menschheit begonnen hat, die planetarischen Systeme tiefgreifend zu beeinflussen.“ – Zu keiner Zeit wird der Mensch fähig sein und in der Lage, in Gottes Schöpfungsordnung einzugreifen!
Bereits auf den ersten Seiten des kirchlichen Pamphlets wird der „Glaube an den Schöpfergott“ zur „christlichen Erzähltradition“ degradiert, die sowohl die Schöpfung (1Mo 1,1-2,4), als auch den Sündenfall (1Mo 3,1-24), die Arche Noah (1Mo 6,9-9,17) und den Turmbau zu Babel (1Mo 11,1-9) liberaltheologisch in die Kategorie urmythischer Modelle einordnet. Nach Ansicht der Schreiber des Impulspapiers verlange der „Klimawandel höchstes Engagement“ und habe „den Charakter eines status confessionis“, eines Bekenntnisnotstandes angenommen.
Dies würde bedeuten, daß die weltliche Lehre von einem menschengemachten Klimawandel den Glauben an Gott und an das Evangelium von Jesus Christus beeinflussen könne. Hierbei handelt es sich, so muß es klar und deutlich formuliert werden, um eine Irrlehre, die von der EKD verbreitet wird. Man schreckt nicht einmal davor zurück, die heiligen Worte Jesu in Johannes 10,10 manipulativ mit der Frage zu verbinden: „Ist die Rede von Fülle unter diesen Bedingungen theologisch verantwortbar, oder verharmlost sie die Krise?“ Nicht einmal die EKD-Bischöfin scheint zu wissen, daß es um das Leben in Christus geht und nicht um die Stabilisierung einer durch Sünde (1Joh 3,8) gefallenen Welt.
Ziel des Papiers sei es, so steht es drin, „neue Narrative der Hoffnung zu entwickeln“. Im Klartext heißt das: Gottes Wort ist nicht vollständig und reicht Menschen hinten und vorne nicht. Es brauche eine „neue“ sinn- und wertstiftende „Erzählung“, die das Denken der Menschen so beeinflußt, damit alle zur „Rettung des Weltklimas“ im Gleichschritt marschieren. Die Korrektheit von 1.Mose 3,1 wird von der EKD bezweifelt mit den Worten: „In den vergangenen Jahrzehnten ist die Plausibilität dieses Bekenntnisses jedoch zunehmend in Frage gestellt worden.“ – Christen sollen demnach nicht mehr glauben, daß Gott alles „sehr gut“ gemacht hat und ER Seine Schöpfung bis auf den heutigen Tage nach Seinem Willen bewahrt.
Die EKD klammert sich an Wissenschaftler wie Crutzen und Stoermer, die das bibelkonträre Weltbild des Anthropozäns vertreten, mit dem sie den Menschen das Verständnis des Verhältnisses zwischen Mensch und Natur überstülpen. Ihrer Weltanschauung nach steuert und destabilisiert der Mensch das gesamte Erdsystem. Dahinter steht die Ideologie, daß der Mensch mehr sei als nur Geschöpf Gottes. Der Mensch sei – so die anthropozänische und im Widerspruch zur Bibel stehende Lehre – Mitschöpfer. Dahinter steht das Versprechen Satans: „Ihr werdet sein wie Gott“ (1Mo 3,5).
Die EKD stützt sich im Glauben auf „Warnungen der Wissenschaft – etwa des Weltklimarates“ und „Umweltorganisationen wie Greenpeace“, statt auf das unfehlbare und wahre Wort Gottes. Die Verantwortung für die Welt läge, so die Selbstüberhebung der Kirchenobrigkeit, in der Menschen Hände. So wird behauptet: „Seit Beginn der Menschheitsgeschichte ist das menschliche Leben von existenziellen Sorgen geprägt: dem Bedürfnis nach Nahrung und Schutz, der Bedrohung durch Krankheit sowie der Angst vor einer Welt, die zwar Fruchtbarkeit hervorbringen kann, sich jedoch oft als unbarmherzig und lebensfeindlich erweist.“
Die Begründung für diese Exzesse liefert die EKD nicht, weil sich ihre Führer selbst unbarmherzig und lebensfeindlich von dem lebendigen Gott, der sich für die Sünde der Welt am Kreuz von Golgotha geopfert hat, abgewandt und toten Göttern zugewandt haben. Diese Führer haben längst den Gott der Bibel gegen ihren menschgemachten „Schöpfungsspiritualitäten“-Wahn-Sinn eingetauscht. Sie brauchen den Schöpfer von Himmel und Erde nur noch als mythologisches Maskottchen.
Zuletzt sei noch angemerkt, daß mit dem Papier nicht nur die orthodoxe, sondern auch die afrikanische Glaubenslehre – in der „Gottes Geist als göttliche Lebenskraft verstanden“ wird – in den biblischen Kontext aufgenommen werden soll. Die EKD verweist auf den afrikanischen Ökotheologen James N. Amanze, der die Ulbuntu-Lehre vertritt. Gott sei, so diese menschliche Idee, eine in allem innewohnende Lebenskraft, die alles miteinander verbindet und beseelt. Dieser Mißbrauch des Heiligen Geistes (1Mo 1,2) zeigt, wie sehr die EKD von der biblischen Schöpfungslehre abgefallen ist.
Geht es nach dem Willen der EKD, die letztlich den Mainstream bedient, soll sich der Mensch von seinem von Gott geschenkten Wohlergehen im Rahmen einer großen „Transformation“ verabschieden. – Selbstverständlich nur der „Normalbürger“ und nicht die Götterverehrer und Götzendiener in Kirche und Politik. Die Schreiber dieses „Impulspapiers“ und alle, die seinem Inhalt beipflichten, haben – geistlich bewertet – nicht mehr alle Tassen im Schrank. Diesen Leuten geht es längst nicht mehr um die Botschaft der Bibel, sondern um die Indoktrination der Menschen mit antibiblisch-philosophischen Gedankensystemen.