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Auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Gleich zu Beginn – zur Ernüchterung: Den „Sankt Nimmerlein“ gibt es nicht, weder als religiösen „Heiligen“ noch als Festtag der katholischen Kirche. Es wird vermutet, daß die Bezeichnung ihren Ursprung im Mittelalter oder in der frühen Neuzeit hat.

Es handelt sich also um einen erfundenen „Scheinheiligen“, der besonders dann bemüht wird, wenn die Einhaltung einer Frist oder eine Forderung ins Haus steht. Verspricht jemand, seine Schuld am „Sankt-Nimmerleins-Tag“ zu begleichen, dann ist davon auszugehen, daß er den Ausgleich niemals (also „nimmer“) schaffen wird. Die Redewendung „Auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben“ ist als Ironie im deutschen Sprachgebrauch recht beliebt (ein Schelm, wer Böses dabei denkt).

Die Bibel kennt Geduld als eine vom Heiligen Geist gewirkte Standhaftigkeit, aber keinen endlosen Aufschub. Der Solltag ist im Wort Gottes das Heute: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.“ (Ps 95,7b-8a) Im Hebräerbrief (3,7b-8a+15) findet der Psalmvers seine Bekräftigung. Das Wort „Heute“ ist Gottes Antwort auf den menschlichen Wunsch, alles auf später zu verschieben. Denn, so heißt es in einem deutschen Sprichwort: „Die lange Bank ist des Teufels liebstes Möbelstück.“

Gottes Wort widerspricht dem Gedanken der Trägheit, der im Sprichwort „Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute“ zum Ausdruck kommt. Die Haltung hinter der Redewendung „Auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben“ widerspricht dem biblischen Prinzip der Verantwortung im Hier und Jetzt. Jeder Tag ist ein wunderbares Geschenk Gottes, der zum engagierten, strukturierten Handeln herausfordert.

Ein Mensch, der ständig am Aufschieben ist, verpaßt Unwiederbringbares. Aufschub kann manchmal durch Aufstauen von Ärger und Frust zur Verhärtung gegen sich selbst und gegenüber anderen führen. Kein Mensch verfügt über den morgigen Tag. Der „Sankt-Nimmerleins-Tag“ existiert nicht. Stattdessen kennt Gottes Wort das „Heute“. Wer Gottes Ruf zur Buße, zur Umkehr, zur Versöhnung und zum Gehorsam immer weiter hinausschiebt, riskiert, daß aus einem „Später“ ein „Nimmer“ wird.

Hast du noch Schulden? Dann begleiche sie heute noch. Das entlastet dein Gewissen und erfreut zugleich den Gläubiger. –Wolltest du schon längst einen Krankenbesuch machen? Dann schiebe ihn nicht länger hinaus. Morgen schon kann der Kranke gestorben sein, der auf ein tröstendes Bibelwort von dir gewartet hat. – Liegst du im Streit? Dann suche den Frieden! – Stehst du noch immer mit einem Bein im alten, verkorksten Leben? Dann wage es HEUTE mit Jesus, was deine Not auch sei! Wage es mit Jesus, ER macht dich frei! Vertraust du IHM, dann zeigt ER dir auch, was in deinem Leben keinen Aufschub duldet.

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