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An die kurze Leine nehmen

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Die Redewendung „An die kurze Leine nehmen“ hat ihren Ursprung in der Hundehaltung, die sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Art Religion entwickelt hat. Der Hund hat in manchen Familien einen höheren Stellenwert als der Ehepartner oder als Kinder, die man (wenn sie überhaupt gewollt waren) mangels Zeit an einer „langen Leine“ laufen lässt.

Das „An die kurze Leine nehmen“ wird heute nicht nur in der Kindererziehung, sondern auch von manchem Hundehalter als „veraltete“ und „autoritäre“ Methode kritisiert. Nach Schätzungen der Krankenkassen soll es (zumeist wegen Mißachtung der Leinenpflicht) in Deutschland zu jährlich 30.000 bis 50.000 Bißverletzungen kommen. Allein schon deshalb ist es sehr ratsam, jeden Hund (auch sog. „Fußhupen“) an die kurze Leine zu nehmen.

Im übertragenen Sinn bedeutet die Redensart „An die kurze Leine nehmen“, einem Menschen enge Grenzen zu setzen, ihn zu kontrollieren, ihm wenig Freiraum zu lassen. Entspricht ein solches Vorgehen biblischen Grundsätzen? Seit seiner Schöpfung werden dem Menschen Grenzen gesetzt: „Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm ißt, mußt du des Todes sterben.“ (1Mo 2,16-17)

Was sind Gottes Grundregeln für Seine menschlichen Geschöpfe? Gott schenkt erstens dem Menschen große Freiheit, aber zweitens auch klare Grenzen. Sie dienen nicht zu seiner Unterdrückung, sondern führen ihn zu einem Leben, das sich wirklich lohnt. Nur der Mensch meint, er werde von Gott aus lauter Frust und Willkür gemaßregelt und an die „kurze Leine“ genommen. Die Bibel beschreibt Gott weder als tyrannischen Kontrolleur noch als gleichgültigen Beobachter. Wenn sich der Mensch ins Chaos der gefallenen Welt stürzt, muß er nicht nur die Konsequenzen seines Handelns tragen, sondern auch akzeptieren, daß über ihm ein Gott einer gerechten Ordnung steht, der jedem Menschen innerhalb Seiner guten Gebote große Freiheit schenkt (2Mo 20,1-17; 5Mo 5,6-21).

Gott nimmt Menschen dann an die „kurze Leine“, wenn sie sich in Sünde verstrickt haben und IHM gegenüber hochmütig und lästerlich geworden sind. Ohne Buße und Vergebung haben sie keine Chance, jemals die Herrlichkeit Gottes zu sehen. – Seine Kinder nimmt Gott an eine noch kürzere „Leine“, weil ER sie unendlich liebt und für sie Sein Liebstes, Seinen Sohn, in den Tod gegeben hat. Als liebender Vater bewahrt ER mit der „kurzen Leine“ Seine Kinder vor Irreführungen und teuflischen Angriffen. „Denn wen der HERR lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.“ (Hebr 12,6; vgl. Spr 3,12)

Wenn Gott meint, dich „an die kurze Leine nehmen“ zu müssen, hat ER allen Grund dafür. Seine Erziehungsmaßnahmen können durchaus dazu führen, daß für dich konkrete Umstände schwieriger werden, sich offene Türen plötzlich schließen, Pläne scheitern und Freiheiten eingeschränkt werden. Gott benutzt solche Begrenzungen wie ein Vater, der sein Kind kraftvoll an die Hand nimmt und nicht auf die stark befahrene Straße und damit in den Tod laufen läßt. Gottes „kurze Leine“ dient zu deinem Schutz. Es geht nicht um eine Kontrolle um der Kontrolle willen, sondern um Hilfe zur Reife im Glauben an den HERRN Jesus. Sei IHM dafür dankbar!

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