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Sehma & Co: Kirche mit „Karussell“

Foto: privat

von AG WELT

Ein Glaubensbruder schickte an AG WELT nebenstehenden Plakataushang. Erst glaubten wir, es sei eine Fälschung. Im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz muss mit allem gerechnet werden. Doch unsere Recherche auf den offiziellen Ticket-Plattformen bestätigte leider die Korrektheit der Veröffentlichung.

Anlässlich „50 Jahre deutsche Rockmusik“ öffnet die Evangelisch-Lutherische Pauluskirche Sehma (Erzgebirge) am Abend des 23. Oktober 2026 einer ostdeutschen Rockband ihre Pforten. Der Kirchenvorstand gewährt der Gruppe „Karussell“ Einlass, die – wie es heißt – auf einer Jubiläumstour unterwegs ist.

„Neben Klassikern und neueren Songs aus der Bandgeschichte“ erwarte das Publikum „eine Lichtshow sowie die Vorführung eines exklusiven Kurzfilms zur Historie der Band“. Im Anschluss gebe es eine Autogrammstunde.

Die Pauluskirche Sehma ist ein konkretes Beispiel von vielen dafür, dass die evangelische Kirche in Deutschland kaum noch etwas mit Bibeltreue zu tun hat. Die Öffnung des Raumes für „Karussell“ ist das Resultat von geistlicher Blindheit, Anpassung an die Welt und dem Verlust der Gottesfurcht.

Mehr als 20 Kirchen absolvierten in diesem Jahr bereits Konzerte mit der Leipziger Rockband „Karussell“, darunter in Schmölln, Crimmitschau, Colbitz, Milda, Trent, Usedom, Kroppen, Weißwasser, Hagenow, Sternberg, Demmin, Woldegk, Ribnitz-Damgarten, Reuterstadt Stavenhagen, Sagard, Graal-Müritz, Ostseebad Prerow, Pritzwalk und Aschersleben.

Auch die nachfolgend aufgeführten 15 Kirchen haben die weltliche Nostalgie-Band bis Ende des Jahres in ihren Gebäuden aufgenommen: Sankt Johanniskirche, Urbach; Erlöserkirche Kunnerwitz; Stadtkirche Olbernhau; Kirche St. Nicolai, Coswig/Anhalt; St. Stephanie Kirche Calbe; Kirche St. Wolfgang zu Glashütte, Glashütte; Dorfkirche Klinga; St. Peter & Paul Kirche Worbis; St. Michaeliskirche, Buttstädt; Lutherkirche Apolda; St. Marienkirche, Sonnewalde; Pauluskirche, Sehma (wie eingangs erwähnt); Dorfkirche Schlepitz; Ev.-Luth. Kirche Niederwürschnitz (Erzgeb.); Stadtkirche St. Nicolai, Waldheim.

Wenn weltliche Künstler eine Kirche dafür nutzen, um Lieder zu singen, die nicht zur Ehre Gottes dienen, ist das nach Jesu Worten ein schweres Vergehen: „Es steht geschrieben: »Mein Haus soll ein Bethaus heißen«; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus.“ Die Band „Karussell“ singt poetische, aber zutiefst weltliche Lieder. Sie verkünden nicht das Evangelium von Kreuz, Sünde, Buße und der Erlösung durch das Blut Jesu Christi.

Warum tut eine Kirche das? Weil sie den Applaus der Menschen sucht und die Gunst der Welt behalten will. Man feiert weltliche Identität, DDR-Vergangenheit und Kultur, anstatt Christus alle Ehre zu geben. Die Ältesten dieser Kirchen sollten hören und dem nacheifern, was der Apostel Paulus im Auftrag seines HERRN sagt: „Suche ich denn jetzt Menschen oder Gott zu gefallen? Oder suche ich Menschen gefällig zu sein? Wenn ich noch Menschen gefällig wäre, so wäre ich Jesu Christi Knecht nicht.“ (Gal 1,10) Eine Gemeinde, die eine weltliche Rockband einlädt, um die Bänke vollzubekommen, betreibt Menschengefälligkeit. Weltliche Musik und Nostalgie werden hier zu Götzen, die sich vor das Wort Gottes schieben. Kein Wunder, dass mehr und mehr Christen ihre Mitgliedschaft in solchen Kirchen beenden.

Hirten haben die biblische Pflicht, ihre Herden vor den Einflüssen der Welt zu schützen und die Geister zu prüfen (1Joh 4,1). Wenn die Gemeindeleitung die Türen für „Karussell“ und anderes weltliches Getöse öffnet, versagt sie in ihrer Wächterfunktion. Der Prophet Hesekiel warnt die Hirten, die ihre Pflicht versäumen: „Sie sollen mein Volk lehren, zu unterscheiden zwischen Heilige und Unheilige, und ihnen den Unterschied zeigen zwischen Rein und Unrein.“ (Hes 44,23) Indem diese Gemeinden den Unterschied zwischen der heiligen Gemeinde und der unheiligen Welt verwischen, führen sie die Menschen in die Irre und wiegen sie in einer falschen Sicherheit, dass doch „alles irgendwie gut und christlich“ sei.

Die Gemeinde wird in der Bibel als die reine Braut Christi beschrieben (2Kor 11,2). Sie soll unbefleckt von den Strömungen dieser Welt bleiben. Jakobus 4,4 spricht eine erschreckend deutliche Sprache: „Ihr Ehebrecher, wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein.“ Die Kooperation mit einer weltlichen Band ist aus rein biblischer Sicht ein Akt des geistlichen Ehebruchs. Man buhlt um die Gunst derer, die ohne Christus leben, anstatt sie zur Buße zu rufen.

Hinter der Entscheidung der Ältesten und Hirten dieser Gemeinden steht aus Sicht der Unfehlbarkeit des Wortes Gottes kein kluger missionarischer Schachzug, sondern ein Zeichen des geistlichen Niedergangs. Es zeigt Gemeinden, die die Kraft des Evangeliums aus den Augen verloren haben und deshalb meinen, sich mit den Mitteln der Welt (Rockmusik, Lichtshow, Nostalgie) am Leben erhalten zu müssen.

Deshalb sollten wiedergeborene Christen der Einladung von Kirchen zu diesem Rockkonzert nicht folgen und andere vor solchem Götzendienst warnen. Denn, so heißt es in Galater 6,7: „Gott lässt sich nicht spotten!“

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