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Der andere Latzel

Foto: Modellbild

von Thomas Schneider

Insbesondere vor Wahlen lassen Kirchenobere die Katze gern aus dem Sack. Doch was, wenn sie der Katze keinen Namen geben? Dann sind sie eben nicht, wie Jesus zu Seinen Jüngern sagt: „ohne Falsch wie die Tauben“, aber auch nicht: „klug wie die Schlangen“. Von moralischer Integrität keine Spur. Sie sind weit entfernt davon, ehrlich, friedfertig und ohne böse Absichten oder Hinterlist zu handeln. Die Taube ist nach Jesu Worten in Mattäus 10, 16 das absolute Gegenteil von Falschheit.

Seit 2021 ist Dr. Thorsten Latzel Präses (so etwas wie Bischof) der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Nicht zu verwechseln mit Olaf Latzel, dem bibeltreuen Pfarrer der St.-Martini-Gemeinde in Bremen.

Ende August, genauer am 29. um 9:00 Uhr, veröffentlichte der Theologe und Pfarrer Thorsten Latzel auf seiner Facebook-Seite unter der Überschrift „Es ist nicht christlich …“ folgenden Beitrag:

Zurzeit gibt es öfters die Frage, wie Glaube und Politik sich zueinander verhalten. Als Christin, als Christ kann man politisch unterschiedlichster Meinung sein. Es ist nicht die Aufgabe der Kirche, sich parteipolitisch einzumischen. Aber es ist unsere Aufgabe, ethische Orientierung zu geben und rote Linien zu benennen. Deshalb: Zur Orientierung: Es ist nicht christlich, völkisches Denken oder Nationalismus zu verbreiten. Es ist nicht christlich, die Verbrechen der NS-Zeit zu verharmlosen. Es ist nicht christlich, Menschen verächtlich zu machen, nur weil sie irgendwie anders aussehen oder leben. Es ist nicht christlich, die menschen-gemachte Zerstörung von Gottes Schöpfung zu leugnen. Es ist nicht christlich, das Kreuz Jesu Christi für Ausgrenzung und Hass zu missbrauchen. Es ist nicht christlich, antidemokratischen Herrschern wie Trump oder Putin nachzulaufen. Es ist nicht christlich, freie Wissenschaft, Medien, Rechtsprechung pauschal zu diffamieren. Das alles ist nicht christlich, und es ist auch nicht konservativ. Das ist schlicht extremistisch, es spaltet und es schadet. Christlich ist dagegen: sich um Schwache kümmern, das Gemeinwohl stärken, sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Es gibt viele Probleme, die wir gegenwärtig haben: soziale Gerechtigkeit, Sicherung von Arbeitsplätzen, Frieden, Klima, gelingende Integration, Rente u.a. Darüber müssen wir gemeinsam politisch diskutieren – im offenen, demokratischen Ringen um die beste Lösung.

Im Folgenden sollen die einzelnen Sätze aus biblischer Sicht und mit klarem Verstand angeschaut werden. Die in Klammern fett geschriebenen Sätze sind das jeweilige Originalzitat von Thorsten Latzel, die in Rot geschriebenen Zeilen Anmerkungen dazu.

(Zurzeit gibt es öfters die Frage, wie Glaube und Politik sich zueinander verhalten.) Diese Frage steht nicht erst zurzeit, sondern seit dem ersten Kommen des HERRN Jesus in diese Welt.

(Als Christin, als Christ kann man politisch unterschiedlichster Meinung sein.) Auch daran hat sich, seitdem Christus auf dieser Erde unterwegs war, nichts geändert.

(Es ist nicht die Aufgabe der Kirche, sich parteipolitisch einzumischen.) Parteipolitik ist in Deutschland Staatspolitik. Steht ihr Handeln gegen Gottes Wort, muß das die Kirche beim Namen nennen, wenn sie nicht selber in staatskonforme Gotteslästerung verstrickt ist. In letzter Instanz gilt: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apg 5,29)

(Aber es ist unsere Aufgabe, ethische Orientierung zu geben und rote Linien zu benennen.) Gibt die Kirche ethische Orientierung, wenn sie Abtreibung nicht Mord nennt und proklamierte, gelebte LGBTQ+- Sexualität nicht als Gräuel vor Gott bezeichnet? Nach der Heiligen Schrift geht es hier um „rote Linien“.

(Zur Orientierung:“) Die Orientierung für alle Lebensfragen ist und bleibt das geistgewirkte Wort Gottes, die Bibel, von Mose bis Offenbarung.

(Es ist nicht christlich, völkisches Denken oder Nationalismus zu verbreiten.) Wer vertritt aus Latzels Sicht „völkisches Denken“ und „Nationalismus“? Hierzu nennt Latzel keine Namen. Die Trennung der Völker (Nationen) ist zutiefst biblisch. Die Völker entstehen in ihren Geschlechtern, Sprachen, Ländern und Nationen (1Mo 10). Die Zerstreuung und Aufteilung der Menschheit in verschiedene Sprach- und Volksgemeinschaften steht im Zusammenhang mit Gottes Gericht und seiner souveränen Ordnung (1Mo 11,1-9). Gott setzt den Völkern Grenzen (5Mo 32,8). Gott bestimmt Zeiten und Grenzen des Wohnens der Völker (Apg 17,26). Auch in der vollendeten Welt werden „die Nationen“ ausdrücklich erwähnt (Offb 21,24-26). Aus Sicht der Bibel ist es nicht verwerflich, wenn sich ein Volk seiner von Gott gegebenen Abstammung, seiner Kultur und seiner ethnischen Zugehörigkeit bewusst ist und die sich daraus ableitende Identität vor Angriffen schützt. Mit „völkischem Denken“ geht es nicht um die Bewertung menschlicher Wertigkeit. Aber das scheint Latzel mit Römer 2,11 nicht recht biblisch einordnen zu können. Latzel betreibt linkspopulistische Etikettierung. Maßstab bleibt – auch für einen Präses – das geistgewirkte, irrtumslose Wort Gottes und nicht sein Duktus.

(Es ist nicht christlich, die Verbrechen der NS-Zeit zu verharmlosen.) Wer verharmlost die Verbrechen der NS-Zeit? Auch hier mangelt es am Empfängernachweis. Es steht keinem Menschen zu, Verbrechen zu verharmlosen, weder die Verbrechen der NS-Zeit, noch jedes andere Verbrechen – wie die zunehmenden Vergewaltigungen und religiös motivierten Messerangriffe auf wehrlose Menschen. Die Kirche hat leider Gottes über die Verbrechen der NS-Zeit einen ideologischen Schuldkult gelegt. Warum nicht auch über die millionenfache Ermordung ungeborener Kinder unter den Augen einer zuschauenden Kirche?

(Es ist nicht christlich, Menschen verächtlich zu machen, nur weil sie irgendwie anders aussehen oder leben.) Wer macht Menschen verächtlich, nur weil sie irgendwie anders aussehen oder leben? Anschuldigungen, ohne Namen zu nennen, ist schändlich. Wer oder was treibt Latzel dazu, so hinterlistig zu agieren? Er sollte doch wissen, dass alle Menschen Geschöpfe Gottes sind. Nur sollte jeder Mensch wissen, dass er sich Gottes Ordnung, wie sie in Seinem Wort steht, zu fügen hat. Widerstrebt er dieser Ordnung, bedarf es der Zurechtweisung.

(Es ist nicht christlich, die menschengemachte Zerstörung von Gottes Schöpfung zu leugnen.) Wenn Latzel von menschen-gemachter Zerstörung von Gottes Schöpfung schreibt, bedarf es der Unterscheidung zwischen bewusster Zerstörung der Umwelt und einem ideologischen und bestimmten Machtinteressen bedienenden Klima-Hype. Hier geht es um Wissen!

(Es ist nicht christlich, das Kreuz Jesu Christi für Ausgrenzung und Hass zu missbrauchen.) Wer missbraucht für Ausgrenzung und Hass das Kreuz Jesu Christi? Meint Latzel etwa die Kirche, die im Nationalsozialismus dem Führer Adolf Hitler gehuldigt und auf Kanzeln neben dem Kreuz die Hakenkreuzfahne aufgehängt hat? Das war tatsächlich ein schlimmes Verbrechen, das zu Ausgrenzung und Hass gegen Juden führte und bekennenden Christen wie Dietrich Bonhoeffer und vielen anderen das Leben kostete.

(Es ist nicht christlich, antidemokratischen Herrschern wie Trump oder Putin nachzulaufen.) Wer läuft denn antidemokratischen Herrschern wie Trump oder Putin nach? Jeder bibeltreue Christ weiß doch, dass er keinem anderen als Jesus Christus folgen soll, weil der Mensch nur über IHN zum himmlischen Vater kommen kann (Joh 14,6). Eine Zwangsehe zwischen Kirchenmitgliedschaft und Taufe hat noch keinen einzigen Menschen in den Himmel gebracht. Sieht die Kirche denn nicht, dass sie sich eine große Götterfabrik gebaut hat, bibelkonträren Lehren huldigt und gemeinsam mit menschengemachten Religionen, über die Erschaffung einer Welteinheitsreligion, dem Antichristen den Weg bereitet?

(Es ist nicht christlich, freie Wissenschaft, Medien, Rechtsprechung pauschal zu diffamieren.) Wer diffamiert denn die wirklich freie und nicht staats- oder NGO-finanzierte Wissenschaft? Wer diffamiert die wirklich freien, staats- und parteiunabhängigen Medien? Wer diffamiert die wirklich freie, staats- und parteiunabhängige Rechtsprechung? Gäbe es in unserem Land eine wirklich freie Wissenschaft, wirklich freie Medien und wirklich freie Rechtsprechung, dann bedürfe es keinerlei Alternativen. Arbeiten Wissenschaft, Medien und Rechtsprachung gegen Gott und seine Gebote, wäre es die Aufgabe der Kirche, alles Gottlose anzumahnen.

(Das alles ist nicht christlich, und es ist auch nicht konservativ.) Was ist für Latzel „konservativ“? Aus bibeltreuer Sicht ist „conservare“ (lat. „bewahren“) ein unerschütterliches Festhalten an der unveränderten Autorität der Heiligen Schrift. Gott selbst hat Sein heiliges Wort für die Menschen in der Bibel „konserviert“. Wird die Bibel von der Kirche nach menschlichen Gelüsten bis zur Unkenntlichkeit auseinandergenommen, hat sie sich der Welt gleichgemacht.

(Das ist schlicht extremistisch, es spaltet und es schadet.) Wenn der Präses mit dem weltlichen, ideologisch eingefärbten Begriff „extremistisch“ hantiert ohne klar Position zu beziehen was er damit meint, dann spaltet er und schadet der Gemeinschaft, im Großen wie im Kleinen.

(Christlich ist dagegen: sich um Schwache kümmern, das Gemeinwohl stärken, sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen.) Was versteht Latzel unter „christlich“? Er schreibt es selbst: „sich um Schwache kümmern, das Gemeinwohl stärken, sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen.“ Mehr nicht? Auf seinen Ursprung zurückgeführt, bedeutet „christlich“: zu Christus gehörend, eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus haben. Was bedeutet es, in der Nachfolge Jesu Christi zu leben? Primum: Der Bibel ist als dem irrtumslosen, geistgewirkten Wort Gottes die höchste Priorität einzuräumen.

(Es gibt viele Probleme, die wir gegenwärtig haben: soziale Gerechtigkeit, Sicherung von Arbeitsplätzen, Frieden, Klima, gelingende Integration, Rente u.a.) Wenn der Bischof (Präses) einer Landeskirche diese Probleme vorneanstellt, könnte er durchaus als führender weltlicher Repräsentant (wie beispielsweise Friedrich Merz) durchgehen. Das Grundproblem der Menschen (aus dem alle Krisen wie Krieg, Ungerechtigkeit, Umweltzerstörung etc. erst entstehen) ist die Sünde und die Trennung des Menschen von Gott (Römer 3,23). Jesus Christus formuliert die drängendste Aufgabe des Menschen in Matthäus 6,33. Diese sollte für Latzel Programm sein.

(Darüber müssen wir gemeinsam politisch diskutieren – im offenen, demokratischen Ringen um die beste Lösung.) Wenn ein Christ wiedergeboren ist, dann stehen nicht irdische Fragen und Probleme auf der Agenda ganz oben, sondern Christus. Dann wirkt Gottes guter Geist und richtet das Herz aus: Buße und Umkehr (Mk 1,15; Joh 6,29); geistliche Ausrichtung (Mt 6,33); Jesus nachfolgen (Lk 9,23). Im Zwischenmenschlichen ist es dann überhaupt kein Problem, anderen wirklich einmal mit offenem Herzen zuzuhören und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Vielleicht hat Latzel ein Problem mit Matthäus 5,44 und Matthäus 7,12. Gott kennt keine Brandmauern, es sei denn, ER will den wiedergeborenen Christen vor satanischen Einflüssen schützen. Der Hirte einer Kirche hat den Auftrag, Menschen das ungefälschte Evangelium zu bringen (Mk 16,15), seine Schafe in Wahrheit (Jesus) zu lehren, um sie als Licht und Salz (Mt 5,13-16) in dieser gottlosen Welt wirken zu lassen. Ist der Präses nach der Heiligen Schrift ein Botschafter Gottes? Die Antwort auf diese Frage gibt Gott.

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