
von Thomas Schneider
Die Redewendung „auf fruchtbaren Boden fallen“ ist tief in der Bibel verwurzelt und wird umgangssprachlich dann verwendet, wenn eine Idee, ein Vorschlag oder auch eine Warnung auf offene Ohren stößt. Sie wird wohlwollend zu Herzen genommen, wenn dadurch ein guter, wirksamer Ausgang abzusehen ist.
Im Weltlichen ist die Verwendung der Redensart dort zu finden, wenn beispielsweise der Geschäftsführer eines Unternehmens zu seinem Angestellten sagt: „Ihren Verbesserungsvorschlag finde ich sehr gut! In der Leitungssítzung fiel er auf fruchtbaren Boden.“ – Im Katastrophenfall verlassen manche Bürger, trotz Aufforderung, ihre Häuser und Wohnungen nicht. Bei anderen aber sind die Warnungen über Sirenen und Lautsprecheransagen „auf fruchtbaren Boden“ gefallen.
Den Bezug zur Redewendung „auf fruchtbaren Boden fallen“ ist im „Gleichnis vom Sämann“ in den biblischen Evangelien nach Matthäus (13,3-9), Markus (4,3-9) und Lukas (8,4-8) zu finden. Jesus selbst erklärt in Matthäus 13,18-23, Markus 4,13-20 und Lukas 8,11-15 das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes, der Boden das Herz des Menschen und der fruchtbare Boden das Herz eines Menschen, das Gottes Wort hört, versteht und danach lebt.
Gottes Wort ist dann „auf fruchtbaren Boden“ gefallen, wenn es der Mensch nicht nur hört und intellektuell versteht, sondern mit aufrichtigem Herzen – ohne Selbsttäuschung oder Widerstand – annimmt, es dann auch tut (Jak 1,22) und in Gottes Prüfungszeiten standhaft bleibt – also im Gegensatz zum samenvernichtenden Weg und felsigen Boden und im Gegensatz zu den samenerstickenden Dornen.
Somit ist und bleibt es der Auftrag aller in Christus neugeborenen Menschen, den Zeitgenossen das Evangelium von Jesus Christus zu erklären. Mission ist kein Sonntagsspaziergang, denn der Teufel schläft nicht (1Petr 5,8) und wird mit seinen Dämonen (im Gleichnis die „Vögel“) alles versuchen, Gottes Wort sofort wieder in den Herzen der Menschen zu tilgen. Ein Mensch, der sofort die frohe Jesus-Botschaft mit großer Freude aufnimmt, muß sehr wachsam sein, damit sie im Herzen tief verwurzelt bleibt, Irrlehren keinen Angriffspunkt finden und der Glaube an Jesus bei Anfechtungen keinen Schaden leidet. Gefährliche Gegner im geistlichen Wachstum sind auch die „Dornen“, die den aufkeimenden Glauben ersticken: einerseits Reichtum und andererseits Existenzängste, aber auch die Sucht nach Vergnügungen, Anerkennung und vielem mehr.
Jesus Christus sehnt sich auch bei dir nach einem ungeteilten Herz, einem fruchtbaren Boden, aus dem der Geist Gottes gute Frucht wachsen läßt – allein Gott zur Freude und zum Lob: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung (Gal 5,22b-23a). Aber auch Gehorsam gegenüber Gott und die Bereitschaft, anderen Menschen in deiner nächsten Umgebung die Rettungsbotschaft zu bringen, bedürfen eines fruchtbaren Bodens.
Bedenke immer, was der Apostel Paulus im Auftrag seines HERRN im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth schreibt: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Wachstum gegeben. So ist weder der da pflanzt etwas, noch der da begießt, sondern Gott, der das Wachstum gibt.“ (1Kor 3,6-7) Der Boden, das Herz des Menschen, muss vom HERRN vorbereitet sein, damit es über Sündenerkenntnis und Bußbereitschaft für ein neues Leben in Christus gerüstet ist.