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Rechter Glaube – betrachtet aus einem linken Auge!

Screenshot transcript-verlag.de

von Walter Bähr

In der Lippischen Landschaft kursiert seit Wochen ein Thema: „Rechter Glaube“. Ein evangelischer Theologe mit Namen Jan Christian Pinsch will in Ostwestfalen-Lippe Bibelfundamentalisten entdeckt haben, die nach seinem Verständnis seine Demokratie gefährden. Ich finde den Titel seines Buches: „Rechter Glaube – Netzwerke und Narrative bibelfundamentalistischer Christen in Lippe“ sehr passend und bejahe ihn zutiefst!

In 5. Mose 32,4 heißt es: Er ist der Fels. Seine Werke sind vollkommen; denn alle seine Wege sind recht. Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er. Diesem Gott, der sich schon am Anfang der Bibel offenbart, dem glaube und vertraue ich uneingeschränkt. Eine der großartigen Eigenschaften Gottes sind „Recht“ und „Gerechtigkeit“:

Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Stütze, Gnade und Treue treten vor dein Angesicht. Wohl dem Volk, das jauchzen kann! HERR, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln; sie werden über deinen Namen täglich fröhlich sein und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein. (Psalm 89,15-17)

Lernt Gutes tun! Trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache! (Jesaja 1,17)

Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. (Amos 5,24)

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen. (Matthäus 23,23)

Jesus sagt in den Seligpreisungen: Selig sind, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten; denn sie sollen satt werden. Oder in Mattäus 5,20: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Recht und Gerechtigkeit Gottes und seine Liebe zugleich sind Sein Wesen! Da gibt es nichts hinzuzufügen. Jesus Christus, mein HERR, hat das gelehrt und gelebt.

Nachfolger Christi stehen in erster Linie in Verantwortung vor IHM. ER ist der Weg und die Wahrheit und das Leben, und niemand kommt zum Vater als nur durch ihn (Johannes 14,6). Jesus hat niemanden in seine Nachfolge gezwungen und das tun Nachfolger Christi auch nicht.

Wahre Nachfolger des HERRN Jesus Christus sind (im Vergleich zu Milliarden Ungläubigen und Religionsgläubigen in dieser Welt) eine kleine, den Frieden Gottes liebende Minderheit. Wieso sind wiedergeborene Christen in den Augen von Herrn Pinsch – so schreibt er es in seinem Buch – gefährlich?

Wir erleben heute die größte Christenverfolgung weltweit. In manchen Ländern genügt schon der Besitz einer Bibel, um ins Gefängnis zu kommen oder gar ermordet zu werden. Jesus hat es vorausgesagt, dass Seine Nachfolger das erleben werden, weil man an IHM zuvor das Gleiche angetan hat.

Jesus kam in diese Welt und brachte Frieden, Vergebung, Heilung, ewiges Leben. Aber der Mensch voller Ungerechtigkeit brachte IHN ans Kreuz. Der Gerechte musste für die Ungerechten sterben. Aber Jesus ist von den Toten auferstanden und lebt! Und nicht nur das: ER kommt wieder! Vielleicht schon sehr bald! Dann kommt ER als HERR aller Herren und KÖNIG aller Könige, um Gericht zu halten über alle Menschen! Jesus mahnt in Seinen Worten immer wieder: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ Vor Seinem Gericht wird niemand entrinnen können.

Wenn Recht und Gerechtigkeit Gottes Wesen sind, so ist mein Glaube RECHTER Glaube (richtiger Glaube) und nicht etwa ein linker Glaube. Es lohnt sich, die Verse 32 bis 40 aus dem 25. Kapitel im Matthäus-Evangelium zu lesen: Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zu seiner Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt. Ich bin Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist? oder durstig und haben dich getränkt? Wann haben wir dich als einen Gast gesehen und beherbergt? oder nackt und dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Der HERR ist mein Hirte (Psalm 23). ER wird die Seinen zu seiner Rechten stellen! Wer sind die Gesegneten des HERRN? Ja, die zu Seiner Rechten. Jesus begründet das auch: Sie haben sich gekümmert um Bedürftige, um Hungernde, um Durstige, um Fremdlinge… – Wo, Herr Pinsch, liegt das Problem mit dem „Rechten Glauben“? – Was sagt Jesus zu den Linken? Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir ihr Verfluchten, ins ewige Feuer, dass dem Teufel und seinen Engeln bestimmt ist! (Mattäus 25,41)

Ein weiterer Anstoß, den Herr Pinsch nicht verdauen kann, ist der Begriff „Evangelikale Fundamentalisten“. Auch diesen Begriff bejahe ich von Herzen. Dazu fällt mir das Gleichnis ein, das Jesus im 7. Kapitel des Matthäusevangeliums erzählt. Da geht es um zwei Häuser, die gebaut wurden. Ein Haus wurde auf Fels gebaut, also auf ein solides Fundament. Stürme und Wasserfluten rüttelten am Haus, doch es blieb stehen. Das andere Haus wurde auf Sand gebaut. Der Rest des Gleichnisses dürfte auch dem Theologen Pinsch bekannt sein.

Zu einem soliden Glaubensfundament gehören: Gottes Schöpfung in sechs Tagen; Jesus Christus des Neuen Testaments ist der verheißene Messias im Alten Testament; Jesus Christus, geboren von der Jungfrau Maria, wurde für die Sünden aller Menschen verfolgt, geschlagen, misshandelt und gekreuzigt; Jesus starb am Kreuz und wurde begraben, aber am dritten Tag ist er auferstanden von den Toten nach der Schrift und zu Seinem Vater in den Himmel aufgefahren; Jesus sandte den Heiligen Geist auf die Erde, bis ER selbst wiederkommen wird zu richten die Lebenden und die Toten. – Ist das nicht Inhalt evangelischer Theologie, Herr Pinsch?

An diesem Fundament halten bibel- und bekenntnistreue Christen fest. Ja, selbstverständlich! Deshalb ist der Ausdruck „Fundamentalist“ sehr treffend und mit den Worten des Apostels Paulus dick zu unterstreichen:  Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben.« (Römer 1,16-17)

In einer Welt voller Beliebigkeit und Relativismus ist es wichtig, ein sicheres Fundament zu haben, das auch dann trägt, wenn die Welt unterzugehen droht. Welch ein Trost in den Worten Jesu: Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Matthäus 28,20)

Wenn evangelische Theologen – wie ein Herr Pinsch – dieses biblische Fundament ablehnen oder verlassen, so empfinde ich für sie nur Mitleid. Paulus schreibt im ersten Korintherbrief (3,11): Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

Dann versucht der Buchautor Pinsch den „Rechten Glauben“ und den „evangelikalen Fundamentalismus“ zu deuten: Da fällt ihm doch der politische „Rechte Rand“ ein, der nach seiner Denkart gefährlich sein soll. In diesem Kontext unterstellt Herr Pinsch bibeltreuen Christen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Über solchen Wahnwitz kann man nur den Kopf schütteln.

Wer evangelikalen Fundamentalisten Antisemitismus vorwirft, hat den Schuss nicht gehört. Gerade sie zeigen eine Liebe zum auserwählten Volk Gottes. Ich selbst pflege gute Beziehungen zu Juden. Und was den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit angeht: Eine Familie solcher „evangelikaler Fundamentalisten“ aus Ostwestfalen-Lippe hat zu Beginn des Ukraine- Krieges 100 Flüchtlinge aufgenommen und beherbergt. Ist das auch „Rechts“? Solch redliche Gastfreundschaft habe ich vom linken Rand weder gelesen noch gesehen!

Mein Kommentar ist – im Gegensatz zu den Mutmaßungen und Unterstellungen eines Herrn Pinsch in seinem Buch „Rechter Glaube…“ – eine Erklärung zur Wirklichkeit und zur biblischen Wahrheit. Hätte sich der Buchautor die Mühe gemacht, mit den in seinem Buch namentlich genannten Christen Gespräche zu führen, wäre er vielleicht auf den Gedanken gekommen, sein hasserfülltes Dichten und Trachten zu überdenken. Leider hat Pinsch einen anderen Weg gewählt: ein Symposium mit Gleichgesinnten. Solches Tun spricht für sich! So ist es, wenn „Rechter Glaube“ aus einem linken Auge betrachtet wird.

An alle evangelikalen Fundamentalisten: Lasst euch von Theologen wie Pinsch weder irre machen noch vereinnahmen. Es geht um den rechten, bibeltreuen Glauben an Christus. Und in diesem Glauben gilt es, zu leben!

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